09.01.2019

WSV

"Meister" Pröpper: "Bin schockiert, erschüttert"

Foto: Stefan Rittershaus

Dem Wuppertaler SV droht die Insolvenz. Der ehemalige Bundesligist ist finanziell stark angeschlagen. Das Ganze geht auch an Vereinslegende Günter "Meister" Pröpper nicht spurlos vorbei.

Der 77-jährige gebürtige Dorstener Pröpper, der seit über 40 Jahren in Wuppertal lebt, spielte zwischen 1969 und 1979 beim WSV. Insgesamt bestritt er 294 Pflichtspiele für Wuppertal und erzielte dabei 182 Tore. 87 (39 Treffer) Begegnungen absolvierte er für die Rot-Blauen in der 1. Bundesliga.

RevierSport sprach am Mittwoch mit "Meister" Pröpper über die aktuelle Lage beim Wuppertaler SV.

Günter Pröpper, was geht in Ihnen vor, wenn Sie an die aktuelle Situation beim WSV denken?
Als ich das erfahren habe, war ich geschockt und erschüttert. Das bin ich immer noch. Das alles tut mir sehr weh. Der WSV ist tief in meinem Herzen verwurzelt.

Überrascht Sie denn diese missliche Lage?
Wissen Sie: Ich bin niemand, der mit dem Finger auf anderen Menschen zeigt. Klar ist, dass der WSV nie viel Geld hatte. Mir kam schon in den letzten Monaten zu Ohren, dass hier und da vielleicht etwas fehlen würde. Dass die Situation aber so schlimm ist, wusste ich nicht.


Gehen Sie immer noch ins Stadion am Zoo?
Wenn es die Gesundheit zulässt, dann gehe ich ins Stadion. In dieser Saison war ich aber selten da. 

Viele Zuschauer kommen ja nicht mehr ins Stadion...
Ja, leider. Aber ich muss hier mal auch den Verband an den Pranger stellen. Manche Spielansetzungen des Wuppertaler SV sind mir ein Rätsel. Wie kann man das Spiel gegen Oberhausen auf einen Montagabend setzen? Da ist doch klar, dass kaum jemand kommt. Das Sonntagsspiel gegen Aachen sieht ähnlich aus. Aber was mich am meisten ärgert, ist das Spiel gegen Rot-Weiss Essen. Warum müssen wir gegen RWE im Dezember spielen? Warum legt es der Verband nicht auf die ersten Spieltage? Dann kommen auch über 10.000 Zuschauer und es könnte alles anders aussehen. Der Verband sollte auch mal an die Vereine bei den Terminierungen denken. Der Verband sollte die Klubs unterstützen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Verband den Wuppertaler SV gar nicht in der Liga haben will.

Sie sind 77 Jahre alt. Was würden Sie gerne noch mit dem WSV erleben?
Den Profifußball! Und damit meine ich die 3. Liga. Von 1. oder 2. Bundesliga brauchen wir hier gar nicht zu sprechen. Aber die 3. Liga sollte für eine Stadt wie Wuppertal machbar sein. Und dann wünsche ich mir einfach nur Ruhe. Das beim WSV mal über Jahre Ruhe herrscht und nur über Fußball gesprochen und diskutiert werden kann.

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09.01.2019 - 21:35 - outlaw1712

@Cronenberger: Sucht mal den Fehler bei euch, nicht beim Verband. Wer glaubt, dass der Plan mit Absicht genau so gedreht worden sei, glaubt auch, dass die Erde ne Scheibe ist...

Freut euch doch. Immerhin habt ihr euer allerletztes Heimspiel gegen uns gewonnen. ist doch was.

09.01.2019 - 19:45 - Hotteköln

@Falscheinwurf:
Danke für die Vorschusslorbeeren.
Das Problem ist aber nicht nur eins vom WSV, W09, und Herckenrath. Da kommen in den nächsten Monaten meiner Meinung noch mehr dazu. Das Problem liegt in der Problematik der Liga. Von hier nach oben ins gelobte Land des offiziellen Profifußballs ist es ungemein schwer. Egal ob mit Relegation oder ohne. Um aus dieser "Schweinliga" rauszukommen musst du Geld in die Hand nehmen. Am besten das was du hast und nicht was du erhoffst. Von hoffen ist bisher keiner durchgekommen. Das gleiche gilt für die Aufsteiger in die Regio. Sollte auch vorher abgesichert sein. Von den letzten Aufsteigern der letzten Jahren sind mit Ausnahme vom KFC jedes Jahr gefühlt 70 % wieder abgestiegen. Ist eine wirklich schwere Liga

09.01.2019 - 19:21 - KB1904

Und "Meister", hast du 2013 auch mit abgestimmt? Ja für die WSV Inniative 2.0 oder? Also ist leise weinen angesagt!

