RWE: Gelsdorfs Scharmützel - "Eiertanz" um Goldbaek

og/cb
17. April 2005, 18:39 Uhr

Viel ist eine Kopfsache. "Wir zeigten Nerven, Nervosität machte sich breit, das darf im Abstiegskampf nicht passieren", definierte Essens Coach Jürgen Gelsdorf nach dem Match und lag damit bestimmt nicht falsch. Seine Ergänzung: "Alles nur Menschen." Und Profis!

Viel ist eine Kopfsache. "Wir zeigten Nerven, Nervosität machte sich breit, das darf im Abstiegskampf nicht passieren", definierte Essens Coach Jürgen Gelsdorf nach dem Match und lag damit bestimmt nicht falsch. Seine Ergänzung: "Alles nur Menschen." Und Profis!
Beides, genau wie Gelsdorf, der sich nach eigenen Angaben nach dem Match mit einer Bierdusche konfrontiert sah. Nichts, was einen kalt lassen muss. Es folgte ein verbales Scharmützel mit einem Anhänger, Gelsdorf im überdachten "Käfig-Gang" zum Feld, der "Fan" auf der anderen Seite, beide Seiten vergriffen sich tief in der Formulierungskiste. Gelsdorf: "Da habt ihr euch verhört, ich bin vorbei gegangen, es sollte nichts gesucht werden." Wird nicht. Gelsdorf über die Gerstensaft-Aktion: "Ich habe vielleicht gesagt: Was soll das!"
Ein Beispiel für die Stimmung an der Hafenstraße, die schnell kippen kann. So auch im ViP-Zelt, wo Applaus aufbrandete, als auf der übertragenen Pressekonferenz die Frage nach Bjarne Goldbaek kam, der nicht spielte. "Ich hatte überlegt, Bjarne zu bringen." Allerdings kam Sebastian Schoof. Gelsdorf: "Aber wir standen nur noch hinten drin. Bjarne wäre auch keine Hilfe gewesen." Die Vermutung dürfte nicht falsch sein, dass der 36-jährige Däne, ehemaliger Nationalspieler, ausgestattet mit Champions League-Erfahrung, für eine in Hektik ertrinkende Truppe nicht die falsche Option gewesen wäre. Fakt: Der Kapitän stand nicht am Steuer seines Schiffs, durfte aber im ViP-Zelt später reihenweise Sponsorenhände schütteln. Klar ist, Gelsdorfs Wechselspielchen mit Goldbaek muten wie ein ziemlicher "Eiertanz" an. Warum nach einem zu Null-Spiel in Saarbrücken ein Defensivverbund wieder auseinander gerissen wurde - Marco Kück auf die Bank, Markus Karlsson in die Kette - bleibt auch das Gelsdorf-Geheimnis. Ersichtlich war, die Darbietung des schwedischen Winter-Imports Karlsson war mangelhaft. Gelsdorf bleibt kämpferisch: "Meine Aufgabe war es, den Club hoch zu bringen." Ging glatt. "Jetzt habe ich die Aufgabe, RWE in der Klasse zu halten. Damit identifiziere ich mich voll. Dafür arbeite ich."

Autor: og/cb

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