Duisburg: Boykott!

Schiedsrichter im Kreis 9 wehren sich

24. Oktober 2011, 17:10 Uhr

Nach einer starken Zunahme der Angriffe auf Schiedsrichter durch Spieler, Funktionäre oder Zuschauer greift der Kreissschiedsrichterausschuss in Duisburg durch.

Die Unparteiischen boykottierten am Wochenende die Spiele von fünf Mannschaften und wollen dies auch in den nächsten Wochen machen. Aufgrund der zahlreichen und teilweisen massiven Vorfälle, die sich in den Kreisligen den SR gegenüber ereignet haben, hat der Kreis-Schiedsrichterausschuss des Kreises 9 beschlossen Spiele von den Mannschaften, die in der laufenden Saison aufgrund eines tätlichen Angriffes oder Bedrohungen dem Schiedsrichter gegenüber, einen Spielabbruch verursacht haben, vorläufig nicht mit zu besetzen.

Die betroffenen Mannschaften sind:
TB Heißen
Croatia Mülheim
SV Hamborn 90 II
Hertha Hamborn II
Yesilyurt Möllen II

"Wir sehen uns zu diesem Schritt gezwungen, da sich die Spielabbrüche unzumutbar gehäuft haben. Vorfälle nach dem Spielschluss sind dabei noch gar nicht mit aufgeführt. Wir als KSA wollen unsere Schiedsrichter, die Woche für Woche ehrenamtlich ihre Aufgaben erledigen, mit dieser Maßnahme vor Bedrohungen von Leib und Leben, tätlichen Angriffen und auch Diffamierungskampagnen und persönlichen Hetzjagden schützen.
Wir werden auf den Schulungsabenden der vier SR-Ortsgruppen im November mit unseren SR zusammen das weitere Vorgehen erörtern. Es ist nur fair ihnen gegenüber, da sie schließlich Woche für Woche in den Kreisligen ihren Kopf hinhalten müssen, und es dadurch ihr gutes Recht ist, vor einer abschließenden Entscheidung des KSA angehört zu werden", heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Vorsitzende des KSA im Kreis 9, Volkan Alan, bestätigte auf Anfrage von RS hin die Maßnahme und ergänzte im Hinblick auf die Anschuldigungen des SC Croatia Mülheim: "Diese Vorwürfe weisen wir natürlich entschieden zurück. Dass Schiedsrichter Fehlentscheidungen treffen, ist überall so, auch in der Bundesliga. Dass das Leistungsniveau ein anderes ist als in höheren Spielklassen, ist doch auch klar, genauso wie die Spieler sich auf einem anderen Level befinden. Die Behauptung aber, dass solche Entscheidungen bewusst getroffen werden, ist völlig abwegig." Desweiteren hob der Vorsitzende noch hervor, dass die Vorfälle eine Intensität angenommen hätten, "die wir seit Jahren nicht mehr kennen. Da scheinen alle Hemmungen zu fallen."

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