Bundesliga

Eintracht-Manager Bobic kritisiert Zuschauerverbot: "Politik darf nicht überdrehen"

07. November 2020, 09:07 Uhr
Foto: dpa

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Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic sieht das Zuschauerverbot in der Fußball-Bundesliga kritisch. 

Er habe den Eindruck, „dass sich der überwältigende Teil der Bevölkerung bislang vorbildlich an die Verordnungen gehalten hat“, sagte Bobic im Interview mit Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten (Samstagsausgaben): „Jetzt darf die Politik es nicht überdrehen, sonst werden die Maßnahmen immer mehr infrage gestellt.“

Er sei kein „Querdenker oder Aufwiegler“, sagte Bobic, aber: Es habe unter den 207.000 Zuschauern an den ersten drei Spieltagen der ersten und zweiten Liga keinen einzigen nachgewiesenen Coronafall gegeben. Trotzdem seien die Stadien „von heute auf morgen wieder dichtgemacht“ worden, sagte der 49-Jährige. Er wünsche sich die schnelle Rückkehr zu Spielen mit Zuschauern.

Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten hatten aufgrund der rasant steigenden Corona-Fallzahlen unter anderem einen Ausschluss der Zuschauer in den Fußballstadien für den November beschlossen. Seit Saisonbeginn war für die Vereine noch eine Stadionauslastung von bis zu maximal 20 Prozent erlaubt. SID

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10.11.2020 - 10:13 - asaph

und wahrscheinlich werden bis zum Saisonende keine Zuschauer mehr zugelassen.
Was auch vollkommen ok ist angesichts der geringen Bedeutung des Fussballs für unser normales Leben!

07.11.2020 - 14:48 - dr. breitner

Durch solche Haltungen und Aussagen verspielen sich die Profivereine den letzten Rest Sympathie. Statt einfach von dem Worst Case auszugehen und
langfristige Krisenpläne zu stricken diese Forderungen in den Raum werfen.
Wie wäre es mal damit: "Die Bundesligavereine, DFB, DFL haben sich darauf verständigt alle Spiele im November abzusagen. Aus Respekt und Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung gegenüber halten wir es für nicht darstellbar jede Woche zehntausende Tests für den Spielbetrieb zu beanspruchen. So möchten wir unseren Teil zur Pandemiebekämpfung beitragen."

07.11.2020 - 13:41 - Kuk

Bobic: "Politik darf nicht überdrehen"
Der Fußball hat überdreht - bei Gehältern und Ablösesummen.

Bobic: "von heute auf morgen wieder dichtgemacht"
Frankfurt hat eine Inzidenz von ca. 235, weit mehr als 35. (Quelle: https://soziales.hessen.de/gesundheit/corona-hessen/taegliche-uebersicht-der-bestaetigten-sars-cov-2-faelle)

Gundsätzlich zu Frankfurt / Main
In Frankfurt hat das Gesundheitsamt die Nachverfolgung längst aufgegeben.
Patienten aus dem Raum Frankfurt werden (teilweise) in Krankenhäuser anderer Landesteile (Fulda / Kassel) verlegt oder eingeliefert.

Zur SGE
Gerade eine LandesBürgschaft erhalten und schon wieder fordern.
Vielleicht mal darüber nachdenken, welchen Beitrag der Verein leisten kann (z.B. Unterstützung des Gesundheitsamtes bei der Nachverfolgung)

07.11.2020 - 11:10 - HaWe58

Die Bundesliga sollte froh sein noch spielen zu dürfen, um die Kohle aus den Fernsehgeldern zu kassieren. Andere Unternehmen sind verpflichtet Ihre Firmen komplett zu schließen und somit Ihre Existenz aufs Spiel zu setzen. Hier sollten die Bundesligavereine einmal auf dem Teppich bleiben. Die Profivereine müssten diese Zeit nutzen um Ihre finanziellen Angelegenheiten endlich mal zu regeln. Die finanziellen Verhältnisse im gesamten Fußball stimmen doch seit Jahren nicht mehr. Auch Herr Bobic müsste begreifen, dass bei steigenden Infektionszahlen nicht noch mehr Zusammenkünfte freigegeben werden können (Virus fragt nicht nach Verdienst und Reibach). Wer dieses nicht begreift muss wohl als Stürmer zu viele Bälle vor den Kopf bekommen haben.

