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Schalke:So kann aus totaler Dominanz fatale Ignoranz werden

Schalke:So kann aus totaler Dominanz fatale Ignoranz werden

Ein Kommentar über den Zustand des FC Schalke 04.

In einem waren sich Spieler, Trainer und Vorstand von Schalke 04 nach der zweiten bitteren Pleite in vier Tagen einig: Die Unruhe beim Möchtegern-Meister kommt von draußen. Das ist entweder eine genau kalkulierte, in diesen turbulenten Tagen bemerkenswert einheitliche Außendarstellung oder ganz einfach ein erschreckendes Ignorieren der Tatsachen. Wer hat Nationalspieler Gerald Asamoah suspendiert? Der Trainer. Wer hat dessen Kabinengeflüster über Coach Mirko Slomka an die Öffentlichkeit gebracht? Der Manager. Wer hat beklagt, dass die Mannschaft keine eingeschworene Einheit sei, und öffentlich die Suche nach einem Maulwurf gestartet? Der Kapitän. Wer hat Asamoah begnadigt, obwohl er auf seiner Meinung beharrte, und so die Autorität des eigenen Trainer geschwächt? Der Manager. Wer sich danach wundert, dass Medien und Fans nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen, sondern hinterfragen, ob das Duo Andreas Müller und Mirko Slomka den eigenen hohen Ansprüchen gewachsen ist, ist naiv. Wer sich wundert, dass der Trainer in Frage gestellt wird, kennt das Geschäft nicht. Wer vom Finale im UEFA-Cup redet und in der ersten Runde scheitert, wer Topstürmer verpflichtet und sein System umstellt, um die Torausbeute zu steigern, und dann im Schnitt einmal pro Spiel jubeln darf, wer vor der Saison die `totale Dominanz´ propagiert und damit sogar bei den eigenen Spielern auf Kritik stößt, der hat wohl - vorsichtig formuliert - nicht alles richtig gemacht. Wer sich dann über das Presseecho wundert, sollte vielleicht in aller Ruhe und Beschaulichkeit beim SC Freiburg arbeiten, aber nicht bei einem Klub, der nach eigenem Selbstverständnis zu den Großen in Europa gehören will. Und wer in der Krise Ursache und Wirkung verwechselt, eigene Fehler und Versäumnisse ignoriert und die Schuld ständig bei anderen sucht, dürfte die Lösung kaum finden. So schnell kann aus totaler Dominanz fatale Ignoranz werden. Thomas Lipinski, sid

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