09.01.2015

Cebio Soukou

"Habe nie versucht, jemanden zu täuschen"

Rot-Weiss Essen hat ein Interview mit Cebio Soukou veröffentlicht, in dem dieser beteuert, die verbotene Substanz nicht wissentlich zu sich genommen zu haben.

Cebio Soukou, wie für alle RWE-Fans hatte das Jahresende eine böse Überraschung parat. Wie haben Sie die Nachricht der positiven Dopingprobe aufgenommen?
Erst einmal war ich natürlich geschockt und bin es immer noch. Ich hatte mich auf die Weihnachtspause gefreut, wir hatten als Mannschaft und Verein eine super Hinserie gespielt und die Pause kam gerade recht. Und dann das. Da denkt man im ersten Moment, jemand will einem einen Streich spielen. Das Weihnachtsfest und der Jahresübergang gehörten dann definitiv zu den schlimmsten Tagen, die ich bislang im Leben erlebt hatte. Schlimmer als meine bösen Verletzungen, man fühlt sich, als sei einem der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Es ist, um das mal ganz deutlich zu sagen, einfach eine richtige Scheißsituation. Es tut weh, persönlich denkt man natürlich auch an die eigene Karriere, aber man denkt auch an die Mitspieler und Kollegen, die ohne Schuld nun auch darunter leiden.

[person_box=5104][/person_box]Wie erklären Sie sich denn die positive Dopingprobe?
Am Anfang habe ich überhaupt keine Erklärung gehabt, inzwischen denke ich aber, dass ich das erklären kann. Ich bin Berufssportler, damit verdiene ich mein Geld. Meine körperliche Verfassung ist also das Wichtigste. Deshalb versuche ich nach oder vor extremen Belastungen auf diese zu reagieren. Wie viele oder gar die meisten Sportler achte ich auf meine Ernährung und nehme zu diesem Zweck eben auch manchmal Nahrungsergänzungsmittel, deren angegebene Inhaltsstoffe ich aber vorab mit verbotenen Substanzen abgeglichen habe. Schon bei meinem ersten Verein, beim VfL Bochum, und auch hier bei RWE ist uns immer deutlich gemacht worden, dass wir verantwortlich sind für unseren Körper und wurden vor Dopingverstößen gewarnt. Daher habe ich eben auch bei jedem Kauf gefragt, ob das Mittel verboten ist und habe mir immer auch die Mühe gemacht, selbst im Internet zu recherchieren. Mittlerweile vermute ich, dass diese Mühe wohl nicht ausreichend war und ich ein Nahrungsergänzungsmittel genommen habe, wo der Stoff drin war, aber es eben keine Hinweise darauf gab.

Wie sicher sind Sie sich da?
Sicher ist man leider nie, aber eine andere Erklärung habe ich heute nicht. Ich habe nach der positiven A-Probe die Nahrungsergänzungsmittel dann direkt unserem Vereinsarzt vorgelegt, der die Inhaltsstoffe auf den Beipackzetteln geprüft hat und auch keinen Hinweis auf die Substanz Methylhexanamin gefunden hat. Unser Vereinsarzt hat aber auch gesagt, dass dies keine endgültige Aussage sein kann, dass es eben immer wieder zu den Problemen führt, dass Inhaltsstoffe nicht angegeben sind. Jetzt weiß ich umso besser, dass ich das vorher mit ihm hätte besprechen müssen.

Also kein Verstoß Ihrerseits?
Ich kenne natürlich auch die geltenden Anti-Dopingrichtlinien. Sowohl beim VfL Bochum als auch bei Rot-Weiss Essen wurden wir Spieler vor jeder Saison auf die bestehenden Regularien hingewiesen, wurde uns auch immer gesagt, dass wir vor jeder Medikation Rücksprache mit dem Arzt zu halten haben. Ich bin als Sportler selbst dafür verantwortlich, welche Substanzen in meinen Körper gelangen. So sind die Regeln und die haben natürlich auch ihren Sinn. Ich möchte mich hier nicht als Opfer hinstellen, aber schon deutlich machen, dass ich die Substanz unwissentlich zu mir genommen habe. Mir ist wichtig, dass Verein, meine Mannschaft, die Fans und Freunde mir das glauben, denn ich habe nie versucht, jemanden absichtlich zu täuschen.

[video]rstv,11087[/video]
Sie spielen ja mittlerweile schon seit ein paar Jahren im Seniorenbereich. Sind Sie denn vorher nie auf Doping getestet worden?
Ich bin in der Vergangenheit bestimmt fünf oder sechs Mal getestet worden. Jedes Mal war das Ergebnis negativ, obwohl ich nichts anderes gemacht habe, als jetzt auch. Umso weniger konnte ich mir das Ergebnis der Dopingprobe nach dem Lotte-Spiel erklären.

Wie geht es jetzt weiter und mit welchen Folgen rechnen Sie?
Mir ist selbst daran gelegen, die Geschichte schnellstmöglich aufzuklären. In Absprache mit den Vereinsverantwortlichen wollen wir so schnell wie möglich eine Untersuchung der von mir genommenen Nahrungsergänzungsmittel in einem unabhängigen Labor in Auftrag gegeben. Ich gehe davon aus, dass bestätigt wird, dass die Substanz dort enthalten ist aber nicht auf den Beipackzetteln bzw. der Verpackung angegeben ist. Das ändert nichts am positiven Dopingbefund, aber auch mir persönlich ist das wichtig, damit nicht der Eindruck bleibt, ich hätte bewusst verbotene Substanzen genommen. Letztendlich bleibt mir darüber hinaus aber nicht viel anderes übrig, als das Urteil der Verbandsspruchkammer abzuwarten.

Autor: RS

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