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RWE-Einspruch: Wofür das ganze Theater?

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Foto: Thorsten Tillmann

Der Einspruch von Rot-Weiss Essen gegen die Spielwertungen von Borussia Dortmund II war letztlich nicht viel mehr als heiße Luft. RWE muss aufpassen, nicht an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Ein Kommentar.

Seit dem späten Mittwochabend ist klar, was eigentlich nur noch Formsache war: Borussia Dortmund II wird als [article=523848]Meister der Regionalliga West in die 3. Liga aufsteigen[/article], Rot-Weiss Essen schaut als Zweiter wieder mal in die Röhre. Letztendlich wurde vor dem Sportgericht des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) nur der Einspruch des SV Bergisch Gladbach verhandelt, der nach drei Stunden Verhandlungen als unbegründet zurückgewiesen worden war. Rein theoretisch kann Bergisch Gladbach binnen drei Tagen noch Einspruch dagegen einlegen, doch die Erfolgsaussichten dürften gen Null tendieren.

Gar nicht erst verhandelt wurde der Einspruch von RWE selbst. Die Essener zogen bereits zu Beginn der Verhandlung zurück, nachdem der Verband verdeutlicht hatte, dass er die Essener gar nicht als einspruchsberechtigt sähe und es dementsprechend formal unzulässig gewesen wäre. Schwer vorstellbar, dass sich RWE dessen im Vorfeld nicht bewusst gewesen ist. Da bleibt die Frage: Wofür das ganze Theater?

57 Spieler hatten die Dortmunder zwischenzeitlich auf ihrer Spielberechtigungsliste stehen, Anfang Mai waren es auf einmal nur noch 22. Diese Vorgehensweise der Dortmunder hat ein Geschmäckle, das ist wahr. Allerdings ist sie von der WDFV-Spielordnung gedeckt und legitim - der BVB hat sich also letztlich nichts zu schulden kommen lassen. Nachvollziehbar ist die RWE-Anmerkung, dass der Verband seine Statuten überdenken und womöglich konkretisieren sollte. Dass kurzfristige Eingriffe in die Spielberechtigungsliste möglich sind, konterkariert die eigentlich richtige Idee, dass Spiele von Mannschaften nach einem Corona-Ausbruch absetzbar sind. Dass der WDFV Mitte Mai auf die ersten Essener Anfragen nur unzureichend reagierte, was laut RWE letztlich der Hauptgrund für den Klageweg war, wirft zusätzlich kein gutes Licht auf den Verband.

Nicht nachvollziehbar ist allerdings die Art und Weise, wie die Essener in ihrer Stellungnahme Gerüchte hervorheben und dadurch versuchen, zusätzliche Legitimität für den Einspruch zu erhaschen. Kabinengerüchte aus dem Dortmunder Umfeld, die angeblich zu den RWE-Verantwortlichen gedrungen sein sollen, wonach BVB-Trainer Enrico Maaßen auf keinen Fall ohne das Trio Steffen Tigges, Ansgar Knauff und Felix Passlack auflaufen wollte, lesen sich toll, um bei den eigenen Anhängern für weitere Empörung bezüglich der Vorgehensweise der Dortmunder zu sorgen. Letztendlich sind diese nicht belegbaren Vorwürfe aber vor allem eines: Stillos.

Die RWE-Verantwortlichen um Marcus Uhlig haben in den vergangenen Jahren beeindruckende Arbeit geleistet und den Verein auf absolut gesunde Beine gestellt. Nach einer 40-Spiele-Saison mit 90 Punkten nicht aufzusteigen, ist bitter. Bereits im vergangenen Jahr, als die Corona-Pandemie für einen Abbruch der Saison sorgte und deshalb der SC Verl die Relegationsspiele bestreiten durfte, [article=488310]wurde RWE beim Verband mit einer Beschwerde vorstellig[/article] und versuchte wochenlang, noch etwas an der Entscheidung zu ändern. Dass die Führungsetage sämtliche Mittel und Wege ausschöpft, um es endlich in die 3. Liga zu schaffen, ist durchaus nachvollziehbar. Letztlich geht es in erster Linie um das Wohl des eigenen Klubs. Allerdings muss sich RWE nicht wundern, wenn Liga-Konkurrenten in Zukunft immer seltener Verständnis für dieses Gebaren haben. Dieser Tenor dürfte aber wohl einkalkuliert sein.

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