WSV in Not: Runge meldet sich zu Wort

08.01.2019

RL

WSV in Not: Runge meldet sich zu Wort

Foto: Thorsten Tillmann

Der Wuppertaler SV ist in eine finanzielle Schieflage geraten. Wie es weiter geht ist noch ungewiss. Jetzt meldet sich Friedhelm Runge zu Wort.

Am 12. Januar 2013 ist Runge als langjähriger Präsident des Wuppertaler SV zurückgetreten. 24 Jahre war der Unternehmer Präsident des Klubs und drei Jahre saß er im Verwaltungsrat. Eine lange Zeit, die beim 79-Jährigen Spuren hinterlassen hat. Vor allem Spuren der Enttäuschung. Trotz dieser findet er die aktuelle Situation seines Ex-Klubs mehr als bedauerlich, wie er im RevierSport-Interview betont.

Friedhelm Runge, was geht in Ihnen vor, wenn Sie die aktuellen Schlagzeilen über den WSV lesen?
Das alles tut mir unheimlich weh. Vielleicht denken Leute, dass ich diese Situation gut finde und mich innerlich freue. Nein! Diese Menschen haben keine Ahnung. Ich habe viele Jahre, viel Zeit, Geld, aber allen voran Herz und Leidenschaft in den Wuppertaler Sportverein investiert. 27 Jahre war ich im Verein. Da kann mir nur mein Herz weh tun, wenn ich die aktuelle Situation mitbekomme.

Verwundert Sie die missliche Lage oder war damit sogar zu rechnen?
Ich kann mich noch genau daran erinnern, als Leute laute Parolen von sich gaben, dass die Sponsoren beim WSV Schlange stehen würden, wenn Runge endlich weg ist. Was ist seit dem passiert? Ich kann seit 2013, meinem Rücktritt beim WSV, keinerlei Verbesserungen beobachten. Was haben die 2.0er erreicht? Was hat das Projekt "WSV 2020" gebracht? Alle sind gescheitert! Wenn die letzten sechs Jahre so gut gewesen wären, wie es manch einer im Verein noch vor wenigen Wochen darstellte, dann wäre der WSV nicht in Finanznot.

Warum ist der WSV in diese Situation geraten?
Da muss ich weit ausholen: Irgendwann habe ich einen großen Fehler begangen und den WSV vernachlässigt. Ich habe viele Firmen auf der Welt und muss ständig reisen. Ich war nicht mehr so im Tagesgeschäft des WSV drin und habe die Aufgaben weitergeleitet, Mitarbeitern vertraut. Ich habe einen Lothar Stücker ins Boot geholt, für das Finanzwesen. Am Ende bin ich mit ihm noch vor Gericht gelandet. Dass ich den Prozess gewinne, obwohl er wohl den renommiertesten Anwalt Deutschlands auf seiner Seite hatte, stand für mich außer Frage. Aber darum geht es gar nicht. Was ich sagen will, ist, dass ich es sehr, sehr komische finde, dass Leute wie Herr Stücker seit Jahren im Verein sind und unter den verschiedensten Vorständen gearbeitet haben. Eigentlich war ja Herr Stücker mit mir gemeinsam zurückgetreten. Ich habe viele Menschen im Leben kennengelernt, aber mich selten in einer Person so sehr geirrt. Das Geschäft im Fußballklub beruht auch auf Vertrauen. Wenn die falschen Leute aber am Werk sind und das Vertrauen missbrauchen und mehr an sich als an das große Ganze, in dem Fall den Traditionsklub Wuppertaler SV, denken, dann bekommt man große Probleme. 

Würde es diese unter einem Präsidenten Friedhelm Runge nicht geben?
Das weiß man nie. Aber was ich sagen kann, ist, dass der WSV in meiner Zeit nicht nur von mir abhängig war. Wer das behauptet, der lügt! Ich will keine Summen nennen. Aber so viel: Ich habe nie mehr als 20 Prozent des jährlichen Gesamtvolumens des Wuppertaler SV aus meiner Privatkasse in den Klub investiert. 80 Prozent kamen immer von externen Sponsoren. Und da waren reichliche Gönner dabei. Auch große Namen, denen man immer wieder vorwirft, dass sie sich in Wuppertal nicht engagieren. Wenn kein Vertrauen da ist, dann wird auch nicht investiert. Diese Firmen gehen dann lieber zu Bayer Leverkusen oder zu anderen Vereinen.

