Ein ganzer Verein schaut auf seine Profiabteilung. Elf Spieltage, die darüber entscheiden, wie es in Zukunft mit RW Oberhausen weiter geht.

RWO: RS-Kommentar - Abzocker und Verbal-Künstler will keiner mehr sehen

cb
08. März 2005, 11:31 Uhr

Ein ganzer Verein schaut auf seine Profiabteilung. Elf Spieltage, die darüber entscheiden, wie es in Zukunft mit RW Oberhausen weiter geht.

Ein ganzer Verein schaut auf seine Profiabteilung. Elf Spieltage, die darüber entscheiden, wie es in Zukunft mit RW Oberhausen weiter geht. Sollte am Ende der Abstieg stehen, wird man die "Kleeblätter" wohl für lange Zeit von der Profilandkarte streichen dürfen.
Daher müssen in den Final-Wochen Maßnahmen ergriffen werden, die auch den Träumern der Mannschaft die Augen öffnen. Präsident Hermann Schulz machte in der letzten Woche den Anfang mit seinem Klartext-Interview via RS. Viel ist vorher versucht worden, vor allem gab es bis zum Erbrechen Gespräche. Erfolg: Nicht zu erkennen. Wohl aber zu sehen: Seit dem März 2004 haben sich Kicker herauskristallisiert, die im Abstiegskampf nicht helfen. Es ist ganz einfach, in dieser misslichen Lage sind Spieler mit Willen, Disziplin und Teamgeist gefragt. Die sind, wenn auch fußballerisch teilweise begrenzt, in Oberhausen vorhanden. Und die paar Akteure, die es bisher nicht verstanden haben und wohl auch nicht mehr kapieren werden, die sollen das Wochenende mit Tribünenpräsenz verbringen.
Denn faule Nüsse sind im Kader, wenn auch öffentlich dementiert, vorhanden. Und genau die verhindern den aufkommenden Teamgedanken, der im Trainingslager in der Türkei eigentlich entstehen sollte. Daher kann die Maßnahme nur lauten, diese Nüsse auszusortieren, um nicht auch die letzte Hoffnung auf den Klassenerhalt zu gefährden. Besonders die Spieler sollten sich angesprochen fühlen, die durch jegliche fehlende Professionalität Comebacks hinauszögern oder lieber schon im März durch die Republik tingeln, um den kommenden Vertrag in trockene Tücher zu bringen. RWO wird bei diesen "Profis" sicher nicht an erster Stelle stehen.
Und die Fans, die mit dem Club zittern, sind auch nicht auf den Kopf gefallen. Es wird schnell erkannt, wer ehrliche Arbeit abliefert. Die wollen sie sehen, die sollen sie sehen. Wenn es dann am Ende nicht reicht, ist es immer noch tragisch, aber die Diskussion dreht sich dann wenigstens nicht um Abzocker, die den Verein zum Abstieg getrieben haben. Noch ist es nicht soweit, die erste Reaktion in Karlsruhe musste abgesagt werden. Sie hätte dezimiert stattgefunden, da fast die gesamte Deckung ausgefallen wäre. Vielleicht auch deshalb, weil der Trainer reagiert und nur noch auf den Stamm baut, auf den, aufgefüllt mit einigen Amateuren, man sich zumindest in kämpferischer Hinsicht verlassen kann. Und RWO-Coach Eugen Hach scheint fest entschlossen, diesen Weg zu gehen. Er hat erkannt, hoffentlich noch rechtzeitig, es gibt Ballakrobaten, die sind bei ihm ab sofort fehl am Platze. Für diese Entscheidung hat er sich schon ein Lob verdient. Jetzt ist ganz Oberhausen gespannt, wie die „Kleeblätter“ am Freitag gegen den 1.FC Köln den Fight annehmen.
Denn eins ist klar: Von den Verbal-Künstlern, die bei jedem Hauch von Gegenwind umfallen und nicht erkennen, welche Berufsauffassung sie tatsächlich haben, hat man in Oberhausen genug. Die will und muss wohl auch keiner mehr ertragen.

Autor: cb

Kommentieren