Serena Williams herzte die Daphne-Akhurst-Trophy wie ein Baby. Zärtlich hielt sie den silbernen Pokal in den Armen und strahlte über das ganze Gesicht. Nach zwei Jahren hatte sie wieder einen Siegespreis in der Hand und krönte damit ihr famoses Comeback.

Australian Open: Serena Williams krönt Comeback mit Titelgewinn

Hilflose Scharapowa

(sid)
03. Februar 2007, 21:28 Uhr

Serena Williams herzte die Daphne-Akhurst-Trophy wie ein Baby. Zärtlich hielt sie den silbernen Pokal in den Armen und strahlte über das ganze Gesicht. Nach zwei Jahren hatte sie wieder einen Siegespreis in der Hand und krönte damit ihr famoses Comeback.

Mit dem glatten 6:1, 6:2-Erfolg über Russlands topgesetzte US-Open-Siegerin Maria Scharapowa in nur 65 Minuten feierte die 25-Jährige ihren dritten Triumph bei den Australian Open in Melbourne nach 2003 und 2005 und ihren achten Titelgewinn bei einem Grand-Slam-Turnier insgesamt. `Ich danke meinem Gott, dass er mir dies ermöglicht hat´, sagte sie, `ich bin überglücklich.´ Anschließend verteidigten die US-amerikanischen Zwillige Bob und Mike Bryan erfolgreich ihren Doppeltitel.

Die 28-Jährigen bezwangen im Endspiel die schwedisch-weißrussische Kombination Jonas Björkman/Max Mirnyi 7:5, 7:5 und feierten damit insgesamt ihren fünften Grand-Slam-Titel. Es war bereits der 34. gemeinsame Titel in der Karriere der Brüder, die das Vorjahr zum zweiten Mal in Folge an der Spitze der Doppel-Weltrangliste abschlossen. Das Damen-Finale wurde zu einer Demonstration alter Stärke der ehemaligen Weltranglisten-Ersten Serena Williams, die 2003 mit ihrem Sieg in Melbourne den `Serena-Slam´ abgeschlossen hatte, als sie alle vier Major-Turniere hintereinander gewann. Unschlagbar war sie damals, unschlagbar war sie nun erneut. Das Match erinnerte teilweise an die perfekten Vorstellungen von Fernando Gonzalez und Roger Federer in ihren Halbfinalmatches.

`Sie haben mich inspiriert, ich habe gedacht, was die können, kann ich auch´, sagte Williams, `es ist dann alles zusammen gekommen.´ Und Scharapowa fühlte sich wie Tommy Haas und Andy Roddick, hilflos: `Sie war zu gut´, sagte die neue Weltranglisten-Erste nach dem einseitigsten Damenendspiel, seitdem Steffi Graf 1994 Arantxa Sanchez-Vicario mit 6:0, 6:2 deklassiert hatte. `Sie war aggressiv, wollte die schnellen Punkte und bekam sie´, meinte die 19-Jährige Russin, `sie hat gezeigt, wozu sie in der Lage ist.´ Williams ließ unter dem wegen Regengefahr geschlossenen Dach von Anfang an keinen Zweifel daran, dass der Platz ihr gehörte. Sie demonstrierte eindrucksvoll, dass sie mit ihrem Powertennis und ihren athletischen Fähigkeiten immer noch die Beste ist - wenn der Körper mitspielt. Scharapowa ist zwar ab Montag wieder die Nummer eins im Computer, die `gefühlte Eins´ aber ist Williams.

Die Konkurrenz kann sich möglicherweise auf eine ähnliche Dominanz gefasst machen, wie vor vier Jahren. Denn Serena hat noch nicht genug: `Ich bin unersättlich.´ Sie widmete den Titelgewinn mit Tränen in den Augen ihrer 2003 ermordeten Schwester Yetunde, dankte Mutter und Coach Oracene, Freunden, und `allen, die an mich geglaubt haben´. Vor allem aber haben in den letzten Monaten augenscheinlich ihre Ärzte einen brillanten Job gemacht. Wegen andauernder Knie- und Knöchelprobleme hat sie nur 15 Turniere in den letzten zwei Jahren bestritten, 2006 nur vier. Von Rücktritt wurde gemunkelt, der neuen Karriere als Schauspielerin und Modedesignerin.

Zuletzt hat sie die Filmrechte am Leben von Althea Gibson gekauft, der ersten afro-amerikanischen Wimbledonsiegerin 1957. Seit den US-Open im September bis zum Turnier in Hobart Anfang des Jahres war sie nicht mehr auf Turnieren aktiv. Als 81. in der Weltrangliste kam sie nach Australien. 14. ist sie nun wieder am Montag im Computer-Ranking der WTA. `Ich habe Ziele gesteckt, die ich vor Wimbledon im Juni erreichen wollte, ich habe sie jetzt schon alle erreicht´, erklärte Serena Williams: `Es ist unglaublich, das ist der schnellste Job, den ich je gemacht habe.´

Autor: (sid)

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