Wer kommt groß raus?

U21 auf den Spuren der "Klasse von 2009"

27. Juni 2019, 10:43 Uhr

Foto: firo

Die U21-Europameister von 2009 wurden später Helden, die von 2017 bislang nicht. Aus dem aktuellen EM-Team dürfen vor allem Tah, Klostermann und Eggestein auf mehr hoffen.

Die "Klasse von 2009" ist noch immer das große Vorbild. "Was die Jungs damals geleistet haben, war sensationell. Wir alle schauen zu ihnen hinauf", sagt Kapitän Jonathan Tah über jenes U21-Nationalteam, das vor zehn Jahren den EM-Titel holte und 2014 den Grundstock der Weltmeister von Brasilien stellte. Die U21-Europameister von 2017 dagegen warten noch immer auf den Durchbruch. Was also wird aus der "Klasse von 2019", die in Italien überzeugte? Darüber gehen die Meinungen auseinander.

Fest steht: Die großen Vorbilder wird das aktuelle Team kaum erreichen. Gleich sechs Europameister von 2009 wurden fünf Jahre später Weltmeister: Manuel Neuer, Jerome Boateng, Benedikt Höwedes, Mats Hummels, Sami Khedira und Mesut Özil. 16 der 23 Akteure absolvierten später A-Länderspiele, teilweise für Tunesien (Änis Ben-Hatira), Polen (Sebastian Boenisch) oder die USA (Fabian Johnson).

Die EM-Sieger von 2017 haben es dagegen zum Großteil noch nicht zu Joachim Löw geschafft. Einzig Serge Gnabry, Thilo Kehrer und Niklas Stark sind aktuell feste Größen in der A-Nationalmannschaft. Finaltorschütze Mitchell Weiser, Torhüter Julian Pollersbeck, Torjäger Davie Selke oder Kapitän Maximilian Arnold spielen bei Löw fast gar keine Rolle, andere sind noch weiter entfernt.


Und die aktuelle U21? Meikel Schönweitz, DFB-Cheftrainer der U-Nationalmannschaften, ist optimistisch. "Einige Jungs haben hier schon gezeigt, dass sie Potenzial haben, in naher oder auch ferner Zukunft oben zu spielen", sagt der 39-Jährige. Schönweitz denkt dabei vor allem an Kapitän Tah, Lukas Klostermann, Benjamin Henrichs und Maximilian Eggestein, die alle schon von Löw nominiert wurden.

Aber das soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Gerade die Heim-EM 2024 diene vielen Jungprofis als zusätzliche Motivation, sagt Schönweitz. Viel zuzutrauen ist etwa Mahmoud Dahoud oder Florian Neuhaus, vielleicht auch Torjäger Luca Waldschmidt oder Schlussmann Alexander Nübel. Dahinter wird es aber langsam dünn.

Löws Assistent Marcus Sorg hat sich jedenfalls vor Ort ein Bild gemacht, bei den Gruppenspielen gegen Dänemark (3:1) und Serbien (6:1) saß er auf der Tribüne. Chefscout Thomas Schneider schaut sich alle DFB-Spiele in Italien an. "Wir hoffen, dass nach der EM mehr Spieler hochkommen", sagt Henrichs, der 2017 mit dem A-Team den Confed Cup gewann: "Gerade jetzt in der Umbruchszeit wäre das nicht schlecht. Man hat vor zehn Jahren gesehen, wie U21-Spieler eine ganze Generation prägen können."

Manchmal bedarf es aber auch nur ein wenig Geduld. Sandro Wagner etwa, der im Finale 2009 doppelt traf, gab erst am im Juni 2017 sein Debüt im A-Team - acht Jahre nach dem Triumph mit der U21. sid

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