18.06.2018

Lothar Matthäus empfiehlt Jogi Löw

Nur noch mit Marco Reus

Foto: firo

Der deutsche Rekord-Nationalspieler fordert eine Einsatzgarantie für den Dortmunder. Über Mesut Özil sagt er: Von ihm kommt zu wenig zurück.

Die 0:1-Niederlage gegen Mexiko zum WM-Auftakt für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat für reichlich Ernüchterung gesorgt. Der Weltmeister muss nun sogar in Russland fürchten, nach den verbleibenden Partien gegen Schweden und Südkorea erstmals bei einer WM-Endrunde in der Gruppenphase auszuscheiden. Damit das verhindert werden kann, fordert der deutsche Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus Bundestrainer Joachim Löw zu einer personellen Änderung auf: „Marco Reus, der zunächst auf der Bank saß, hätte bei mir eine Stammplatzgarantie und müsste immer spielen“, so Matthäus in seiner WM-Kolumne für die Bild-Zeitung.

Reus hatte mit seiner Einwechslung gegen Mexiko für mehr Schwung im ansonsten überwiegend lahmen Spiel des Titelverteidigers gesorgt. Weil Matthäus auch von Thomas Müller auf der rechten deutschen Angriffsseite nicht angetan war, schwebt ihm folgende taktischen Änderung für das zweite Spiel gegen Schweden am kommenden Samstag vor: „Ich würde Müller als zweite hängende Spitze aufstellen, Raus über außen kommen lassen.“

Das 0:1 gegen Mexiko war noch gnädig. Ich habe die deutsche Mannschaft bei einem großen Turnier lange nicht mehr so schwach gesehen
Lothar Matthäus

Damit ließe sich auch ein großes Defizit beheben. Matthäus: „Was mich erschreckt hat: Es gibt keine deutschen Spieler, die in Eins-gegen-eins-Dribblings gehen. Oft habe Ich während des Spiels an den gestrichenen Manchester-City-Star Leroy Sané gedacht.“ Besonders enttäuscht war der Weltmeister von 1990 von Mesut Özil: Beim Star des FC Arsenal „ vermisse ich die Geschwindigkeit und Körpersprache. Er hat so viele Freiheiten von Jogi Löw, aber von ihm kommt nichts zurück.“

Die Leistung bei der ersten Auftaktniederlage in einem WM-Spiel seit 1982 sei erschreckend gewesen. Matthäus: „Das 0:1 gegen Mexiko war noch gnädig. Ich habe die deutsche Mannschaft bei einem großen Turnier lange nicht mehr so schwach gesehen. Mir hat in dieser Partie fast alles gefehlt: Es gab viele Konzentrationsfehler, unnötige Fehlpässe, und auch die Einstellung war nicht da.“ Nun befindet sich die Mannschaft von Bundestrainer Löw unter Druck: „Deutschland muss beide verbleibenden Gruppenspiele gewinnen, um sicher die Vorrunde zu überstehen. Zudem hat man nun das Problem, dass man wahrscheinlich bei einem Weiterkommen auf Brasilien im Achtelfinale treffen würde.“

Autor: Andreas Berten

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