Was würden Sie dem WSV nun empfehlen?
Ich will mich da gar nicht mehr einmischen. Aber klar ist, dass man nicht einfach den Spielern sagen kann, dass sie auf ein Teil ihres Gehalts verzichten oder gar ablösefrei gehen sollen. Es gibt Jungs, die bis 2020 Verträge unterschrieben haben. Warum sollten Sie nun auf die damals unterschriebenen Zahlen verzichten? Viel mehr sollten die handelnden Personen vorneweg gehen und ihre Gehälter überdenken. Denn ganz ehrlich: Was hat der WSV schon in den letzten Jahren erreicht? Einen Aufstieg aus der Ober- in die Regionalliga. Schön. Aber das hätten mit diesen Voraussetzungen auch viele andere Trainer, sportliche Leiter und Vorstände geschafft. Wir sprechen hier immer noch über den Wuppertaler SV. Im Vergleich zu den anderen Oberligisten war der WSV immer noch sehr gut aufgestellt. Ich weiß, wovon ich rede, weil ich mich in der Oberliga auch engagiere und die Zahlen kenne. Letztendlich ist es doch so: Beim WSV arbeiten die Leute auch nur, weil sie hier gutes Geld verdienen können. Alles andere ist gelogen. Glauben Sie mir: Wenn ein anderer Verein mit ein paar Scheinen mehr winkt, sind diese Leute schnell weg.

Würden Sie denn noch einmal dem WSV unter die Arme greifen, wenn man Sie fragen würde?
Nein, keine Chance! Das Kapitel ist für mich geschlossen. Da ist einfach zu viel passiert. Zu groß war der Schmerz, die Enttäuschungen. Ich habe auch nicht mehr die Zeit und Kraft dazu, um zu helfen. Ich müsste quasi von Null beginnen, wie vor rund 25 Jahren. Ich wünsche dem Verein trotzdem alles, alles Gute. Der Wuppertaler SV ist ein großer Traditionsklub mit fantastischen Fans, der so viel mehr verdient haben.

Autor: Krystian Wozniak

Kommentieren

11.01.2019 - 00:10 - Überdingen

Na jetzt kriechen Sie alles in den Hintern was bei 3 noch nicht auf den Bäumen ist. Die sind genauso erbärmlich wie.....;)

09.01.2019 - 10:22 - Wupperstolz

Ich appelliere nochmals an Herrn Runge, wenn Ihnen der WSV immer noch am Herzen liegt, bitte ich Sie herzlich
unseren WSV zu retten. Damals hat man Sie unverständlicherweise vom Hof gejagt, obwohl Sie soviel für
den Verein getan haben. Wo sind denn die Sponsoren, die angeblich nach Ihrem Rücktritt Schlange stehen???
Fassen Sie sich ein Herz und übernehmen Sie die Rettung unseres WSV.
Gruß von einem langjährigem WSV-Fan.

08.01.2019 - 21:16 - Bucklige Brotspinne

Dem Verein fehlt Demut.....gerade den Verantwortlichen......

Und gut beschrieben von Herrn Runge:
"Wenn ein anderer Verein mit ein paar Scheinen mehr winkt, sind diese Leute schnell weg."

Nix mit Tradition.
Nix mit Loyalität.

Jeder Verantwortlicher, jeder Spieler, jeder Fan. Alles Söldner. Es geht nur ums Geld.

08.01.2019 - 19:46 - Abpraller

Jetzt Friedhelm Runge in die Presse zu bringen hilft bestimmt nicht weiter.
Dieses Kapitel ist Vergangenheit.
@Cronenberger
Genau da liegt das eigentliche Problem:
Direkter Aufstieg, die Chance.......oder auch nicht.
Diese Nummer des WSV war nicht realistisch, weder finanziell, noch sportlich.

08.01.2019 - 18:25 - marzipan-jogy

08.01.2019 - 17:14 - Lackschuh
08.01.2019 - 15:36 - Hainer
08.01.2019 - 17:06 - Hans Peter Id...iak
Diese 3 Typen sind nur armselige Kreaturen die auf alles drauf hauen. Zu jeden Kommentar über Herne, wissen sie alles in den Dreck zu ziehen. In Wahrheit sind das Leute die man raus geworfen hat in Herne. Die will keiner haben, sie sind so frustriert in ihren Leben. Haben am Wochenende dafür gesorgt das ein ehemaliges Vorstand Mitglied für einen Eklat gesorgt hat. Diese kann man nach lesen ist auch raus geflogen. Dazu haben sie noch ein Video gemacht und ins Netz gestellt. Merkt ihr was, ganz arme Jungs!


