Der Redakteur des Fanmagazins schwatzgelb.de, der am Samstag nach dem Derby des BVB beim FC Schalke 04 am Dortmunder Hauptbahnhof von einem Polizisten verletzt worden sein soll, befindet sich auf dem Weg der Besserung. 

Derby

Nach OP! Redakteur von schwatzgelb.de hat Krankenhaus verlassen

Stefan Bunse
30. Oktober 2019, 22:22 Uhr

Foto: Ralf Rottmann

Der Redakteur des Fanmagazins schwatzgelb.de, der am Samstag nach dem Derby des BVB beim FC Schalke 04 am Dortmunder Hauptbahnhof von einem Polizisten verletzt worden sein soll, befindet sich auf dem Weg der Besserung. 

Nach einer Operation hat er inzwischen das Krankenhaus verlassen. Allerdings muss er in den kommenden Wochen auf feste Nahrung verzichten. 


Nach der Rückkehr des Sonderzuges aus Gelsenkirchen hatte es im Bereich des Dortmunder Hauptbahnhofs Auseinandersetzungen zwischen etwa 80 Fans von Borussia Dortmund und einem einzelnen Schalke-Anhänger gegeben. Bei den Einsatzmaßnahmen soll auch ein Redakteur von schwatzgelb.de verletzt worden sein. Das Fanmagazin hat dazu eine Stellungnahme veröffentlicht: 
 


Hier die Stellungnahme im Wortlaut:

Das Wichtigste vorneweg: Unser Redakteur konnte gestern das Krankenhaus verlassen und ist auf dem Wege der Besserung. Die OP ist erstmal gut verlaufen, allerdings wird er wohl noch einige Wochen auf feste Nahrung verzichten müssen.


Wir möchten uns ganz herzlich für all die aufmunternden Worte, die Genesungswünsche und Unterstützungsangebote bedanken. Die Resonanz auf unseren Beitrag war schlicht überwältigend.

Wir verstehen, dass es für den einen oder anderen schwer nachvollziehbar ist, dass ein Polizist sich zu so einer Gewalttat hinreißen lässt. Aber leider passiert so etwas. Bei ca. 300.000 Polizisten in Deutschland sind halt auch welche dabei, die für diesen Beruf nicht geeignet sind. Das lässt sich so erstmal nicht vermeiden. Was sich aber sehr wohl vermeiden lässt, ist der Umgang der Polizei mit Vorfällen dieser Art. Dass der Unwille zur Aufklärung selbst für Außenstehende erkennbar ist, dass entscheidende Videoaufnahmen plötzlich verschwunden sind und dass Personen, die erlittene Polizeigewalt anzeigen wollen, per Gegenanzeige eingeschüchtert werden, ist in diesem Land nicht hinnehmbar. 

Genauso wenig ist es hinnehmbar, dass bestimmte geschlossene Einheiten immer wieder durch unverhältnismäßige Gewaltanwendungen auffallen. Entweder findet hier keine vernünftige Einsatznachbereitung statt oder Eskalationen werden bereitwillig in Kauf genommen. Dass anschließend die Aufklärung der Vorgänge schon daran scheitert, dass die Beamten dieser Einheiten nicht identifizierbar sind, ist dann schon zynisch. Aus all diesen Gründen werden wir uns auch weiter kritisch mit dem Verhältnis zwischen Fußballfans und Polizisten auseinandersetzen.

Was wir in keinster Weise nachvollziehen können, sind Aussagen, dass unser Redakteur selbst schuld ist, da er sich schließlich in der Nähe sogenannter „Problemfans“ aufgehalten hat. Wer so etwas von sich gibt, sollte dringend seine Einstellung zum Rechtsstaat überdenken.

Wie geht es jetzt weiter? Im Hintergrund läuft bereits die rechtliche Aufarbeitung. Hierzu können wir keine großen Wasserstandsmeldungen abgeben, da sich das Ganze natürlich erstmal hinziehen wird. Inwiefern die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnehmen wird, können und wollen wir ebenfalls nicht beurteilen. Wir werden natürlich mitteilen, wenn es hier Neuigkeiten gibt.

Leider können wir derzeit viele Medienanfragen nicht adäquat beantworten. Wir geben unser Bestes, aber da schwatzgelb.de auch nach 19 Jahren immer noch ein reines Freizeitprojekt ist, sind wir leider zeitlich etwas eingeschränkt.

Vielen Dank für eure Unterstützung!

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31.10.2019 - 11:33 - Frankiboy51

Das kommt davon, wenn Redakteure im Einsatz nicht gekennzeichnet sind. In Syrien trägt man eine schußsichere Weste und ein blaues Leibchen mit dem nicht übersehbaren Wort " PRESSE". Manche nehmen auch noch einen Helm.
Nach diversen 16-jährigen Erfahrungen. Warum meint der Redakteur, auf dieses alles am Dortmunder Hauptbahnhof verzichten zu können.
Zur Vermeidung von Kollateralschäden sollte man als zufälliger Beobachter zumindest ein PRESSE Armbinde dabei haben.
Aber was will man erwarten, wenn Täter und Angegriffene sich solidarisieren, um unser aller Freund und Helfer anzugreifen.

31.10.2019 - 00:37 - Außenverteidiger

Woher kommen die 300.000 Polizsten? Habe gerade meine Einstellung zum Rechtsstaat überdenken wollen, da traten einige Fragen auf. Handelt es sich um Bundespolitsten? Landespolizisten? Hat die Bundespolizei 300.000 Polizisten?

31.10.2019 - 00:34 - Außenverteidiger

Darf ich irgendwo vor euch niederknien? Würde meine Liebe zu euch gerne Ausdruck verleihen. Zum Glück ist bald Allergeiligen. Gott segne euch und bitte verhindert die unmenschliche Willkür gegen euch Ultras. Eine Klage in den Haag würde ich herzlichst unterstützen. Assad und Co.sollten hinten anstehen, weil die Grausamkeit echt zu überdenken ist.