Die Bundespolizei hat eigentlich ein positives Fazit zum 155. Revierderby zwischen dem S04 und dem BVB gezogen. Doch eine Auseinandersetzung hat ein Nachspiel, denn ein Autor von schwatzgelb.de - eine Dortmunder Fanseite - wurde offenbar durch einen Polizisten schwer verletzt.

Derby

Autor von BVB-Fanzine durch Polizisten verletzt

28. Oktober 2019, 13:07 Uhr

Foto: dpa

Die Bundespolizei hat eigentlich ein positives Fazit zum 155. Revierderby zwischen dem S04 und dem BVB gezogen. Doch eine Auseinandersetzung hat ein Nachspiel, denn ein Autor von schwatzgelb.de - eine Dortmunder Fanseite - wurde offenbar durch einen Polizisten schwer verletzt.

Angefangen hatte alles mit einem Schalker Fan, der einen Dortmunder Anhänger am Dortmunder Hauptbahnhof bespuckte. Ein Sonderzug mit Mitgliedern der Dortmunder Fanszene war gerade in Dortmund angekommen. Es folgten einige Provokationen, dann die Spuckattacke. 


Daraufhin kam es am Hauptbahnhof zu einer Einsatzlage, weil zahlreiche weitere BVB-Fans sich gegen den Schalker solidarisiert hatten. Die Polizei berichtet diesbezüglich: "Ziel der Einsatzmaßnahme war, eine körperliche Auseinandersetzung zwischen BVB-Fans und einem Schalke-Fan im Bereich der Vorhalle zu verhindern. Dabei nahmen Bundespolizisten zwei tatverdächtige BVB-Fans vorläufig fest. Im Anschluss solidarisierte sich eine größere Gruppe Dortmunder Fans gegen die Einsatzkräfte der Bundespolizei. In den sozialen Medien wurde noch am gleichen Abend ein Video gepostet, in dem zu erkennen ist, wie ein Bundespolizist gegen eine Person am Ausgang zum Hauptbahnhof (Vorhalle) vorgeht. Des Weiteren berichtet heute (28. Oktober) ein Fanmagazin in einem Internetartikel über einen während der Einsatzmaßnahmen verletzten Redakteur."


Das Fanmagazin ist schwatzgelb.de. Dort werden schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. In eigener Sache wird auf dem Portal erklärt: "Am Samstagabend kam es im Dortmunder Hauptbahnhof zu einer Auseinandersetzung zwischen Dortmunder Fans und der Polizei. Hierbei wurde ein Redakteur von schwatzgelb.de, der zudem auch Mitglied der Fanhilfe ist, durch einen Polizisten schwer verletzt. Unser Redakteur war an der Auseinandersetzung nicht beteiligt, sondern telefonierte gerade, als ihm ein Polizist unvermittelt mit dem Schlagstock ins Gesicht schlug. Dabei erlitt unser Redakteur schwere Gesichtsverletzungen und musste noch am Wochenende operiert werden. schwatzgelb.de verurteilt den Gewalteinsatz der Bundespolizei NRW gegen Unbeteiligte. Der Vorfall zeigt einmal mehr, warum eine individualisierte Kennzeichnung von Polizisten dringend nötig ist, um eine solche Körperverletzung aufzuklären und zu ahnden."


Die Dortmunder Fanhilfe gab in diesem Zusammenhagn eine Pressemitteilung heraus. Hier heißt es: „Aus bislang nicht zweifelsfrei geklärten Gründen kam es trotz augenscheinlich ruhiger Lage, um die Ingewahrsamnahme der beiden Personen zu einer Räumung der Bahnhofshalle durch die Einheiten der Bundespolizei. In deren Zuge wurden sowohl Mitarbeiter des Fanprojektes als auch aktive Mitglieder der Fanhilfe und unsere vor Ort befindlichen Anwälte durch die Beamten attackiert."

Die Fanhilfe will nun entscheiden, ob und welche „rechtliche Überprüfung der polizeilichen Maßnahmen sinnvoll und möglich ist“. Die Bundespolizei sichtet derzeit die vorliegenden Videos, die anschließend der Staatsanwaltschaft Dortmund zur weiteren Bewertung und Prüfung vorgelegt werden. 

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28.10.2019 - 14:14 - refn

Absolut korrekt. Ich kann diesen Unsinn der Selbstdarsteller nicht mehr hören. Szene X macht der Polizei Vorwürfe, Ultragruppierung Y beklagt Polizeigewalt, Autor Z fühlt sich ungerecht behandelt. Ich will das Thema nicht klein reden, auch die Polizei reagiert oft über und das gehört genau protokolliert, aber an die eigene Nase fasst sich von den Vögeln keiner. Wer sich am Bahnhof formiert und pöbelt, darf keine verletzten Unbeteiligten beklagen. Das passiert im Tumult nun einmal. Wer wirklich unbeteiligt ist, steht da nicht mit rum, da es sich um in der Szene einschlägig bekannte Gruppierungen handelte. Ich war übrigens auch dort, falls sich das jetzt jemand fragt ...

28.10.2019 - 13:45 - Außenverteidiger

Irrwitziger Gedanken: Was wäre passiert, wenn alle den Bahnhof normal verlassen hätten?

Sobald Gewalttaten entstehen, sind alle Beteiligten in einem emotionalen Kriegszustand. Als Fan sehe ich Menschen mit Waffen in der Hand. Wieso gehe ich nicht weg? Wer nicht kämpfen will, sollte sich vom Kampfgeschehen entfernen. Gleiches gilt für Provokationen. Wer nicht kämpfen will, beleidigt keinen. Alles andere ist eine menschliche Verkettung.