Am Sonntag (14 Uhr) steigt das Verfolgerduell in der Regionalliga. Rot-Weiss Essen trifft im Stadion Essen auf Rot-Weiß Oberhausen. Der Verlierer hat im Kampf um die Meisterschaft schlechte Karten. Wir sprachen im Vorfeld mit RWO-Präsident Hajo Sommers über die 90 Minuten. 

Regionalliga

RWO-Boss Sommers über das "Derby-Endspiel" gegen RWE

14. Februar 2020, 08:40 Uhr

Es kribbelt vor dem Derby bei RWE: RWO-Boss Hajo Sommers (Foto: Kerstin Bögeholz).

Am Sonntag (14 Uhr) steigt das Verfolgerduell in der Regionalliga. Rot-Weiss Essen trifft im Stadion Essen auf Rot-Weiß Oberhausen. Der Verlierer hat im Kampf um die Meisterschaft schlechte Karten. Wir sprachen im Vorfeld mit RWO-Präsident Hajo Sommers über die 90 Minuten. 

Hajo Sommers, wir sprachen am Mittwoch darüber, ob es vor dem Anpfiff mehr kribbelt als sonst? Da sagten Sie dies. 
Es kribbelt tatsächlich etwas mehr, das muss man zugeben. Allerdings nicht wegen Rot-Weiss Essen, sondern aufgrund dieser beiden Großstädte Verl und Rödinghausen. Beide haben Geld, da machen wir uns nix vor. Da wird kein Feierabendfußball gespielt mit zwei Kisten Bier. Weder in Verl noch in Rödinghausen. Wobei eins klar ist. Da wird auch sehr gute Arbeit geleistet, Hut ab davor. Daran sieht man wieder, wie wichtig Ruhe im Fußball ist. Es gibt dort keine Schreier. Wir haben schon öfter gegen Verl oder Rödinghausen gespielt. Aber ich habe es noch nicht erlebt, dass dort einer pfeift, wenn ein Spiel verloren geht. Da muss man schon Ruhrgebietler sein. Dagegen ist der Nordsauerländer aber mehr als relaxed.


Dann kam am Donnerstag die Nachricht, dass Rödinghausen keine Lizenz beantragen wird. Wie haben Sie das aufgefasst?
Ich will ja jetzt kein Klugscheißer sein, aber ich habe schon vor der Saison gesagt, dass Rödinghausen aufgrund dieser Lizenz-Problematik nicht aufsteigen wird. Für mich kommt das nicht überraschend. Aber wirklich, das meine ich total ernst: Glückwunsch an Rödinghausen. Es scheint in Fußball doch noch Vereine mit Vernunft und Verstand zu geben. Denn eines ist doch klar: In der Regionalliga ist die Lizenz für Liga drei nur für Rot-Weiss Essen ein Klacks. Sie müssen es nur sportlich schaffen, sonst steht da alles für Liga drei oder noch höhere Ligen bereit. Wir haben das Umfeld, das Stadion, aber müssen finanziell einen Kraftakt hinlegen. Verl muss noch andere Voraussetzungen schaffen, dafür haben sie aber das nötige Kleingeld. In Rödinghausen ist es noch eine andere Situation. Da sieht man mal, wie schwer es ist aus dieser Liga herauszukommen - es geht nicht immer nur um Sport.

Wenn man von dem Führungsquartett Rödinghausen, Verl, RWE und RWO die Etats nimmt. Wo liegt RWO denn da?
Da bin ich nicht sicher. Verl und Rödinghausen werden vermutlich auf den Gesamtetat kommen, den wir auch haben. Wobei ich nicht genau weiß, wie sie im Nachwuchsbereich aufgestellt sind. Das ist mir auch egal. Beide machen gute Arbeit und knicken nicht ein.

Zuletzt gab es zwischen RWE und RWO häufig ein Remis in der Regionalliga. Diesmal müssen beide Teams auf Sieg spielen, oder?
Ich weiß nicht, was Essen macht. Aber unser Trainer Mike Terranova wird sicher bis zur 90. Minute auf den Sieg gehen.
 
