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BVB II: Vom Bankkaufmann zum Dauerbrenner – Pfanne im Interview

Niclas Scheidt
12. Oktober 2020, 11:45 Uhr
Franz Pfanne. Foto: Thorsten Tillmann

Franz Pfanne. Foto: Thorsten Tillmann

Franz Pfanne ist seit dieser Saison eine unverzichtbare Stütze für die U23 von Borussia Dortmund. Aber wie wurde der 25-Jährige eigentlich vom Bankkaufmann aus Bautzen zum Leistungsträger einer der besten Reserve-Mannschaften des Landes?

Er folgte Enrico Maaßen vom SV Rödinghausen nach Dortmund: Franz Pfanne ist bei der U23 der Borussia Stammspieler. RevierSport hat mit ihm über seine Karriere und Ziele gesprochen.

Herr Pfanne, Sie haben in der Jugend von Dynamo Dresden angefangen, richtig?
Fast! Angefangen habe ich in der Jugend von Budissa Bautzen, bin später in die U12 von Dynamo Dresden gewechselt und habe dann da sieben oder acht Jahre gespielt. In Dresden gab es wirklich sehr gute Bedingungen. Meine Eltern sind damals mit mir von Bautzen nach Dresden gezogen. Also musste ich nicht auf das Internat gehen, sondern hatte das Glück, zu Hause zu wohnen. Das war eine mega geile Zeit!

In der ersten Mannschaft von Dresden hat es nicht geklappt und Sie sind zurück zu Ihrem Jugendverein Budissa Bautzen gewechselt. Der Regionalligist hat Sie natürlich mit offenen Armen empfangen.
Ich hatte im ersten Herrenjahr meine Ausbildung zum Bankkaufmann begonnen und wollte die wegen Fußball aber nicht abbrechen. Ich hatte halt schon zwei Jahre geschafft. Ich bin dann immer von Dresden nach Bautzen gependelt, um meine Ausbildung in Dresden zu beenden. In Bautzen habe ich drei Jahre lang Regionalliga gespielt. Das merkt man auch an meinem Spielstil. Denn in der Regionalliga Nordost geht es ein bisschen härter zu. Da wir auch dauernd gegen den Abstieg gespielt haben, musste ich auch oft genug dazwischen kloppen. Das hat mich auch ein stückweit hierher gebracht.

Apropos; Die Frage aller Fragen: Wie kommt ein Spieler vom sächsischen Budissa Bautzen zum ostwestfälischen SV Rödinghausen?
Das würde ich auch gerne wissen! Enrico Maaßen ist durch irgendein Internetportal auf mich aufmerksam geworden. Ich bin dann viereinhalb Stunden von Dresden nach Rödinghausen gefahren. Da gab es super Bedingungen und ich konnte vom Fußball leben. Das war für mich der wichtigste Schritt in meiner Karriere. Ich bin sehr dankbar dafür, dass Enno (Maaßen, Anm. d. Red.) mich nach Rödinghausen geholt hat.

Danach hat Enrico Maaßen Sie gefragt, ob sie mit nach Dortmund kommen wollen?
Nach dem letzten Jahr in Rödinghausen hatte ich auch andere Angebote vorliegen. Aber Enno hat mir gesagt, dass er mich gerne mitnehmen würde. Anfangs wusste ich nicht so ganz, worauf ich mich hier einlasse. Dann bin ich hier angekommen und war direkt überzeugt! Wir spielen hier zwar Regionalliga, aber von den Bedingungen her ist das Bundesliga. Ich kann hier meine Persönlichkeit entwickeln, junge Spieler ein bisschen führen und eben dieses Robuste integrieren.

Sie haben bisher jedes Spiel bei der Dortmunder U23 gespielt. Sind Sie ein besonderer Spieler für Enrico Maaßen?
Der Spielstil von Enrico ist: Die Null muss stehen! Da sind wir wieder bei meinen Stärken. Ich laufe viel, laufe die Räume zu, bringe die Härte mit. Ich glaube, das macht mich so wertvoll für Enno. Er weiß genau, was er von mir bekommt. Ich habe selten ein Spiel, in dem ich richtig schlecht bin. Dazu kommt meine Einstellung, mit Leidenschaft immer mitzuziehen. Das ist einfach sehr wichtig für ihn. Also als Antwort auf die Frage: Ja, das bin ich!

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12.10.2020 - 12:11 - Außenverteidiger

Oha, mega sympathisch. Mit solchen Typen steigt man auf. Hatte seine Persönlichkeit nie erlebt. Der Osten ist ein wichtiger und toller Ort. Bei Dynamo entwickelt sich jedes Kind zum Mann. Auch dank der neuen Bundesländern haben wir wirklich Vielfalt innerhalb des Landes. Sachsen, Brandenburger, Bayern, Friesen, Westfalen usw tolle Leute und Kulturen.