RS sprach mit Thorsten Heckendorf über die aktuelle Situation an der Lohrheide. Der Unternehmer sitzt seit April 2009 dem Aufsichtsrat der 09er vor.

SGW: Optimismus

"Wir sind so gut wie saniert"

Christian Pozo y Tamayo
21. Januar 2010, 16:09 Uhr

RS sprach mit Thorsten Heckendorf über die aktuelle Situation an der Lohrheide. Der Unternehmer sitzt seit April 2009 dem Aufsichtsrat der 09er vor.

Herr Heckendorf, wie bewerten Sie die Entwicklungen in den vergangenen neun Monaten?

Es war nicht unbedingt so, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber die Entwicklung in den letzten drei Monaten stimmt mich doch sehr positiv. Gerade was das Interesse von Sponsoren angeht, da sind wir auf einem sehr guten Weg.

In diesen neun Monaten haben wir drei Trainerwechsel erlebt.

Wenn man in den hochbezahlten Fußball schaut, ist es dort auch nicht sonderlich anders. Der Fußball ist sehr kurzlebig, und das ist nun mal der Gang der Zeit.

Zuletzt trat Stefan Blank zurück, nun ist der Vorsitzende Christoph Jacob selbst Teamchef. Erstmals soll eine solche Entscheidung nicht gemeinsam, das heißt durch Aufsichtsrat und Vorstand, getroffen worden sein.

Wir halten uns aus sportlichen Entscheidungen heraus und mischen uns auch zukünftig nicht ein. Der Entschluss ist über die Feiertage hinweg getroffen worden. Ich war im Urlaub, bin einen Tag später informiert worden.

Das war bei mindestens drei weiteren Mitgliedern des Aufsichtsrats der Fall.

Christoph hatte die Vollmacht, den Trainer zu bestimmen. Der komplette Aufsichtsrat steht dahinter.

Problematisch wird es, wenn es sportlich nicht läuft. Dann haben Sie auch keinerlei Handhabe mehr. Und ein Christoph Jacob kann sich schließlich nicht selbst beurlauben.

Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass es soweit überhaupt nicht kommen wird. Er hat in den letzten Monaten ganz hervorragende Arbeit geleistet, er wird den Karren aus dem Dreck ziehen. Die bisherigen Vorbereitungsspiele stimmen mich sehr optimistisch.

Aber der Rückstand auf die Nichtabstiegsränge ist groß, bei den Frauen sieht es ähnlich aus. Dort ist der gesamte Vorstand der Abteilung zurückgetreten. Das Ziel, die Kosten zu senken und dennoch wettbewerbsfähig zu bleiben, gerät stark in Gefahr.

Unser vorrangiges Ziel ist es, die NRW-Liga zu erhalten. In der kommenden Saison können wir dann bei Null starten, ohne Verbindlichkeiten oder sonstige Belastungen.

Das klingt nicht so, als würden Sie weiter mit einer Frauenabteilung unter dem Dach der SG Wattenscheid 09 planen.

Wir stellen auf jeden Fall den Lizenzantrag und wollen mit einer Frauenabteilung an den Start gehen. Nur müssen wir schauen, wie sich die sportliche Situation der Mannschaft entwickelt.

Sie haben die Lizenz unter großen Auflagen erhalten. Insgesamt haben Sie einen Rucksack von rund 400.000 bis 500.000 Euro Verbindlichkeiten mit in die Saison genommen. In welcher Situation befindet man sich aktuell?

Der Verein wird seriös saniert. Wir haben einen großen Teil der Summen in langfristige Darlehen umwandeln können und dazu noch zahlreiche Sponsoren gewinnen können, so dass wir zum Anfang der kommenden Spielzeit schuldenfrei starten. Wir sind so gut wie saniert.

Und Sie präsentieren heute einen neuen Trikotsponsor. Jedoch keinen im klassischen Sinne.

Wir haben 200 Geschäftsleute zum Essen eingeladen. Der Sternekoch Frank Rosin wird kochen. Unter allen Gästen verlosen wir gegen eine kleine Spende den Platz auf dem Trikot. Außerdem wird Frank den Aufsichtsrat ergänzen und ein weiteres Vorstandsmitglied vorgestellt.

Autor: Christian Pozo y Tamayo

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