09.01.2019 - 18:49 - falschereinwurf

Redaktionskonferenz:

- Habt ihr schon gehört, Verein XY ist in Schwierigkeiten?
- Ich habe eine grandiose Idee!
- Was denn?
- Wir interviewen einen, der da vor 50 Jahren mal gespielt hat. Der hat Ahnung und kann was beitragen.
- Perfekt, so machen wir es.

Alle Medien in Deutschland. Immer. (Wie gehts eigentlich der Region und was sagt Horst Eckel dazu?)

Anyway: die Zahlen, die man da aus W hört, kennt man ja sonst nur vom Eishockey. Aber eins sollte doch wohl jedem klar sein: wenn du nicht rechnen kannst, kannst du nicht rechnen. Und dann passiert sowas. Da ist dann kein Verband Schuld, kein Zuschauer, kein Sponsor, niemand. Nur der Typ auf der Geschäftsstelle mit seinem Taschenrechner.

Für die Liga ist das Ganze eine Katastrophe. Die Zuschauer bleiben eh schon überall zuhause. Diese Saison geht die Vicky weg und wenn der DFB nicht in Null-Komma-Nichts eine saubere Aufstiegslösung präsentiert, wird es in der nächsten Saison noch bei vielen immer dusterer.

09.01.2019 - 18:46 - Kalle K

Komisch nur, dass die letzten drei Liga-Heimspiele des WSV an folgenden Daten waren:
02.12.2018
11.04.2018
09.08.2016

Einmal Herbst, einmal Frühjahr, einmal Sommer.

Die Heulerei derer, die die Schuld überall, außer bei den Verantwortlichen suchen, ist einfach nur peinlich.
Das der Etat um eine 1/4 Million Euro abweicht ist nur Schuld derer, die sich auf diese Kalkulation eingelassen haben.

09.01.2019 - 18:11 - Cronenberger

@otlaw1712
Komisch nur, daß es bereits das 2.Mal war, daß das Spiel am Anfang der Saison wieder in Essen war??!!!
Nach der letzten Saison, in der RWE beide Spiele gegen den WSV verloren hatte, wären am Zoo am Anfang der Saison mit Sicherheit wieder 11000 Zuschauer gewesen!
Da RWE nach 5 Spieltage ja auch nichts mehr auf die Kette bekommen hat, hatte man zumindestens eine Topeinnahme am Anfang! Sonst wäre euer Schnitt auch um fast 1000 niedriger
Denn euer Schnitt ist danach ja auch Schritt für Schritt eingebrochen!
Mal darüber nachgedacht???? Mach mal die Augen auf!
Ist schon sehr seltsam wie die Ansetzungen in dieser Liga so sind!!!!!
Aber freut Euch wenn wir nicht mehr da sein sollten, dann fehlen euch auch mal eben 11000 Zuschauer!
Sind ja nur locker 150.000 Euro einnahme!
Aber RWE kann sichs ja leisten.....

09.01.2019 - 17:32 - fussballnurmi123

Da dürfen sich die Wuppis bei ihrer Bruchbude am Zoo nicht wundern. Als Gästefan in Wuppertal, dem Regenloch Deutschlands, über zwei Stunden in einer Kurve ohne Überdachung stehen zu müssen, ist nicht gerade eine Einladung zum Stadionbesuch.

09.01.2019 - 17:18 - outlaw1712

Das Spiel gegen Essen WAR zu Saisonbeginn. In Essen. 5:1. Kann man mal vergessen.

Vielleicht sollte der Verband auf persönliche Befindlichkeiten der Vereine besser eingehen. Vielleicht kann RWE ja von Anfang August bis Mitte September bitte überall auswärts spielen, damit alle auch bitte bei schönem Wetter viele Zuschauer haben.

Peinlich, peinlich.

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