07.11.2020 - 11:00 - Brauer

Was qualifiziert Herrn Bobic, sich in dieser Angelegenheit zu äußern? Er soll sich darum kümmern wovon er Ahnung hat und die wichtigen Angelegenheiten denen überlassen, die genau dafür ausgebildet wurden und die Politik beraten.

07.11.2020 - 10:58 - Außenverteidiger

Kleine Ergänzung. Welche Branche hat eine fixe Stromgröße wie das TV Geld? Gibt es keine Fußballer auf der Welt, die für 500.000-1 mio Euro spielen, statt für 2-3 mio Euro?
Schlechte Manager erkennt man nicht im Wachstum, sondern in der Krise. Die Fähigkeit sein Unternehmen durch eine Krise zu führen, sollte gegeben sein.
Zudem hat sich Frankfurt immer für eine liberale Weltanschauung eingesetzt und sollte jetzt nicht nach dem Staat rufen, sondern aus eigener Kraft die Krise meistern. Leider sind Vorstände, Vereine, Bürger usw inkonsistent.

07.11.2020 - 10:26 - Linksaussen

Fredi Bobic hat es nicht verstanden. Zuschauer wieder in die Stadien zu holen, das wäre ein fatales Signal. Wenn das Virus weiter wütet ,sind in drei Wochen alle Bettenkapazitäten in den Krankenhäusern ausgeschöpft und Pflegepersonal wird auch langsam knapp.
Aber ein Bundesliga-Manager meint mit der Naivität eines Gänseblümchens, dass die Welt schön sei und Massenveranstaltungen zugunsten seines Metiers selbstverständlich stattfinden sollen.
Da bin ich ganz bei @Außenverteidiger: Vorstände leben wohl in ihrer eigenen Welt und Blase.

07.11.2020 - 10:18 - dr. breitner

Wenn weiterhin jeder behauptet, dass es in "seinem Bereich" keine Fälle gibt, dann kommen wir nicht weiter. Bobic sollte
ein bisschen demütiger sein und realisieren, dass der Fussball momentan wichtige Testkapazitäten bindet, was bei einigen
schon Kopfschütteln verursacht. Der logische Schritt wäre nicht Zuschauer zuzulassen sondern als nächstes die Geisterspiele auch zu
verbieten. Die Lage muss sich scheinbar noch weiter dramatisieren, bis die letzten aufwachen....

07.11.2020 - 10:08 - Außenverteidiger

Ich glaube Vorstände leben in ihrer eigenen Welt und Blase. Ihnen fehlt der Blick für die Allgemeinheit und denken, sie und ihr Umfeld sind repräsentativ.
Mein Eindruck und ich bin täglich im Ruhrgebiet unterwegs ist das Gegenteil. Ja, viele halten sich an die Regeln. Aber nicht genug und nicht in entscheidenden Momenten. Kaum einer ist ernsthaft bereit, sobald es um seine Feier, Geburtstag, Spaß usw geht, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen. Wir haben im Ruhrgebiet weiterhin No Go Areas. Was bedeuten diese? Dort interessiert das Staatsrecht nicht. Jedoch haben diese Bürger eine hohe Mobilität...
Zudem kann man Abends mal durch das Ruhrgebiet fahren und hat im Sommer immer große Ansamlungen oder maskenfreies Feiern gesehen.
Im privaten Umfeld sieht es nicht besser aus und auf den Amateursportplätzen wurde für die Show am Eingang alles eingehalten. Sobald es zum Platz ging, war alles beim Alten.
Wer mal Bahnen an sich vorbeifahren sieht, erwischt zig Leute ohne Maske. Da das Virus nicht demokratisch agiert, sondern ein Superverteiler ausreicht, kommt es nicht auf die Mehrheit, sondern wirklich jeden Einzelnen an.
Was man sieht: Wir sind nicht fähig in der Eigenverantwortung Krisen zu meistern.
Ist auch nicht schlimm, dafür sind wir eine Gemeinschaft mit klaren Grenzen und Gesetzen. Werden diese eingehalten, kontrolliert und Sanktioniert werden wir die Gewinner auf dem Planeten bleiben. Jedoch wartet die Konkurrenz. Sie schläft nicht.