Die Schlacht von Aachen bot alles, was das Fußballerherz begehrt. Am Ende erkämpfte sich der MSV in Unterzahl beim 2:2 (0:0)-Remis einen verdienten Punkt.

Aachen - MSV 2:2 (0:0)

Die Schlacht von Aachen

14. November 2010, 15:34 Uhr

Die Schlacht von Aachen bot alles, was das Fußballerherz begehrt. Am Ende erkämpfte sich der MSV in Unterzahl beim 2:2 (0:0)-Remis einen verdienten Punkt.

Die erste, gute Nachricht gab es für die Zebras bereits vor dem Anpfiff: Kapitän Srdjan Baljak war wieder fit und stand in der Startelf. Somit musste Milan Sasic lediglich die Ausfälle von Sefa Yilmaz und „Ivo“ Grlic kompensieren. Für das Duo standen Filip Trojan und Benjamin Kern in der Startelf.
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Die Duisburger begannen am neuen Tivoli offensiv und Trojan hätte bereits in der 2. Minute das 1:0 erzielen können, doch nach einer Bogenlampe von Tobias Feisthammel traf er das Leder nicht richtig und der Ball strich am Kasten der Alemannia vorbei.

Doch die Gastgeber wollten sich nicht das Heft aus der Hand nehmen lassen und so entwickelte sich in der Anfangsphase ein offener Schlagabtausch, bei dem Aachens Marco Höger die größte Chance hatte, einzunetzen, doch Benjamin Kern rettete in letzter Sekunde (7.). Zwölf Minuten später war es dann Olivier Veigneau, der in gleicher Manier vor Benjamin Auer klärte (19.).
[infobox-right]Aachen: Hohs - Casper, Stehle (79. Gueye), Feisthammel, Achenbach - Kratz (73. Arslan) - Höger, Uludag - Junglas - Auer, Stieber.
Duisburg: Yelldell - Benjamin Kern, Bajic, Soares, Veigneau - Koch, Sukalo - Sahan, Trojan (65. Bodzek), Baljak (72. Reiche) - Maierhofer (83. Schäffler).
Schiedsrichter: Felix Brych (München)
Tore: 1:0 Höger (64.), 1:1 Sukalo (68., Foulelfmeter), 1:2 Baljak (71.), 2:2 Auer (86.)
Zuschauer: 19.038
Rote Karte: Soares wegen groben Foulspiels (69.)
Gelbe Karten: Achenbach (3), Uludag (2), Feisthammel (2), Kratz (4) - Trojan[/infobox]
Besonders die beiden Top-Scorrer Auer und Zoltán Stieber beschäftigten fortan die Defensive des MSV. Letzterer war es auch, der frei vor David Yelldell nur neben das Tor köpfte (22.). In der 27.Minute wäre er beim Schuss von Manuel Junglas allerdings chancenlos gewesen, doch der Youngster drosch nach einer Ecke daneben.

Danach blieben beide Teams zwar bei schnellen Gegenstößen gefährlich, echte Möglichkeiten konnten sie sich aber nicht mehr erarbeiten und es ging mit einem leichten Übergewicht für die Hausherren in die Pause.

Und die Alemannia blieb ihrer offensiven Linien auch nach dem Seitenwechsel treu und erhöhte das Tempo. Doch die Abwehr des MSV hielt Stand und die Duisburger blieben durch Konter gefährlich. Auffallend war, dass sich die Zebras nicht wie in Aue oder Berlin nur hinten einschnüren ließen, sondern im Auswärtsspiel auch selbst nach vorne marschierten. In der 62. Minute hatten sie zudem das Glück auf ihrer Seite, denn Auer verpasste einen Torschuss von Stieber am langen Pfosten nur knapp. Das hätte die Führung für Aachen sein können.

Und damit wurde die heiße Schlussphase eingeläutet. Drei Minuten später klingelte es dann nämlich im Kasten von David Yelldell. Julian Koch ließ nach einer Flanke von Timo Achenbach Höger in der Mitte Platz und der köpfte zum 1:0 ein (65.).

Doch Duisburg zeigte sich nicht geschockt und schlug sofort zurück. Olcay Sahan tauchte plötzlich frei vor Keeper David Hohs auf und wurde von Feisthammel und Mirko Casper in die Zange genommen. Schiedsrichter Dr. Felix Brych entschied auf Strafstoß. Goran Sukalo stellte sich der Verantwortung und versenkte den Elfer – 1:1 (67.).

Die 19.038 Zuschauer waren aufgebracht, weil das Foulspiel an Sahan wohl knapp vor der Strafraumgrenze war. Brych hatte wohl ein schlechtes Gewissen, denn als er Bruno Soares nur Sekunden nach dem Ausgleich die Rote Karte zeigte, lag er völlig daneben. Der Brasilianer spielte den Ball mit der Brust und rasselte danach mit Höger zusammen. Der Platzverweis war vollkommen übertrieben und Soares schlich weinend vom Platz.

Den fälligen Freistoß zirkelte Aachens Kevin Kratz dann gut auf das Duisburger Tor, doch Yelldell bewahrte seine Elf mit einer tollen Parade vor dem Ausgleich (70.). Die Krönung der unglaublichen sieben Minuten war dann in der 71. Minute. Stefan Maierhofer setzte Baljak gekonnt in Szene und die Torglatze schlug eiskalt zu. Mit einem Heber aus 16. Metern besorgte er das 2:1 für den MSV (71.).

Danach beruhigten sich die Gemüter etwas, aber es war noch nicht vorbei. Erst schoss Alper Uludag nur knapp vorbei (81.), dann spielte der eingewechselte Daniel Reiche fälschlicherweise auf Abseits, ließ Auer am eigenen Fünfmeterraum frei stehen und der Stürmer ließ sich nicht zwei Mal bitten – 2:2 (86.).

Nur wenigen Sekunden später war es dann erneut Yelldell, der mit einer starken Rettungsaktion gegen Auer das Remis hielt (87.). Am Ende hat sich der MSV den Zähler mehr als verdient und redlich erkämpft. Die Schlacht von Aachen hatte also ein gutes Ende.

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