Der Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat für einen großen Teil seiner rund 600 Mitarbeiter Kurzarbeitergeld beantragt.

S04

Schalke-Mitarbeiter teils in Kurzarbeit: Club gleicht Einbußen aus

01. April 2020, 12:51 Uhr
Foto: Olaf Ziegler

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Der Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat für einen großen Teil seiner rund 600 Mitarbeiter Kurzarbeitergeld beantragt.

Entsprechende Medienberichte bestätigte Mediendirektor Thomas Spiegel am Mittwoch auf Anfrage. „Ja, ist richtig. Das Besondere daran ist, dass die Differenz durch die Gehaltseinbußen bei den Betroffenen vom Verein auf 100 Prozent ausgeglichen wird. Darauf hat unser Vorstand bestanden. Das ist keineswegs selbstverständlich“, sagte Spiegel der Deutschen Presse-Agentur.

Möglich wurde das in der Corona-Krise durch den teilweisen Gehaltsverzicht der Fußball-Profis, des Trainer- und Betreuerteams, des dreiköpfigen Vorstands mit Alexander Jobst, Peter Peters und Jochen Schneider sowie weiterer gut bezahlter Mitarbeiter.

Bei Kurzarbeit erhalten Angestellte insgesamt nur 60 beziehungsweise 67 Prozent (mit Kindern) des ausgefallenen Netto-Gehalts. Weil der Revierclub durch die Einsparungen bei den Top-Gehältern die Zuwendungen aufstockt, muss kein von der Kurzarbeit betroffener Mitarbeiter auf Schalke finanzielle Nachteile fürchten. dpa

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03.04.2020 - 18:02 - vomFlankengott

@ Baby

Alles richtig beschrieben. Das wird dann vom Verein und auch von den Medien sogar noch als "solidarisch" bewertet.

Der Steuerzahler sponsort so in Wahrheit über Umwege die Gehälter der Profis. Der Verein ist immerhin so liquide um das Kurzarbeitergeld (60% bei Ledigen u. 67% bei Verheirateten), welches natürlich von der Allgemeinheit der Steuerzahler bezahlt wird, dann nachträglich wieder auf die vollen 100% aufzustocken.

Im Ergebnis sind so die Steuerzahler gegenüber den Profis "solidarisch", damit deren Gehälter nicht noch weiter abgeschmolzen werden müssen.

Keine Sorge: Ist aber alles ganz legal.

02.04.2020 - 08:18 - Baby

Vorab: Ich bin kein Arbeitsrecht-Experte, und ja, S04 mag ich nicht sonderlich. Trotzdem hätte ich das hier bei allen Vereinen unter den Artikel geschrieben.
Eine offizielle Anmeldung zur Kurzarbeit, eine Reduktion der Kosten für den Verein, eine Bezuschussung durch den Staat, eine Ausgleichzahlung durch den Verein an die Mitarbeiter (so dass diese auf 100% kommen). Auch wenn es Rechtens ist, finde ich das irgendwie schlimm. Ich gönne den Mitarbeitern (mit Familien, Krediten und Mieten) auf jeden fall die 100%. Aber wenn der Verein das dann aus eigener Tasche ausgleichen kann (auch wenn die Ursache ein Gehaltsverzicht der Profimannschaft ist), dann ist dieser Verein scheinbar eben nicht notleidend. Und der Verein beantragt trotzdem staatliche Gelder, die wiederum vorher alle Steuerzahler gelöhnt haben. Verstehe ich das so in etwa richtig? Falls ja, finde ich das moralisch abartig den vielen kleineren Unternehmen (Friseuren, Gastronomen, etc.) gegenüber. Oder ich habe da was falsch verstanden?! Ich drücke allen Mittelständlern die Daumen, dass sie die Krise mit Ihren Unternehmungen überleben!