Oberliga Westfalen

TuS Haltern: RL-Nichtantritt war der richtige Schritt zur richtigen Zeit

RevierSport
05. November 2020, 13:33 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Nach dem Verzicht auf den Antritt in der Regionalliga West im vergangenen Sommer steht beim TuS Haltern das angekündigte „Bilbao-Konzept“ im Vordergrund. Die Oberliga Westfalen erweist sich für die junge Mannschaft von Timo Ostdorf als eine harte und dennoch machbare Bewährungsprobe. 

Dass der TuS Haltern in der Sommerpause betonte, nicht von seinem Startrecht in der Regionalliga West Gebrauch zu machen, hatte für die Vereinsverantwortlichen klare Hintergründe. Mit dem sogenannten „Konzept Bilbao“ will der Verein in den kommenden Jahren maßgeblich auf die Entwicklung von Spielern aus der Stadt und unmittelbaren Region setzen. „Dieses Ziel haben wir schon jetzt zu beinahe 80 Prozent erreicht. Haltern soll für junge Spieler, die gerade aus dem Jugendbereich kommen, eine attraktive Adresse sein“, erläutert TuS-Trainer Timo Ostdorf.


Im Hinblick auf den Nichtantritt in der Regionalliga hat Ostdorf zudem eine klare Meinung, die er auch in den bisherigen Erfahrungen bestätigt sieht. „Wir ziehen das Fazit, dass es absolut richtig war, die Mannschaft jetzt erstmal eine Liga tiefer zu etablieren“, resümiert der Coach nach zehn Spielen (Platz 13, zehn Punkte) in der Oberliga Westfalen. 

Das Hauptaugenmerk liege laut dem Übungsleiter in dieser Saison darauf, jeden Spieler individuell weiter nach vorne zu bringen. „So viele Debüts von ehemaligen Bezirksliga-Kickern und U19-Spielern wären auf diese Weise im letzten Jahr nicht möglich gewesen“, haben die Erlebnisse aus Spielen vergangener Tage gegen Rot-Weiß Oberhausen oder Alemannia Aachen ihre Erkenntnisse hinterlassen. 

Für Ostdorf fallen gute Leistungen unter Berücksichtigung der besonderen Saison-Umstände allerdings auch gegenwärtig nicht vom Himmel. „Ich glaube einfach, dass diese Liga und der damit verbundene Aufwand für unsere spezielle gesellschaftliche Situation eine Nummer zu groß ist“, verweist der Coach auf die hohe Anzahl der noch bevorstehenden Spiele nach dem Restart. "Einige Spieler aus Ennepetal haben für mich hier ein beeindruckendes Statement geliefert, indem sie aus Respekt vor der jetzigen Lage erstmal bewusst das Fußballspielen eingestellt haben", zollt Ostdorf Anerkennung für eine „mutige Entscheidung“. Dazu komme, dass die Qualität in der Liga so hoch sei, dass man nirgendwo „im Vorbeigehen“ gewinne und somit immer an die Leistungsgrenze gehen müsse.

Mit Prognosen über den Zeitpunkt des Saison-Wiederbeginns will sich Ostdorf unterdessen zurückhalten. „Ich gehe aber davon aus, dass wir 2020 gegen keinen Ball mehr treten“, ist der Trainer skeptisch gegenüber einer Weiterführung des Spielbetriebs in naher Zukunft. 


In Haltern üben sich alle Beteiligten derweil in Geduld. „Da wir ja nicht auf ein genaues Datum hinarbeiten, halten sich die Jungs mit ihren Trainingsplänen bis auf Weiteres zuhause fit“, so der TuS-Trainer über die Ungewissheit der Zukunft.

Autor: Philipp Kappenstein 

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