08.12.2017

Regionalliga-Kommentar

Aufstieg per Los ist eine Schande

Foto: firo

Der Übergang von der Regionalliga in die Dritte Liga ist so kompliziert, dass der DFB-Bundestag eine Zwischenlösung präsentieren wird. Ein Kommentar.

Fußball ist nicht immer fair. Zwei mickrige Punkte in der Gruppenphase der Champions League haben den Profis von Borussia Dortmund gereicht, um in der Europa League zu überwintern.

Die Fußballer von Waldhof Mannheim sammelten in den letzten beiden Regionalliga-Spielzeiten jeweils über 70 Punkte. 2016 wurden sie Meister, 2017 Vizemeister und scheiterten im Elfmeterschießen am SV Meppen. Der Verein steckt wie viele andere ambitionierte Klubs nach wie vor in der vierten Liga fest. Die Regionalliga ist die einzige Spielklasse des deutschen Fußballs, in der Meister nicht direkt aufsteigen dürfen.

Diese Regelung ist absurd. Das hat inzwischen auch der DFB eingesehen. Nach jahrelanger Kritik an der Aufstiegsregelung soll heute beim DFB-Bundestag ein neues Modell verabschiedet werden. Es handelt sich dabei zunächst aber nur um eine Zwischenlösung, mit der die Vereine, aber vor allem der Sport, nicht zufrieden sein können.

Weiterhin angreifbare Lösung

Denn das eigentliche Problem, dass Meister nicht direkt aufsteigen, wurde noch immer nicht gelöst – zumindest nicht für die kommenden drei Jahre. Dass dabei einer der Aufsteiger sogar per Los bestimmt werden soll, ist eine Farce. Es ist eine Schande für den deutschen Fußball.

Nach monatelangen Gesprächen ist dem Verband nicht mehr als eine Gaga-Regelung eingefallen, die nun auch noch feierlich als deutliche Verbesserung für die Regionalligisten verkauft wird. Erneut machen sich die Verantwortlichen um Reinhard Grindel damit aber zum Gespött. Denn wie schon häufig in dieser Saison hat der DFB nur eine angreifbare Lösung präsentiert. Der Videobeweis lässt grüßen.

Autor: Martin Herms

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