Bei der Partie in Dresden fehlte am Mittwoch ein Essener, der in den ersten neun Spielen acht Mal auf dem Rasen stand. Doch der Grund für die Abwesenheit von Sandro Schwarz war keine Verletzung. Der Mann mit der Rücken-Nummer vier wurde von Trainer Jürgen Gelsdorf nach den zuletzt gezeigten Leistungen aus dem Kader gestrichen.

RWE: „Bin kein Vollblinder“

gri
29. Oktober 2004, 10:13 Uhr

Bei der Partie in Dresden fehlte am Mittwoch ein Essener, der in den ersten neun Spielen acht Mal auf dem Rasen stand. Doch der Grund für die Abwesenheit von Sandro Schwarz war keine Verletzung. Der Mann mit der Rücken-Nummer vier wurde von Trainer Jürgen Gelsdorf nach den zuletzt gezeigten Leistungen aus dem Kader gestrichen.

Bei der Partie in Dresden fehlte am Mittwoch ein Essener, der in den ersten neun Spielen acht Mal auf dem Rasen stand. Doch der Grund für die Abwesenheit von Sandro Schwarz war keine Verletzung. Der Mann mit der Rücken-Nummer vier wurde von Trainer Jürgen Gelsdorf nach den zuletzt gezeigten Leistungen aus dem Kader gestrichen.

Wer aufgrund der Nicht-Berücksichtigung nun allerdings schon den Stempel mit dem Etikett „Fehleinkauf“ aus der Schublade holt, liegt verkehrt. Denn in Normalform ist der ehemalige Mainzer eine Bank in der rot-weißen Defensive. Dass er das noch nicht unter Beweis stellen konnte, gibt der 26-Jährige unumwunden zu: „Ich kann mit Sicherheit mehr, als ich bis jetzt gezeigt habe.“

Doch Schwarz, der das Gastspiel bei den Dynamos zu Hause vom Fernseher aus verfolgte, ist kein Typ, der sich von Rückschlägen unterkriegen lässt: „Ich schaue jetzt nach vorne, will etwas erreichen mit RWE.“ Keine Frage: Der Mann gibt nicht so schnell auf. Zu Recht, immerhin kann er auf 100 Zweitliga-Einsätze beim FSV Mainz 05 zurückblicken. „Wenn ich so ein Vollblinder wäre, hätte ich letztes Jahr nicht 21 Spiele für einen Aufsteiger gemacht.“

Den Umzug ins Ruhrgebiet will der gebürtige Mainzer nicht als Ausrede gelten lassen: „Die Menschen hier haben sicher eine andere Mentalität. Dennoch fühle ich mich wohl.“ Was ihm aber gar nicht schmeckt: „Momentan werde ich angeschaut, als ob ich ein Verbrecher wäre, wenn ich durch die Stadt laufe.“ Dass sich dieser Zustand schnell ändert, liegt in seinen eigenen Händen. Und wenn es nach Schwarz geht, sieht die Situation schon bald ganz anders aus für ihn und seinen neuen Club: „Ich will den Leuten beweisen, dass ich kein Fehleinkauf bin und dass ich noch ein wichtiger Spieler für RWE werden kann.“

Zu wünschen ist es sowohl dem sympathischen Neuzugang, als auch Essen. Denn ein Sandro Schwarz in Normalform wird in der Stadt seines Vereins höchstens bewundernd angestarrt.

Autor: gri

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