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SV Rödinghausen: 3. Liga auf Jahre kein Thema - Meisterprämie für Spieler

20. Februar 2020, 13:06 Uhr
Foto: Stefan Rittershaus

Foto: Stefan Rittershaus

Der SV Rödinghausen verzichtet auf den Aufstieg in die 3. Liga. Das ist seit einer Woche bekannt. Neu ist, dass in Rödinghausen Liga drei auch in den nächsten Jahren kein Thema sein wird. Dafür lobt der Klub für die aktuelle Mannschaft eine Meisterprämie aus.

"Der Profifußball ist gar nicht zu den Akten gelegt. Im Gegenteil! Wir werden auch in Zukunft professionell mit Vollzeit-Fußballern arbeiten. Es wird auch keine finanziellen Einschnitte geben. Der aktuelle Etat wird gehalten und wir wollen weiterhin eine Top-Mannschaft in der Regionalliga stellen. Eines ist aber klar: Der Aufstieg in die 3. Liga wird unter den derzeit gültigen Rahmenbedingungen auch in den nächsten Jahren kein Thema sein", erklärte SVR-Geschäftsführer Alexander Müller im Gespräch mit dem Sportmagazin "Kicker".

Was heißt das für zukünftige Spieler des SV Rödinghausen? Die Antwort liegt auf der Hand. Für Regionalliga-Verhältnisse wird man auch in Zukunft ordentliches Geld beim SVR verdienen können. Ein Gehalt, das seriös und pünktlich auf dem Konto landet. Zudem darf man sich über die sehr guten Rahmenbedingungen, wie ein tolles, kleines Stadion, Trainingsmöglichkeiten, Sauna, Fitnessraum etc. freuen dürfen. 

Ambitionierte Spieler, die sich einen guten Regionalligisten gefühlt aussuchen dürfen, werden den Weg nach Rödinghasuen wohl nicht gehen. Aber gute, vielleicht nicht mehr so hungrige Regionalliga-Akteure werden auch in Zukunft gerne einen Vertrag beim Klub aus dem Kreis Herford unterschreiben. Denn sie werden wissen: Zwar kann man sich in Rödinghausen den Drittliga-Traum nicht verwirklichen, aber ein gutes Gehalt verdienen und seine Familie vernünftig ernähren. Punkte, die für einen Regionalliga-Profi auch nicht ganz unwichtig sind.

Erfolgstrainer und Leistungsträger stehen vor dem Absprung

Doch die aktuelle Erfolgsmannschaft wird der SV Rödinghausen nicht halten können. Auch wenn zwölf Spieler, darunter Leistungsträger wie Lukas Kunze, Daniel Flottmann oder Niclas Heimann, gültige Verträge über den Sommer hinaus besitzen, dürften sie sich sehr gut überlegen, ob ihre Zukunft weiter in Rödinghausen liegt. Das gilt auch für Erfolgstrainer Enrico Maaßen (35), der voraussichtlich in wenigen Wochen die Fußballlehrer-Lizenz in den Händen halten wird. Daran wird auch eine Meisterprämie, die die Verantwortlichen mit dem Mannschaftsrat in den letzten Tagen ausgehandelt haben, nichts ändern. Auch wenn dies noch einmal eine schöne Geste seitens des Klub ist und die Wertschätzung gegenüber der aktuellen Truppe unterstreicht.

Doch Fakt ist auch, dass nicht alle Spieler sich dadurch beeindrucken lassen werden und in Rödinghausen über die Saison hinaus bleiben. Immerhin hatte der Klub im Winter Spielern wie Simon Engelmann oder Lukas Kunze einen Wechsel in die 3. Liga verwehrt. Mit dem Argument: Dass man die Spieler für den Aufstiegskampf benötige. Das hat RevierSport aus Spielerkreisen erfahren. Müller wehrt sich gegen diese Informationen gegenüber dem "Kicker":  "Eines möchte ich noch klarstellen: Wir haben niemandem versprochen, die Zulassung definitiv zu beantragen. Es war immer klar, dass es ein ergebnisoffener Prozess ist."

So oder so: Auch Müller wird wissen, dass im Sommer viele Spieler - und wohl auch der Erfolgstrainer - dem SV Rödinghausen den Rücken kehren werden. "Wenn sich jemand sportlich verbessern und in eine höhere Liga wechseln kann, werden wir uns an einen Tisch setzen, darüber reden und gegebenenfalls eine Lösung finden. Unabhängig davon bin ich mir aber sicher, dass Rödinghausen eine gute Adresse für ambitionierte junge Spieler bleiben wird."

Die Vertragssituation der Rödinghauser Spieler im Überblick

Auslaufende Verträge im Sommer:
Nikola Serra, Laurin von Piechowski, Nico Knystock, Omar Haktab Traoré, Franz Pfanne, Linus Meyer, Eros Dacaj, Björn Schlottke, Simon Engelmann, Lars Lokotsch.

Verträge bis Sommer 2021:
Jan Schönwälder, Daniel Flottmann, Henrik Winkelmann, Angelo Langer, Felix Backszat, Patrick Kurzen, Nico Buckmaier, Christian Derflinger. Trainer: Enrico Maaßen.

Verträge bis Sommer 2022:
Niclas Heimann, Lukas Kunze.

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20.02.2020 - 23:51 - DerOekonom

Warum tun alle so, als sei Rödinghausen schon der Meister? Noch ist Rödinghausen kein Meister. Was soll also dieses Gejammer. Verl hatte und hat immer noch glänzende Karten Meister zu werden. Drei Spiele weniger bei "nur" 7 Punkten Rückstand. Wenn Verl diese drei Spiele gewinnt, kann sich Rödinghausen zumindest weniger ärgern, steht dann aber 2 Punkte hinter Verl und alle Vorteile liegen bei Verl. Sollte Rödinghausen Platz 1 verpassen, wir werden nie erfahren, ob es bei mit der Aufstiegschance besser gelaufen wäre, aber die aktuelle Tabelle sollte man schon lesen.

20.02.2020 - 21:49 - NobbiaussenNorden

Eine Backpfeife für den Kampf : "Meister müssen aufsteigen!"

20.02.2020 - 19:50 - Bierchen

Mein Gott, dann soll der Küchenfritze aus Zwiebelhaußen
halt nicht den dicken Maxe machen sondern eine 10.001 Mann Schüssel da hinstellen.