Schacht vs. Staffelleiter Thiel

12.04.2013

Bergisch Gladbach

Schacht vs. Staffelleiter Thiel

Der Gong ertönt, die nächste Runde des verbalen Schlagabtauschs zwischen Dietmar Schacht und Regionalliga-Staffelleiter Rolf Thiel ist eingeleitet.

Nach dem Spiel gegen Bochum II am Dienstag (1:1) hatte der Gladbacher Trainer den Staffelleiter erneut beschuldigt: „Wir hatten jetzt das vierte Spiel in neun Tagen. Da kann man dem Staffelleiter nur gratulieren“, triefte Schacht vor Sarkasmus. Auslösend für den Unmut waren die vier verletzten Spieler nach der Partie in Bochum. „Das zeugt von wenig Fingerspitzengefühl“, sagt Schacht. Rolf Thiel reagierte mit Unverständnis: „Es gibt keine andere Möglichkeit, diese Spiele anzusetzen.“

Der Staffelleiter der Regionalliga West listet auf: „Ich habe 61 Nachholspiele zu terminieren und bis zum 25. Mai Zeit, da ist die Saison vorbei. Die Relegation beginnt am 28.Mai. Am 7./8. Mai ist ein Spieltag angesetzt, da können keine Nachholspiele stattfinden. Die letzten beiden Spieltage am 19. und 25. Mai müssen parallel ablaufen, da geht es auch nicht. Da soll mir Herr Schacht mal einen Vorschlag machen, wie ich die Spiele ansetzen soll.“ Dazu sieht Schacht keine Veranlassung: „Ich muss ihm nicht seinen Job erklären.“

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Die erste Runde des Duells fand Ende Januar statt. Damals hatte der Gladbacher Trainer sich über die Ansetzung des Nachholspiels gegen den MSV Duisburg II auf den Tag der Rückkehr der 09er von ihrem Wintertrainingslager aufgeregt ( „Verband will keine kleinen Mannschaften“). Thiel wies die Vorwürfe ebenso verärgert von sich („Termin ist schon lange bekannt“).

Darauf folgte die Wut Schachts über den Spielausfall am 23. März des nun nachgeholten Spiels in Bochum („Der Platz war bespielbar. Eine Frechheit!“). Thiel kontert: „Herr Schacht hätte Einspruch einlegen können, wenn er Fotos des bespielbaren Platzes vorgezeigt hätte.“

Nun sieht sich Thiel erneut mit Anschuldigungen seines Lieblingskritikers konfrontiert. Zum Vorwurf, der SV Bergisch Gladbach 09 würde benachteiligt, antwortet er: „Auch Vereine wie Velbert und Siegen müssen oft unter der Woche spielen.“ Tatsächlich absolvieren die Sportfreunde heute bei Viktoria Köln (19.30 Uhr) ihr fünftes Spiel in 13 Tagen, am darauffolgenden Dienstag gegen den Stadtrivalen Fortuna ihr sechstes Spiel in 17 Tagen. Für Schacht ist das kein Argument: „Velbert musste nicht zwei Englische Wochen hintereinander spielen. Und Siegen spielt mit Profis, die nur Fußball spielen und sonst nichts. Wir dagegen sind Feierabendfußballer.“ Thiel versteht die Aufregung nicht: „Ich habe zwar früher nur Landesliga gespielt, aber Spiele waren mir immer lieber als Training.“

Das Schachts Aufregung irgendwie nachvollziehbar ist, kann man an dem mit Stammspielern prall gefüllten Lazarett der Begisch Gladbacher vor dem Spiel am Samstag gegen Fortuna Düsseldorf II (Belkaw-Arena, 14 Uhr) sehen. So unterhaltsam der Streit auch sein mag, Schacht beschäftigt die Thematik angeblich nicht mehr: "Ich bin es leid, mich darüber aufzuregen. Ich denke ohnehin schon einen Schritt weiter und dieser Schritt heißt Fortuna Düsseldorf."

Autor: Fabian Schumacher

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