Bei David Degens Traumeinstand hat sich Borussia Mönchengladbach dank Heimstärke und eines neuen Jugendstils in der Bundesliga-Spitzengruppe etabliert.

Borussia Mönchengladbach mit Jugendstil zum Erfolg

15. Oktober 2006, 10:08 Uhr

Bei David Degens Traumeinstand hat sich Borussia Mönchengladbach dank Heimstärke und eines neuen Jugendstils in der Bundesliga-Spitzengruppe etabliert.

Bei David Degens Traumeinstand hat sich Borussia Mönchengladbach dank Heimstärke und eines neuen Jugendstils in der Bundesliga-Spitzengruppe etabliert. Durch den vierten Sieg im vierten Heimspiel mit 3:1 (2:1) gegen den VfL Wolfsburg mit einem Treffer von Debütant Degen liegen die Rheinländer nur einen Punkt hinter den führenden Mannschaften. `Das ist ein Moment, den wir genießen. Ich habe mit meinem ersten Ballkontakt für die Borussia mein erstes Tor erzielt. Das ist natürlich optimal´, erklärte der lange verletzte und nur drei Minuten vor seinem Tor (83.) eingewechselte Degen. Optimal passte der vor Saisonbeginn verpflichtete Schweizer Nationalspieler mit seinen 23 Jahren ins Bild der neuen Fohlen-Elf. Aufgrund zahlreicher Verletzungen musste Trainer Jupp Heynckes auf die Jugend setzen - mit Erfolg. Tobias Levels (19), Marvin Compper (21), Michael Delura (21), Oliver Kirch (24), der überragende Kahe (24) sowie die wie Degen eingewechselten Nando Rafael (22) und Robert Fleßers (19) machten ihre Sache gegen die `Wölfe´ gut und lassen Verantwortliche wie Fans auf eine erfolgreiche Zukunft hoffen.

`Das Auftreten der jungen Leute ist natürlich sehr erfreulich. Da macht es Spaß zuzusehen´, meinte Sportdirektor Peter Pander, der gleichzeitig vor zu großer Euphorie warnte. `Die Ausgeglichenheit ist natürlich wichtig. Man kann nicht nur mit jungen Spielern antreten.´ Den Beweis für seine Aussage hatte noch die ersten 25 Minuten gegen die Niedersachsen geliefert, als die Borussia nur schwer ins Spiel fand und durch Alexander Madlung (17.) den ersten Gegentreffer der Saison im heimischen Nordpark hinnehmen musste und danach nur mit Glück nicht höher in Rückstand gerieten. `Da hatten wir große Abstimmungsprobleme´, räumte Heynckes ein. `Wir müssen noch viel lernen und stabiler werden. Wir müssen einfach ein Spiel auch mal über 90 Minuten kontrollieren. So weit sind wir noch nicht´, stellte der Weltmeister von 1974 weiter fest. Kurze Zeit später jedoch konnte sich der Coach über die entscheidende Wende durch einen Doppelschlag von Peer Kluge (34.) und Nationalspieler Oliver Neuville (35.) freuen.

Diese Moral und dieses Selbstvertrauen, die Borussias Auftritt ab Mitte der ersten Halbzeit prägten, sollen nun auch auswärts einmal an den Tag gelegt werden. `Wenn wir jetzt auswärts nicht nachlegen, war der Sieg nichts wert´, erklärte Degen und erhielt in seiner Einschätzung von Pander nach drei Niederlagen auf fremden Plätzen Rückendeckung: `Wir werden nächste Woche bei Hertha BSC Berlin gewinnen. Darauf müssen wir die gesamte Woche hinarbeiten. Was bisher in fremden Stadien war, ist vollkommen egal.´ Auf einen Auswärtssieg wartet auch noch Wolfsburg, das es nach einem starken Beginn verpasste, die verunsichert wirkenden Gladbacher weiter unter Druck zu setzen und das zweite Tor nachzulegen. `Da haben wir uns zu weit zurückgezogen und waren nicht mehr aggressiv genug. Daher tut diese Niederlage besonders weh´, klagte VfL-Trainer Klaus Augenthaler, dessen Truppe in der zweiten Halbzeit kaum ein Mittel gegen den von Ze Antonio gut organisierten Gladbacher Abwehrriegel fand.

VfL-Außenverteidiger Michael Stegmayer hätte sich nach dem vorangegangenen Sieg gegen Meister Bayern München mehr Selbstvertrauen gewünscht. `Wir hätten nachlegen müssen, um unten rauszukommen. Die Chance war da, aber nach dem unglücklichen Gegentor zum 1:1 war ein Bruch im Spiel. In drei bis vier Wochen wissen wir, wo wir stehen.´ Vorerst aber stehen die `Wölfe´ wie in der vergangenen Spielzeit im Tabellenkeller

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