Der 1. FC Köln steht offenbar vor einer Verpflichtung von Christoph Daum. Mehrere türkische Medien berichten, der Erfolgstrainer hätte bereits ein Vertragsangebot vorliegen. Kölns Manager Rettig und Daum dementierten.

Daum offenbar vor Rückkehr in die Domstadt

tok
01. April 2005, 17:16 Uhr

Der 1. FC Köln steht offenbar vor einer Verpflichtung von Christoph Daum. Mehrere türkische Medien berichten, der Erfolgstrainer hätte bereits ein Vertragsangebot vorliegen. Kölns Manager Rettig und Daum dementierten.

Mehreren Berichten von Türkischen Tageszeitungen zufolge könnte Christoph Daum vor einer Rückkehr in die Bundesliga stehen. Zweitligist 1. FC Köln will den Erfolgstrainer von Fenerbahce Istanbul offenbar zurück nach Deutschland holen. Demnach haben die "Geißböcke" Daum bereits ein Vertragsangebot mit einem Jahresgehalt von 2,5 Millionen Euro unterbreitet. Die Zeitungen berufen sich auf "gut unterrichtete Istanbuler Vorstandskreise". Die türkische Zeitung Sabah meldete am Freitag, Daum fordere bei der anstehenden Vertragsverlängerung mit Fenerbahce eine Aufstockung seines Jahresgehalts von derzeit zwei auf 3,5 Millionen Euro. Das habe Fenerbahce abgelehnt.

Manager Rettig und Daum dementieren

Kölns Sportdirektor Andreas Rettig wies im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) alle Spekulationen zurück: "Wir haben Herrn Daum kein Vertragsangebot gemacht. Ansonsten geben wir zu diesem Thema keine Stellungnahme ab. Wir befinden uns derzeit in einer wichtigen sportlichen Phase, und darauf konzentrieren wir uns." Auch Christoph Daum wollte den Kontakt zum Aufstiegskandidaten in die Bundesliga nicht bestätigen. "Mein erster Ansprechpartner ist Fenerbahce. Da sind wir in guten Gesprächen. Momentan beschäftige ich mich nur damit. Eine Rückkehr nach Deutschland will ich nie ausschließen, aber momentan ist das kein Thema. Es hat in letzter Zeit keine Gespräche gegeben, und ich habe kein Angebot vom FC erhalten", sagte Daum dem sid.

Hintergrund der Trainer-Diskussion in der Domstadt ist ein möglicher Abschied von Huub Stevens. Der Niederländer möchte den dreimaligen deutschen Meister offenbar wieder verlassen und seiner kranken Frau zuliebe zu seinem Ex-Klub Roda JC Kerkrade wechseln. FC-Präsident Wolfgang Overath weiß um die Brisanz des Themas. "Die Situation um den Trainer wird von uns weiter intern verfolgt. Priorität aber hat sie momentan nicht. Nur so viel: Für mich sind die Meldungen aus den Niederlanden, dass Kerkrade großes Interesse an Herrn Stevens haben soll, nichts Neues", sagte Overath der Tageszeitung Die Welt: "Wir sind in Gesprächen und werden irgendwann eine Lösung bekannt geben. Gehen Sie davon aus, dass wir intern die nötige Klarheit haben. Zur Zeit ist Fakt, dass sich sein Vertrag im Aufstiegsfall verlängert. Über alles Weitere will ich nicht reden, weil es mich nicht weiterbringt."

Daum bei den FC-Fans hoch im Kurs

Seit Monaten geistern diverse Trainer-Namen durch die Kölner Medien. Uwe Rapolder, Horst Ehrmantraut und Co Adriaanse wurden zuletzt genannt, bei den Fans ist allerdings Daum der Favorit Nummer eins. Mit Overath habe es laut Daum vor längerer Zeit ein Gespräch gegeben: "Ich habe damals mit dem Wolfgang zusammengesessen und ein gutes Gespräch geführt. Es gab aber nie konkrete Gespräche. Damals sind wir so verblieben, dass wir uns zusammensetzen, wenn Handlungsbedarf besteht. Mein erster Ansprechpartner ist aber Fenerbahce."

Dass Daum wieder zurück in die Bundesliga will, ist kein Geheimnis. Ein Engagement in Köln wäre dabei die logische Option. Seit seinem erstmaligen Gastspiel am Geißbockheim von 1986 bis 1990 wird Daum von den FC-Fans verehrt. Damals hatten sich der Coach und die Kölner mit Rekordmeister Bayern München heiße Duelle, auch verbaler Art mit Uli Hoeneß und Jupp Heynckes, geliefert. Am Ende standen für den FC zwei Vizemeisterschaften zu Buche.

Daums Vertrag bei Fenerbahce Istanbul läuft zum Saisonende aus, Klub-Präsident Aziz Yildirim möchte den 51-Jährigen aber halten: "Wir sind mit dem Trainer sehr zufrieden. Wir möchten in zwei Jahren unser 100-jähriges Bestehen mit Daum feiern. Wir werden alles dafür tun, dass er hier bleibt." Differenzen hatte es zuletzt zwischen dem früheren Meistercoach des VfB Stuttgart und den türkischen Journalisten gegeben. Sein Vertrag bei Fenerbahce Istanbul läuft zum Saisonende aus, der türkische Meister will den Coach aber halten.

Autor: tok

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