Meiner Kenntnis nach wurde dieser Uwe Heinecke vor ca. vier Jahren wegen vereinsschädigendem Verhalten mit einem Stadionverbot belegt und aus dem Vorstand ausgeschlossen.
Darstellung in der WAZ etwas anders: https://www.derwesten.de/sport/lokalsport/herne-wanne-eickel/westfalia-herne-vorgaben-nicht-umgesetzt-id9266939.html?fbclid=IwAR35SugyauR83eATSIe3TTqiWZUa2qBq76Wh8lKu-VJmMqr-zgHrpPnGRaM

Ich wünsche euch Wuppertaler alles gute und erdenkliche für die Zukunft, das vom ganzen Herzen!

08.01.2019 - 17:44 - Cronenberger

Das diese Situation beim WSV eintreten würde, konnte jeder im vergangenen Sommer mit etwas Sachverstand voraussehen!
Schlimm genug daß der WSV wieder in eine solche Situation gekommen ist.
Aber ausnahmsweise hat der Autor des Artikels recht:
Die Probleme sind hausgemacht!
Wer sich letztes Jahr die Zuschauerzahlen angesehen hat, konnte bei negativem Saisonverlauf 2018/19 schon davon ausgehen, daß das schiefgehen konnte!
Nebenbei hat natürlich auch der Planer des Spielplans kräftig mitgemischt! Es ist schon komisch, wenn ausgerechnet das für den WSV wichtigste Spiel, nämlich gegen RWE, wie im letzten JAhr direkt am Anfang der Saison wieder nach Essen geht.
Ein Schelm der Übles dabei denkt!
Es war doch klar, daß für die Mannschaft, die dieses Spiel vergeigt und das war in der vorherigen Saison RWE, in diesem Jahr direkt mehrere tausend Zuschauer fehlen würden!
Denn nach den Siegen eine Saison vorher wären in Wuppertal mindestens 6-7000 Zuschauer mehr gewesen!
Verbunden mit den unnötig verschenkten Punkten (z.B. Lippstadt 1:2 94.), dadurch ein frühzeitiges Aus im Meisterschaftsrennen und dem Trainerwechsel, der unnötiges Geld gekostet hat, ist logisch, das mindestens 150.000 Euro fehlen!
Wie konnte man ein so hohes Risiko in dieser Saison eingehen, statt sich an den ursprünglichen Plan 2020 zu halten?
Diese Frage sollte man mal getrost dem Vorstand unter Herrn Stücker stellen!
Einen solchen Kader, der so teuer ist, in der Saison zusammen zu stellen, in der Viktoria Köln noch in der Liga ist, ist Harakiri!
Man sieht doch, daß die gesamte Liga sonst relativ eng beieinander ist!

Wie kann man da finanziellen Selbstmord begehen?????

08.01.2019 - 17:38 - Hainer

@08.01.2019 - 17:14 - Lackschuh
"Herr Knappmann ist durchaus manchmal Fluch für den Club, aber zu 90 % immer noch Segen und dazu stehe ich zum 100%!"
Genau Herr Lackschuh, ganz genau. Nein, nein, Sie dürfen das ruhig schreiben. Nimmt Ihnen auch keiner übel, weil Sie ja sowieso keiner für voll nimmt.

08.01.2019 - 17:14 - Lackschuh

Klar, mit dem OL ist Herne gemeint, aber auch sofort Herr Knappmann und diese Mitschreiber wie "Hainer" oder "Peter.." sind natürlich Heckenschützen, was jeder mit Auge und Verstand sehen muss und zwar seit langer Zeit! Nichts desto Trotz kann es bei Herne in Kürze den Bach runter gehen, aber das gilt z.B. für Speldorf auch! Warum aber immer die aktuell agierenden Protagonisten schuldig sein sollen, erschloss sich mir noch nie - wo gehobelt wird... ! Herr Knappmann ist durchaus manchmal Fluch für den Club, aber zu 90 % immer noch Segen und dazu stehe ich zum 100%!

