Fußball zum Abgewöhnen und unnötige Punktverluste bringen die Fans von Borussia Dortmund auf die Palme und Bert van Marwijk zunehmend in Erklärungsnot.

Wörns kritisiert `Unruhe von Vereinsseite´ / VfL: `Punkte verloren´

21. Oktober 2006, 12:48 Uhr

Fußball zum Abgewöhnen und unnötige Punktverluste bringen die Fans von Borussia Dortmund auf die Palme und Bert van Marwijk zunehmend in Erklärungsnot.

Fußball zum Abgewöhnen und unnötige Punktverluste bringen die Fans von Borussia Dortmund auf die Palme und Bert van Marwijk zunehmend in Erklärungsnot. `Es ist unglaublich, was passiert ist. Ich bin ratlos. Fest steht: Wir haben versagt´, gestand der BVB-Coach nach dem Schlusspfiff, der angesichts der wütenden Proteste von den Rängen kaum mehr wahrzunehmen war. Das dritte unnötige Remis im vierten Heimspiel und dazu ein phasenweise desolater Auftritt beim 1:1 (1:1), ausgerechnet im Prestige-Derby gegen den Nachbarn und nach der 0: 6-Blamage gegen Bremen schwer angeschlagenen Tabellenletzten VfL Bochum, brachten das Fass zum Überlaufen. Über die zum vierten Mal in dieser Saison - zumindest für einen Tag - verpasste Tabellenführung sprach kaum noch jemand. Spieler und Verantwortliche suchten nach Gründen und Entschuldigungen für die spielerische Armut einer Mannschaft, die mit UEFA-Cup-Ambitionen in die Saison gestartet war.
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Van Marwijk vermutet ein psychisches Problem und lässt die schwelenden Spekulationen über die mangelnde Fitness (nur zwei Trainingseinheiten in der Woche vor dem Spiel gegen Bochum) nicht gelten. `Immer wenn wir Tabellenführer werden können, dann passiert bei den Spielern irgendwas´, vermutete der 53-Jährige. Kapitän Christian Wörns, der mit einigen Andeutungen nach dem schwachen vorangegangenen Heimspiel gegen Hannover 96 (2:2), am kommenden Dienstag (19.30 Uhr) erneut Gegner in der zweiten Runde des DFB-Pokals, die Fitness-Diskussionen angeheizt hatte, sorgte für weiteren Gesprächsstoff. `Wenn auch noch von Vereinsseite Unruhe reingebracht wird, erschwert das natürlich die Arbeit der Mannschaft. Gegen Cottbus ging´s noch gut´, sagte der Ex-Nationalspieler und meinte damit offensichtlich die Interviews von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der die Profis in den vergangenen Wochen kritisiert und die Pflicht genommen hatte.

`Wir sind viel zu locker in das Spiel gegangen und haben wieder einmal eine Chance verpasst, in die Spitzengruppe vorzudringen´, resümierte Sportdirektor Michael Zorc. Aus der Lockerheit wurde schnell eine Verkrampftheit. Die Fans trauten ihren Augen nicht, denn nicht der durch ein 3:2 in Cottbus gestärkte BVB, sondern der VfL übernahm das Regiment und kam zur hochverdienten 1:0-Führung durch Teofanis Gekas (30.). Ebi Smolarek sicherte dem BVB mit seinem dritten Saisontreffer (35.) zumindest einen Punkt. Dazu Zorc: `Es war ein glückliches Unentschieden.´ Das Chaos in der Abwehr, das ideenlose Mittelfeld und der harmlose Angriff, gepaart mit Standfußball, dürfte in Dortmund auch intern genügend Gesprächsstoff liefern. `Klar, dass nach solchen Spielen der Baum brennt. Wir müssen schnellstens analysieren und es gegen Hannover besser machen. Wir sind charakterstark und werden nicht aufgeben, unsere Ziele zu verfolgen´, sagte Florian Kringe und Dede versprach:

`Ich kann die Fans verstehen. Am Dienstag sollen sie wieder feiern können.´ Bescheidener sind die Ziele der Bochumer nach dem gefeierten fünften Punktgewinn der Saison. Voller Stolz lobte Trainer Marcel Koller die Wiederauferstehung seiner Mannschaft nach der Pleite gegen Bremen. `Da sind wir vor Respekt und fast schon Angst erstarrt´, erklärte der Schweizer. In Dortmund habe seine Truppe alle Vorgaben umgesetzt `und auf Grund der vielen klaren Torchancen drei Punkte verdient gehabt´. Zu allem Überfluss sei, wie auch schon beim 1:2 in Aachen, wieder einmal ein reguläres Tor durch Fabio Junior nicht gegeben worden. Koller: `Aber wir haben bewiesen, dass wir mithalten können. Das hat Spass gemacht.´

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