18.02.2018

Stefan Tendyck

Von der Schalke-Kurve an den Spielfeldrand

Foto: Firo

Diesen Tag wird Stefan Tendyck nicht vergessen: Er feuerte zunächst S04 in der Kurve an und übernahm dann den Posten des vierten Offiziellen.

Diesen Abend wird Stefan Tendyck nicht vergessen. Eigentlich war der Oberliga-Schiedsrichter beim Bundesliga-Spiel zwischen Schalke 04 und der TSG Hoffenheim als Fan in der Veltins-Arena. Tendyck stand in der Nordkurve, um seine Königsblauen anzufeuern.

Auf einmal klingelte sein Handy. Am anderen Ende: Marcel Neuer, Bruder von National-Torwart Manuel Neuer, und Schiedsrichter-Betreuer des FC Schalke. Nachdem Schiedsrichter-Assistent Robert Schröder mit einem Bänderriss zu Beginn der zweiten Halbzeit aufgeben musste, rückte der vierte Offizielle Guido Kleve als Ersatzmann an die Seitenlinie. Und Tendyck übernahm völlig überraschend den Posten des vierten Offiziellen – aus der Kurve in die Bundesliga. Ein einmaliges Erlebnis.

Schalke rettet Sieg über die Zeit: Embolo und Kehrer treffen Tendyck spielte früher beim Erler SV in der Jugend, hörte dann aber auf und meldete sich mit Marcel Neuer für den Schiedsrichteranwärter-Lehrgang an. Der 33-Jährige arbeitete sich Stück für Stück nach oben, pfeift Oberliga- und Junioren-Bundesliga-Spiele. Und jetzt hatte er seinen ersten Einsatz vor 60000 Fans auf Schalke. Für Robert Schröder, den verletzten Schiedsrichter-Assistenten, war der Abend dagegen schmerzhaft. Zusammen mit Marcel Neuer kam er um kurz nach 21 Uhr aus dem Krankenhaus zurück ins Stadion. Diagnose: Bänderriss im linken Fuß. Schröder humpelte schmerzverzerrt in die Kabine.

Schalke-Profi Alessandro Schöpf: „So etwas, wie jetzt gegen Hoffenheim passiert ist, habe ich noch nie erlebt. Erst wollte der Assistent ein Foul anzeigen, dann ist er plötzlich abgetaucht. Das Ganze sah natürlich nicht so gut aus. Und für uns Spieler war das auch ungewöhnlich, der Spielfluss wurde unterbrochen.“ Zumindest für Schalke ging die Sache gut aus: Durch den 2:1-Sieg steigen die Chancen beim Kampf um die Champions League-Plätze. Und Fan Stefan Tendyck war hautnah dabei.

Autor: Thomas Tartemann

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