Reiz-Klima! Gestern beim Vormittags-Training des MSV: Mo Idrissou foult im Kleinfeld-Spiel Tobias Willi, dreht ab und rennt weiter.

MSV: Idrissou giftete Koch an: „Halt's Maul, du Idiot!“

tt
11. Januar 2007, 14:05 Uhr

Reiz-Klima! Gestern beim Vormittags-Training des MSV: Mo Idrissou foult im Kleinfeld-Spiel Tobias Willi, dreht ab und rennt weiter.

Reiz-Klima! Gestern beim Vormittags-Training des MSV: Mo Idrissou foult im Kleinfeld-Spiel Tobias Willi, dreht ab und rennt weiter. Torwart Georg Koch, in dieser Partie Team-Kollege von Willi, fordert eine Entschuldigung ein. Darauf Idrissou: „Halt's Maul, du Idiot.“ Koch reagiert, zieht die Handschuhe aus, geht zu Trainer Rudi Bommer an die Seitenlinie und sagt: „So hat das keinen Zweck. Ich bin weder ein Idiot noch halte ich das Maul.“ Während Koch sich einer anderen Gruppe anschließt und dort weitermacht, springt Sven Beuckert beim Duell „Fünf gegen Fünf“ ein.

„Das war nichts Weltbewegendes“, erklärt Bommer im Anschluss an die Übungs-Einheit, „wir haben es im Vorfeld besprochen. Nachdem, was in den letzten Tagen vorgefallen ist, reagiert man natürlich empfindlicher. Dann hat Schorsch auch das Recht, mir etwas zu sagen, was ihm missfällt und auch vom Platz zu gehen. Das hat er hervorragend gelöst.“ Verständlich, dass nach dem Abgeben der Spielführer-Binde, die Boss Walter Hellmich zu Wochenbeginn entschieden hatte, die Nerven angespannt sind. Hinzu kommt das Aufeinanderhocken im Trainings-Quartier. Bommer: „Als Spieler habe ich das auch regelrecht gehasst, ich bin nach wie vor kein Freund davon. Vielleicht spitzt sich das Ganze bis Freitag auch noch mehr zu. Wichtig ist, dass Mo und Schorsch auf dem Platz funktionieren, wenn sie zusammen auflaufen.“ Zu dem Disput meint Bommer: „Das ist eben ein anderes Spiel, wenn du mit Fünf gegen Fünf trainierst, da kann das Blut schon Mal kochen beim Zweikampf.“

Stürmer Markus Daun zur Auseinandersetzung: „Schorsch hat den richtigen Weg gewählt. Er ist ruhig geblieben, hat seine Meinung gesagt. Ich habe nur mitbekommen, wie er aus seinem Tor gegangen ist. In solchen Fällen muss man lieber einem Streit aus dem Weg gehen, anstatt es nachher vielleicht zur Schlägerei kommt. Freunde werden die beiden bestimmt nicht mehr, aber das ist auch nicht entscheidend: Schorsch muss gut halten, Mo Kilometer und Tore machen. Und wenn wir am Ende aufsteigen, dann werden sie sich trotzdem abklatschen.“

Youssef Mokhtari wollte das Aneinanderrasseln der Mitspieler ebenfalls nicht zu hoch bewerten: „Das ist Fußball, so etwas kommt vor. Wortgefechte gibt es auch bei mir. Es geht um Plätze und Existenz, letztlich aber in erster Linie um das Team, nicht um Koch oder Idrissou.“ Der Spiel-Gestalter zuversichtlich: „Beide geben Gas, wollen das Beste für die Mannschaft. Das wird sich schon einpendeln.“ Wichtig für Koch: Die Truppe steht hinter ihm. „Er sinkt doch jetzt nicht in unserem Ansehen. In der Mannschaft hat sich an seinem Standing nichts geändert“, erklärt Alex Bugera, der eigentlich als Nachfolge-Kapitän vorgesehen war, aber aufgrund seiner noch unklaren Zukunft abgelehnt hat.

„Bugi“ weiter: „Es ist bestimmt nicht so, dass es heißt: Keine Binde, nichts zu sagen. Ich schätze Schorsch weiter so ein, dass er vorangeht.“ Daun: „Wir stehen weiter zu ihm als Torwart und Sprachrohr der Truppe. Er hat sich bisher immer super für uns eingesetzt, es gibt kein Problem zwischen ihm und dem Team. Schorsch ist ein Garant dafür, dass wir es am Ende packen.“

Autor: tt

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