08.01.2019 - 17:06 - Hans Peter Id...iak

Kann es sein, dass dieser Herr Runge auch so ein ganz klein wenig das Unglück anzieht?
Wuppertal, Velbert, jetzt ganz aktuell in Herne... hat er vielleicht auch in Wattenscheid....?

08.01.2019 - 16:46 - Cronenberger

Das diese Situation beim WSV eintreten würde, konnte jeder im vergangenen Sommer mit etwas Sachverstand voraussehen!
Schlimm genug daß der WSV wieder in eine solche Situation gekommen ist.
Aber ausnahmsweise hat der Autor des Artikels recht:
Die Probleme sind hausgemacht!
Wer sich letztes Jahr die Zuschauerzahlen angesehen hat, konnte bei negativem Saisonverlauf 2018/19 schon davon ausgehen, daß das schiefgehen konnte!
Nebenbei hat natürlich auch der Planer des Spielplans kräftig mitgemischt! Es ist schon komisch, wenn ausgerechnet das für den WSV wichtigste Spiel, nämlich gegen RWE, wie im letzten JAhr direkt am Anfang der Saison wieder nach Essen geht.
Ein Schelm der Übles dabei denkt!
Es war doch klar, daß für die Mannschaft, die dieses Spiel vergeigt und das war in der vorherigen Saison RWE, in diesem Jahr direkt mehrere tausend Zuschauer fehlen würden!
Denn nach den Siegen eine Saison vorher wären in Wuppertal mindestens 6-7000 Zuschauer mehr gewesen!
Verbunden mit den unnötig verschenkten Punkten (z.B. Lippstadt 1:2 94.), dadurch ein frühzeitiges Aus im Meisterschaftsrennen und dem Trainerwechsel, der unnötiges Geld gekostet hat, ist logisch, das mindestens 150.000 Euro fehlen!
Wie konnte man ein so hohes Risiko in dieser Saison eingehen, statt sich an den ursprünglichen Plan 2020 zu halten?
Diese Frage sollte man mal getrost dem Vorstand unter Herrn Stücker stellen!
Einen solchen Kader, der so teuer ist, in der Saison zusammen zu stellen, in der Viktoria Köln noch in der Liga ist, ist Harakiri!
Man sieht doch, daß die gesamte Liga sonst relativ eng beieinander ist!

Wie kann man da finanziellen Selbstmord begehen?????

08.01.2019 - 16:40 - Wupperstolz

Jetzt sieht man doch, dass es ohne Friedhelm Runge beim WSV nicht läuft.

08.01.2019 - 15:48 - Vok

Gutes Interview. Sehr informativ der Blick hinter die Kulissen.

08.01.2019 - 15:43 - ChrHag

Lieber Herr Wozniak,

ich weiß nicht in welchem Verhälrtnis Sie zum WSV stehen oder weswegen man Sie mit der Betreuung des Themas "Wuppertaler SV" beauftragt hat.

Mich würde einmal interessieren, welchen konstruktiven Beitrag zur aktuellen Situation beim Wuppertaler SV dieses Interview mit Herrn Runge beizutragen hat?
Außer Beschimpfungen und Verleumdungen gegen Herrn Stücker kann ich aus diesem Interview nichts herausnehmen.

Trotzdem ist es schön zu sehen, dass ich zumindest Herrn Runge im letzten Punkt zu 100% zustimmen kann: "...Das Kapitel ist für mich geschlossen. Da ist einfach zu viel passiert. Zu groß war der Schmerz, die Enttäuschungen."
Dem ist nicht hinzuzufügen.

08.01.2019 - 15:36 - Hainer

Sagen Sie bitte, Herr Runge, warum sagen Sie denn kein Wort zu diesem Herner "Verein", bei dem Sie jetzt investieren??
Da haben Sie aber wohl so richtig ins Klo gegriffen...wie konnte Ihnen das nur passieren?!
Sehen Sie zu, dass Sie da halbwegs schadlos (auch im Ansehen) herauskommen.

08.01.2019 - 15:11 - Julius.Oppermann

Der Herr Runge ist für mich ein ganz Großer, der zusammen mit den beiden Trainern Wolfgang Jerrat und Wolfgang Frank beim WSV viel bewirkt haben. Sie standen sogar manchmal auf der Schwelle zur 2. Liga.

Allerdings sind beide Trainer heute nicht mehr im Tagesgeschäft.

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