Griechisches Temperament, deutsche Disziplin

22.12.2018

Wiemelhausen

Griechisches Temperament, deutsche Disziplin

Foto: Joachim Hänisch

Xhino Kadiu ist Concordia Wiemelhausens Torjäger. Nicht nur seine Quote ist beeindruckend. 18 Treffer in 17 Ligaspielen hat der 28-Jährige bislang erzielt.

Wenn er am Ball ist, kommen die Gegner ins Schwitzen: Xhino Kadiu kam als Hoffnungsträger nach Wiemelhausen und hat bislang alle Erwartungen erfüllt. Der Torjäger kommt seinem Auftrag nach und knipst nach Belieben: In 17 Ligaspielen hat er 18 Treffer erzielt. Darüber hinaus hat er sich auch in die Mannschaft gut eingefügt und ist Teil des Teams, nicht nur wegen seiner vielen Tore. Für den Stürmer ist das eine Grundvoraussetzung für den Erfolg.
„Ich habe mich hier von Anfang an willkommen gefühlt. Es ist für mich unheimlich wichtig, dass ich das Vertrauen spüre, um meine Leistung zu bringen“, erzählt Kadiu. Bei seiner vorherigen Station, der TSG Sprockhövel, hat er dieses Vertrauen nicht mehr gespürt und deswegen den Neustart in der Westfalenliga gewagt. Dabei ist Sprockhövel für ihn ein Stückchen neue Heimat.


Vor sechs Jahren kam der gebürtige Albaner aus Griechenland, wo er groß geworden ist, nach Deutschland. Kadiu war nach der wirtschaftlichen Krise in seinem Heimatland auf der Suche nach einem besseren Leben, besseren Perspektiven. Auch seiner Leidenschaft Fußball wollte er dabei weiter nachgehen. Als er in Sprockhövel landete, war die TSG seine erste Anlaufstation. Deutsch konnte er damals noch nicht, umso mehr überzeugte er mit seinem Torinstinkt, den er schon mit 17 Jahren bei AO Chaidari in Griechenlands dritter Liga unter Beweis gestellt hatte.
In seiner ersten Oberliga-Saison erzielte er gleich fünf Tore, legte in der folgenden Spielzeit 23 Treffer nach und weckte das Interesse von Regionalligist FC Kray, wo er zwei Jahre lang sein Glück versuchte. Nach einem Ausflug nach Rhynern zog es ihn zurück nach Sprockhövel. Doch so richtig baute man dort nicht mehr auf den Stürmer, der zwar elfmal traf, aber selten über die volle Spielzeit ran durfte. Kadiu zog einen Schlussstrich. Da kam ihm der Anruf von Wiemelhausens Sportlichem Leiter Uwe Gottschling gerade recht.

„Die ersten Gespräche haben mich schnell überzeugt“, erzählt der 28-Jährige, der sich nun wieder richtig aufgehoben fühlt: „Hier ist es Hammer. So eine Stimmung, so einen Zusammenhalt habe ich noch nie erlebt. Selbst als es zu Beginn der Saison nicht so gut lief, sind alle ruhig geblieben.“ Auch er selbst hat nie groß getönt, obwohl das griechische Heißblut manchmal in ihm hoch kommt. „Da kommt es mir zugute, dass ich in Deutschland Werte wie Disziplin gelernt habe“, schmunzelt er.

Der Rückhalt auf und neben dem Platz zahlt sich aus. Kadiu ist Leistungsträger bei der Concordia, die trotz des fast beängstigend schlechten Starts auf Platz vier in die Winterpause geht. Doch der Top-Torjäger der Westfalenliga, der sich den aktuellen Spitzenplatz mit Hordels Sturmspitze Ron Berlinski teilen muss, bleibt bescheiden und lobt vor allem seine Mitspieler: „Das Team hat eine hohe Qualität und macht mich besser – ob Dennis Gumpert und Marco Costanzino mit ihrer Schnelligkeit, Henning Wartala und Kai Strohmann mit ihrer Erfahrung oder Gianluca Silberbach, Ozan Simsek und Tom Franke mit ihrem Talent. Auch das Trainerteam pusht mich sehr.“

Bis zum Ende der Saison läuft sein Vertrag noch. Wie es danach weitergeht, steht in den Sternen. Kadiu will sich nicht frühzeitig festlegen lassen, aber er sagt auch ganz klar: „Ich fühle mich sehr wohl in Wiemelhausen und bin sehr froh, dass ich hier gelandet bin.“

Vertrag endet mit dieser Spielzeit
Aktuell macht sich Kadiu ohnehin nicht zu viele Gedanken um Fußball und versucht, in der kurzen Winterpause etwas durchzupusten. Die Eltern sind zu Besuch, gemeinsam mit der Freundin wird Weihnachten gefeiert, bevor es zwischen den Jahren schon wieder zum Hallentraining geht. Der 28-Jährige freut sich drauf: „Es ist einfach schön, die Feiertage mit den Liebsten zu verbringen. So kann ich am besten abschalten.“

Autor: Felix Kannengießer

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