RWO hat zuletzt fünf Partien in Serie gewonnen. Wie breit ist die Brust der Kleeblätter?
Wir haben nichts zu verlieren. Wir haben einen Lizenzantrag, der ist in Arbeit. Der Wirtschaftsprüfer hat mir gerade die letzten Sachen diesbezüglich geschickt. Da sind wir durch. Die technischen Dinge rund um das Stadion sind auch in Arbeit. Also können wir nur noch eins machen. Wir müssen sportlich oben dranbleiben.

Wie lautet Ihre bisherige Saisonbilanz? Ist es erstaunlich, dass RWO so kontinuierlich oben dabei ist?

Für mich nicht. Wer sieht, wie Mike Terranova mit der Mannschaft arbeitet, den wundert das nicht. Da ist sehr viel Einheit vorhanden, das war uns immer wichtig. Wir sind von den ersten vier Mannschaften eine Mannschaft mit mehr Tradition als Verl oder Rödinghausen. Wir sind aber auch der Vierte, wenn es um die Chancen geht, aufzusteigen.

Glauben Sie denn, dass Verl noch einbricht? Bisher ist der Punkteschnitt ja schon außergewöhnlich.
Man weiß ja, wie das mit einem Lauf ist. Wenn der da ist, bleibt der auch erst einmal. Spannend wird es, wenn der mal unterbrochen wird. Ich sage, Verl ist noch lange nicht durch, dafür gibt es noch zu viele Partien.

Was spricht in Essen für RWO?
Wir werden wahrscheinlich nicht noch einmal so auftreten wie beim 0:3 im Hinspiel. In der ersten Halbzeit habe ich mich damals gefragt, vor wem haben wir denn hier so viel Respekt, weil wir die Buchse richtig voll hatten. Danach gab es das so nicht mehr in dieser Saison.

Wie viele Fans werden RWO begleiten?
Ich denke, wir landen so zwischen 2000 und 3000 eigenen Fans im Stadion Essen. Und ich erwähne es noch mal für alle die, die es nicht wissen. Oberhausen ist auch nur ein Drittel so groß wie Essen. Das Vergessen einige gerne.

Sind Sie denn auch im Stadion am Sonntag?
Ja, ich versuche es mal. Das mache ich auswärts eigentlich nie, weil es meistens ein schlechtes Omen ist. Gegen Essen besonders. Der Vorstand hat gesagt, er nimmt mich mit. Verlieren wir, bin ich schuld. 

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14.02.2020 - 21:24 - Red-Whitesnake

Es sind auch nur Zuschauerzahlen... nicht mehr und nicht weniger.
Höhere Zuschauerzahlen im Stadion... gleich höhere Personalkosten.
Es ist auch immer die gleiche Nummer mit den Einwohnerzahlen... wenn es keine Stadtgrenzen mehr geben würde, dann würde es die gleichen Zuschauerzahlen bei den Vereinen geben.
Hier ziehen Dortmund und GE die Zuschauer/Einwohnerzahlen... der Rest und die Neugierigen, die teilen sich dann die anderen Vereine auf.

Und trotzdem muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich den Herrn Sommers klasse finde.. so als Typ, von seiner Art und was er für seinen Verein so gemacht, oder in die Wege geleitet hat.
Hoffe für ihn, dass er immer schön gesund bleibt und er seine Zeit ohne Amt bei RWO (nach dieser Saison?) auch völlig geniessen kann.

Alles Gute, Herr Sommers... aber Sonntag werden sie hoffentlich der Schuldige sein. ;-)

14.02.2020 - 17:46 - Kleeblatt1904

Fan 2000 und Außenverteidiger endlich mal sachlich vernünftige Kommentare zu den Zuschauer zahlen ..

