Das Entsetzen steht den Dortmundern immer noch im Gesicht. Kreidebleich blicken die Amateure auf die Tabelle. Anstatt in der kommenden Saison an der Essener Hafenstraße oder am Millerntor in St. Pauli aufzulaufen, muss der BVB nun über die

BVB - Schneider fordert direkten Wiederaufstieg: Nicht wie Schalke

10. Juni 2005, 10:21 Uhr

Das Entsetzen steht den Dortmundern immer noch im Gesicht. Kreidebleich blicken die Amateure auf die Tabelle. Anstatt in der kommenden Saison an der Essener Hafenstraße oder am Millerntor in St. Pauli aufzulaufen, muss der BVB nun über die "Dörfer" Rheine, Emsdetten oder Delbrück ziehen.

Das Entsetzen steht den Dortmundern immer noch im Gesicht. Kreidebleich blicken die Amateure auf die Tabelle. Anstatt in der kommenden Saison an der Essener Hafenstraße oder am Millerntor in St. Pauli aufzulaufen, muss der BVB nun über die "Dörfer" Rheine, Emsdetten oder Delbrück ziehen. "Das steckt man nicht so schnell weg", hält 09-Coach Theo Schneider seine Enttäuschung nicht hinterm Berg. "Wir hatten zahlreiche Möglichkeiten, den Klassenerhalt einzufahren. Es ist verdammt ärgerlich, wenn man sich überlegt, was uns durch die Lappen geht."

Denn nicht nur sportlich ist die Oberliga für Dortmund ein Minusgeschäft. Auch finanziell wird sich der Unterbau ordentlich einschränken müssen. Abteilungsmanager Heinz Keppmann sind die Hände gebunden. Schließlich fehlt allein schon durch die 437.000 Euro Fernsehgeld ein ordentlicher Batzen. "Alles muss neu kalkuliert werden", ist sich Schneider der angespannten Lage bewusst. Ob überhaupt Spielraum für externe Neuzugänge besteht, bleibt abzuwarten. Eigentlich bräuchten wir in der Defensive und um Sturm zwei Akteure", äußert der Trainer nur zaghaft seine Wünsche. Bevor die Verantwortlichen jedoch diese Verhandlungen aufnehmen können, müssen erst einmal die Gespräche mit den eigenen Kickern geführt werden. Beispiel: Thorsten Horz und Marcus Steegmann. "Beide haben Angebote aus der Regionalliga", weiß Schneider von der Münster-Offerte für Steegmann. "Aber Marcus möchte ich unbedingt als Führungsspieler behalten. Auch Thorsten ist ungemein wichtig für das Team."

Auf der Suche nach potenziellen Verstärkungen werden sich die Dortmunder aber nicht am Reviernachbarn und zukünftigen Liga-Gefährten Schalke halten. "Wir würden niemanden wie Marco Antwerpen verpflichten", setzt der ehemalige A-Junioren-Trainer auf die Jugend. "Die Neuen müssen unbedingt in unser U 23-Konzept passen."

Um sich schon einmal an die rauhe Viertklassigkeit zu gewöhnen hat Schneider direkt den Sonntag genutzt, um sich die Partie zwischen Lippstadt und Bochums Nachwuchs anzuschauen. "Das wird kein Spaziergang für uns. Die Jungs werden merken, dass sie bisher nur unter Profi-Bedingungen gespielt haben. Wir müssen uns nun schnell darauf einstellen, dass es ganz anders zu gehen wird. Wir sind die Gejagten und wollen natürlich den direkten Wiederaufstieg."

Bevor sich Schneider jedoch mit den kommenden Gegnern aus Erkenschwick, Schermbeck oder Herne befasst, wird er sich 14 Tage in der Dominikanischen Republik erholen. "Am Donnerstag geht der Flieger", verrät Schneider. "Aber ich kann allen versprechen, dass wir auch in der Oberliga eine schlagkräftige Truppe auf die Beine stellen werden, mit der wir unser Ziel auch erreichen können."

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