Bundesliga

BVB-Chef Watzke warnt vor Corona-Folgen: "Kann nicht ewig gut gehen"

17. Oktober 2020, 10:13 Uhr
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Foto: dpa

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Foto: dpa

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich den Warnungen von Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor fatalen Folgen der Coronakrise für die Fußball-Bundesliga angeschlossen.

„Es ist klar, dass das in dieser Form wirtschaftlich nicht mehr ewig gut gehen kann“, sagte der BVB-Boss in der Bild-Zeitung und beschrieb für den Fall eines erneuten Lockdowns ein Schreckensszenario für die Klubs: „Sollte es nochmal eine große Unterbrechung geben, dann könnten bei manch einem die Lichter ausgehen.“

Sämtliche Profi-Klubs kämpfen aufgrund der Pandemie mit großen finanziellen Problemen. Dortmund kalkuliert für die laufende Saison mit einem Verlust zwischen 70 und 75 Millionen Euro, nachdem die Westfalen schon die vergangene Spielzeit nach dem Lockdown und den nachfolgenden „Geisterspielen“ mit einem Fehlbetrag von 43,9 Millionen Euro abgeschlossen hatten.

Rummenigge hatte zuletzt erklärt, die „Zukunft des Fußballs auf tönernen Füßen“ zu sehen. Für seine Bayern schloss Münchens Vorstandsvorsitzender für die laufende Saison ein Minus von bis zu 100 Millionen Euro im Falle von einer kompletten Serie ohne Zuschauer nicht aus. Weitere Vereine meldeten ebenfalls schon Millionen-Verluste.
Für Watzke ist Fortsetzung der Bundesliga-Saison trotz des wieder weit verbreiteten Infektionsgeschehens Voraussetzung für das wirtschaftliche Überleben der Vereine: „Ich denke, dass wir diese Saison hinbekommen - zumindest der Großteil der Vereine, wenn es denn keine Unterbrechungen mehr gibt.“

Durch den Lockdown in Deutschland im vergangenen Frühjahr waren mehrere Klubs in kurzer Zeit in finanzielle Schieflage geraten. Angeblich soll rund ein Drittel der 36 Profi-Vereine in Insolvenzgefahr geschwebt haben. Durch die Beendigung der Spielzeit ohne Zuschauer und damit verbundene TV-Gelder konnten die Klubs sich letztlich in die Sommerpause retten. SID

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17.10.2020 - 16:48 - Außenverteidiger

Eben. Solange diese Art Gehälter bezahlt werden ist alles gut. Man kommt sich vor, wie in der Finanzkrise, die durch die Banken ausgelöst wurde und weiterhin eine Staatsschuldenkrise ausgelöst haben. Die haben ihren Angestellten ebenfalls Millionenboni bezahlt und wollten gerettet werden.

17.10.2020 - 14:29 - dr. breitner

....und den Fussball wird es ewig geben, wenn auch in anderer Form. Vielleicht profitieren die Amateurvereine davon, die noch ehrliche Arbeit ohne die grosse Kohle machen, würde mich freuen...

17.10.2020 - 14:12 - dr. breitner

100 Prozent Zustimmung ! Den Fussball in der bisherigen Form braucht kein Mensch, es wird spannend zu sehen, wie sich das
ohne Kohle entwickelt. Scheinbar wird dem ganzen jetzt tatsächlich mal der Stöpsel gezogen. Für einige schwer zu ertragen,
dass sie nicht der Mittelpunkt des Universums sind. Wenn Vereine tatsächlich in Insolvenz gehen, ist es mit den Spielergehältern eh vorbei,
da können die Verträge noch so toll sein. Spielt Jadon Sancho eigentlich noch in Dortmund ????? So schlimm kann es dann ja nicht sein.

17.10.2020 - 13:48 - Außenverteidiger

Haben die alle keinen Taschenrechner? Im Sommer wurde noch ein Monir, Bellingham usw verpflichtet. Bei den jetzigen Verträgen ist hoffentlich eine Pandemieklausel enthalten. Weiterhin muss sich der Fußball den geringeren Einnahmen anpassen und nicht umgekehrt. To big to fail Prinzip war bei den Banken schon asoz*al. Es scheint so, als ob Wachstumsvorstände, schlechte Krisenmanager sind. Jedes Wirtschaftsunternehmen muss seine Kostenstruktur an seine Einnahmen anpassen.