14.02.2020 - 12:24 - RWE-Serm

Ey @Außenverteidiger is schon wieder Weihnachtszeit?
Aber Recht hasse

14.02.2020 - 12:06 - fan2001FBU

@unholt: Der Vergleich mit Aue ist sehr schlecht. Wo sollen die Leute im Erzgebirge denn auch hingehen? Außer Wintersport ist dort nix los.
RWO hat die meisten Zuschauer in der 2. Liga gehabt und nach dem Abstieg viele Zuschauer verloren.
Der Oberhausener ist ein verwöhnter Zuschauer und geht nur zum Fußball, wenn es um etwas geht.
Wie letztes Jahr beim Endspiel gegen Verl waren 8 Tsd. Zuschauer im Stadion.
Das Problem sind die Leute in Oberhausen, welche eine Dauerkarte von Schalke, BVB, Gladbach und MSV haben.
Die gehen auch nicht (mehr) zum RWO.
Fazit: Der Fußballfan sucht sich das Beste aus und die kleinen Vereine in unteren Ligen leiden darunter.

14.02.2020 - 10:10 - Außenverteidiger

Mal ein wenig anders gedacht. Mir fällt gerade auf, wir schießen ernsthaft gegenseitig bei den Zuschauerzahlen gegeneinander. Dachte das wäre Spaß und eher zur Rivalitätspflege gedacht. Realistisch betrachtet haben Wuppertal und Oberhausen auch gute Zuschauerzahlen für deren Verhältnisse. Vierte Liga, marode Stadien, wobei ich jedem ein saniertes Stadion gönne. Letztendlich schießen wir uns gegenseitig in den Fuß bei ernsthaften Diskussionen. Warum? Ganz einfach. Mit einem vernünftigen Wettbewerb hätten Essen, Wuppertal, Oberhausen, Aachen, Verl, Wattenscheid usw mehr Zuschauer. Sehe ich unseren Gästeblock gegen Köln 2, Düsseldorf 2 und Co. Dann hat Homberg mehr Zuschauer mitgebracht. Essen bringt Auswärts gegen Aachen und Oberhausen mehr Zuschauer, als gegen Köln 2 mit... Oberhausen bringt mehr nach Essen, als gegen Köln 2 usw... Dieses Wechselspiel wird leider kaum beachtet. Jeder von uns braucht die Kohle, egal auf welchem Niveau. Haben wir 1/3 mehr an Etat, brauchen wir 1/3 mehr Einnahmen...

Wie geschrieben. Ich Liebe die Rivalität, den sportlichen Hass und die Wut, aber politisch bin ich für einen klaren strukturierten Wettbewerb. Da bewegen sich gleiche Marktteilnehmer auf Augenhöhe.

14.02.2020 - 09:06 - Frankiboy51

"Der Verlierer hat im Kampf um die Meisterschaft schlechte Karten."
Schlechte Karten hat der, der nach diesem Spieltag auf dem 4. Tabellenplatz steht.
und dann noch was.
Wird in der 260.000 Einwohner Stadt Fußball gespielt oder sind da 14-tägige Events unter Flutlicht in der Arena?
Genau so viele Zuschauer haben wir im Jahreßchnitt auch bei den Event in der König Pilsener Arena.

14.02.2020 - 08:28 - RWE-Serm

Hr. Sommers, Sie sind herzlich Willkommen anne Hafenstr.

14.02.2020 - 07:50 - BottropKoppDropp

Und Du hast Schalke vergessen: Strukturschwache 260.000 Einwohner Stadt, ständig ausverkauft mit 60.000 Leuten, und davon ganz schön viele aus Essen ;-)

14.02.2020 - 07:42 - Unholt

Netter Kerl der Sommer mit viel Herzblut für den Verein.
Aber eins muss ich widersprechen... Nur weil eine Stadt drei mal so groß ist, muss der Verein auch dem entsprechend mehr Zuschauer haben. Hier spielen auch Faktoren wie Verbundenheit und Leidenschaft eine Rolle. Wie könnte es sonst sein, dass in Aue über 10.000 ins Stadion gehen, obwohl die Stadt gerade mal etwas mehr als 20.000 Einwohner hat? Hingegen kommen bei Hertha BSC knapp über 40.000 in der 1. Liga. Und Berlin ist eine Millionenstadt. Man kann nicht immer alles auf die Einwohnerzahl beschränken.