Landesliga WF 3

Firtinaspor Herne: Nicht-Abstieg kann „sehr schwer“ werden

Kai Fedrau
26. Dezember 2020, 15:00 Uhr
Hasan Ugur, Trainer von Firtinaspor Herne, Foto: Rainer Raffalski

Hasan Ugur, Trainer von Firtinaspor Herne, Foto: Rainer Raffalski

In der Landesliga Westfalen 3 waren es für Firtinaspor Herne schwere Umstände vor der Saison. Trainer Hasan Ugur befürchtet nach der langen Corona-Pause zudem ein erhöhtes Verletzungsrisiko.

Nach erst sechs Partien steht Firtinaspor Herne in der Landesliga Westfalen 3 sieglos auf dem vorletzten Tabellenrang. Die Mannschaft von Trainer Hasan Ugur musste jedoch bereits gegen einige Liga-Hochkaräter, wie Spitzenreiter Kirchhörder SC oder dem Drittplatzierten Hombrucher SV, antreten.


Trotz der schlechten Ausgangsposition ist Trainer Hasan Ugur derweil zufrieden mit den Leistungen seiner Truppe. Im neuen Jahr erhofft der 43-Jährige etwas Planungssicherheit, wie er im RevierSport-Interview erklärt.

Hasan Ugur, die Saison wurde erneut unterbrochen. Was war bisher Ihr Moment der Hinrunde?
Zu Saisonbeginn hatten wir schlechte Karten, weil wir erst spät mit den Transfers angefangen haben und viele Spieler gewechselt sind. Trotzdem haben wir im ersten Spiel gegen Hombrucher SV (0:1) gut gespielt. Danach hatten einige unserer Spieler Corona, weshalb wir zwei Wochen kein Training oder Spiel hatten. Insgesamt haben wir jetzt nur zwei Punkte nach sechs Spielen, dennoch fand ich die Auftritte der Mannschaft weitestgehend gut, obwohl uns am Ende der Partien oft die Kondition gefehlt hat. Eigentlich bin ich aber zufrieden mit den Leistungen der Mannschaft.


Was wünschen Sie sich für das Fußballjahr 2021?
Dass man uns rechtzeitig sagt, wann es wieder losgeht und wie viele Spiele dann noch gespielt werden. Wenn wir das wüssten, könnten wir auch das Training besser planen. Momentan machen wir nichts, außer dass sich die Jungs individuell fit halten. Wenn sich die Situation etwas stabilisiert, hoffe ich auf genug Vorbereitungszeit, weil es für uns sonst sehr schwer wird, nicht abzusteigen. Wir sind sehr weit unten und es gibt fünf Absteiger.

Auch die Amateurfußballer und -trainer sind etwas verrückt nach diesem Sport. Wie erleben Sie deshalb diese unfreiwillige lange Fußballpause?
Als Trainer muss ich sagen, dass die Jungs das bisherige Lauftraining gut gemacht haben. Ohne Ball am Fuß ist es schwierig, sie weiter zu motivieren. Das Laufen wird dann ab und zu verschoben, wobei dann erneut etwas dazwischenkommt. Es ist also schwierig, da die Motivation aufrechtzuerhalten. Ich selbst bin auch Fußballer und gehe regelmäßig laufen, aber ohne Ball ist es einfach Mist.


Glauben Sie, dass nach der Pause die Begeisterung für den Fußball noch überall vorhanden ist? Oder schadet die Krise dem Fußball allgemein?
Viele werden wahrscheinlich direkt Vollgas geben wollen, aber wenn man jetzt so viele Monate Pause hat, ist es ähnlich wie eine lange Verletzung: Danach direkt wieder Vollgas zu geben, weil man meint, wieder komplett bereit zu sein… da denke ich, dass es viele Verletzungen geben wird. Einige Spieler werden direkt alles geben wollen, weil sie so Bock auf Fußball haben. Da müssen wir als Trainerteam sehr aufpassen. Nicht, dass die Jungs direkt zu viel wollen und sich dadurch verletzen. Ich selbst vermisse den Sport aber sehr, zumal ich immer noch aktiv bei den Alten Herren bin. Man ist momentan sehr geknickt, weil man unbedingt weiterspielen will.

Mehr zum Thema

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren