Wenn nicht jetzt, wann dann? Der Tabellenvorletzte aus Essen will über den Umweg beim Tabellendrittletzten aus Idar-Oberstein zurück in die Erfolgsspur.

Rot-Weiss Essen

Die Zeit der Ausreden ist vorbei

Aaron Knopp
18. November 2011, 15:37 Uhr

Wenn nicht jetzt, wann dann? Der Tabellenvorletzte aus Essen will über den Umweg beim Tabellendrittletzten aus Idar-Oberstein zurück in die Erfolgsspur.

Noch ist es eine Frage des Willens und nicht des Müssens. Aus der Ruhe will sich beim Aufsteiger niemand bringen lassen. Selbst das Abrutschen auf Rang 18 stellt noch keinen äußeren Anlass dar, um die innere Ruhe zu riskieren. Bedacht, Weitsicht und ein langer Atem sind Tugenden, derer man sich bei Rot-Weiss Essen rühmen möchte. Dass in dieser Saison vieles anders ist als in der vergangenen, als RWE von Erfolg zu Erfolg eilte, ist aber nicht zu leugnen.

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Die Leichtigkeit, die Selbstverständlichkeit, mithin auch der Spaß ist den Essenern abhanden gekommen. "Wir hatten Lotte am Rand einer Niederlage, wir hatten Trier am Rand einer Niederlage, wir trainieren gut, aber es geht uns derzeit nicht so leicht vom Schuh", stellt Teammanager Damian Jamro fest. Oftmals war es trotz dürftiger Ergebnisse tatsächlich schwer, dem Aufsteiger krasse Fehler anzukreiden. Dennoch sind die Patzer meist spielentscheidend. Wie beim verschenkten Sieg gegen den SC Wiedenbrück. Nach dem 5:0-Erfolg gegen Tgd. Essen-West im Pokal setzte es am Mittwoch beim NRW-Ligisten VfB Hüls mit 1:2 die nächste Niederlage. Freilich nur ein Testspiel. "Das war es für Hüls aber auch", betont Wrobel und ergänzt vielsagend: "auch da haben Spieler die Möglichkeit, sich zu zeigen."

Das Fortune der abgelaufenen Saison, einem Jahr voller glücklicher Fügungen und Erfolge, lässt sich schlechterdings nicht erzwingen. "Die Stimmung war schon mal besser. Das ist eben so, wenn man unten steht", sagt der Coach. Wenn schon nicht in freudiger Erwartung, so werden sich die Essener aber zumindest wild entschlossen am Samstag auf den Weg nach Idar-Oberstein machen. Tags darauf wartet im Kellerduell ein jetzt schon richtungweisendes Spiel auf beide Aufsteiger. Geht es nach Gusto des 41-Jährigen, kann es nur eine Richtung geben: "Da müssen wir unser wahres Gesicht zeigen. Idar-Oberstein steht nicht umsonst da unten. Wir aber auch nicht. Es geht einfach nur darum, ein Erfolgserlebnis mitzunehmen. Koste es, was es wolle!"

Wrobel will deshalb schon im Vorhinein Ausflüchte ausschließen: "Die Spieler müssen einsehen, dass es auf Dauer nicht reicht, Ausreden und Argumente für nicht vorhandenen Erfolg zu finden. Es ist ja nicht so, dass wir immer chancenlos sind, aber wir müssen einfach mal zu Null spielen und vorne ein Tor machen. Dann sind wir auch in der Lage, ein Spiel zu gewinnen." Fußball ist ein einfacher Sport, leider aber nur im Erfolgsfall.

Autor: Aaron Knopp

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