Bundesliga

S04 und VfL Bochum trauern um Wolfgang Clement

Björn Goldmann
28. September 2020, 14:08 Uhr
Foto: dpa

Foto: dpa

Der frühere NRW-Ministerpräsident war ehrenamtliches Mitglied des Stiftungsbeirates von "Schalke hilft!" und seit 1996 Mitglied des VfL Bochum.

Wolfgang Clement starb am Sonntag im Alter von 80 Jahren. NRW trauert um seinen ehemaligen Ministerpräsidenten. Auch in Bochum und auf Schalke wird er vermisst werden. Bis zuletzt war der langjährige SPD-Politiker ehrenamtliches Mitglied des Stiftungsbeirates von "Schalke hilft!". Unter dem Dach von "Schalke hilft!" bündelt und koordiniert der Verein FC Schalke 04 sein soziales und gesellschaftliches Engagement und setzt sich insbesondere für die Einwohner Gelsenkirchens und für die Anhänger des Vereins ein.

In seiner Funktion entschied der der gebürtige Bochumer Clement gemeinsam mit seinen Mitstreitern sowie Geschäftsführer Sebastian Buntkirchen über die Verwendung der Gelder, die "Schalke hilft!" für Projekte und Menschen aus Gelsenkirchen, dem Ruhrgebiet und den angrenzenden Regionen zur Verfügung stellt.

Wichtiger Schalke-Mitstreiter

"Dabei war es Wolfgang Clement stets wichtig, mit dem Engagement der Stiftung eine größtmögliche Wirkung zu erzielen, sprich das Leben der Menschen vor Ort und ihr Lebensumfeld nachhaltig zu verbessern", schreibt der FC Schalke 04 auf seiner Internetseite.

Beim VfL Bochum war Wolfgang Clement seit 1996 Mitglied. Legendär sind die Kabinenbilder von 2002: Nach dem dramatischen Bundesliga-Aufstieg des VfL am Aachener Tivoli übermittelte der damalige NRW-Ministerpräsident Clement inmitten der feiernden VfL-Mannschaft Spielern, Trainern und Präsident Werner Altegoer persönlich seine Glückwünsche. Etwas mehr als ein Jahr später hielt er die Ansprache bei der Einweihung des neuen VfL-Stadioncenters, einem Meilenstein der Vereinsgeschichte.

Clement war unter anderem Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen (1998 bis 2002) und Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft (2002 bis 2005). Im November 2008 war Clement aus der SPD ausgetreten, nach 2010 trat er einige Male als Redner auf Veranstaltungen der FDP auf. Im August war bekannt geworden, dass Clement an Lungenkrebs litt. Ende August war er zu einem Abendessen von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zum 74. NRW-Geburtstag gekommen. Seine Krankheit hatte ihn da bereits sichtbar gezeichnet.

Schalke will "ehrendes Andenken bewahren"

Als Clement am 7. Juli 80 Jahre alt wurde, sagte der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD): „Wolfgang Clement hat politisch viel bewegt, in Nordrhein-Westfalen ebenso wie auf Bundesebene.“ Auch der FC Schalke 04 bedankte sich auf seiner Internetseite noch einmal für das Engagement des Politikers und will "Wolfgang Clement stets ein ehrendes Andenken bewahren".

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren

28.09.2020 - 20:05 - Gemare

@KeeperLDSV
Ein Top Beitrag !!
Von mir 100% Zustimmung.
Er war ein Grund das ich die SPD nicht mehr wähle.Einer der Totengräber der SPD.
Ansonsten......ein Mensch ist gestorben,Beileid den Angehörigen.

28.09.2020 - 19:26 - KeeperLDSV

Das ist meiner Meinung nach das was von Clement in Erinnerung bleibt!
Wolfgang Clement = Leiharbeit, Zeitarbeit, Werkverträge, Mitverantwortlicher von Hartz IV und Mitglied des Wirtschaftsforums der FDP um nur einige Beispiele zu nennen!
Er war als Wirtschafts- und Arbeitsminister Hauptverantwortlich dafür, das es heute noch Arbeitsbedingungen wie z.B. bei Tönnies gibt!
Er war absolut gegen die Einführung eines Mindestlohns, selbst 2016 noch!

Ein Lobbyist der höchsten Güteklasse!
Nachdem er als Minister die Leih-und Zeitarbeit vorangetrieben hat, wechselte er nicht einmal ein Jahr nach Ende der rot-grünen Koalition in den Aufsichtsrat der Zeitarbeitsfirma Deutsche Industrie Service AG (DIS AG). Nachtigall ick hör dir trapsen!
Schröder und Gazprom lassen grüßen!

Ich empfehle dazu mal diese Artikel als Beispiele!
https://www.blickpunkt-wiso.de/post/wolfgang-clement-ein-lupenreiner-unsozialdemokrat--1679.html
https://lobbypedia.de/wiki/Wolfgang_clement
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Clement
Er ist somit einer der Totengräber der SPD genau wie Müntefering und Schröder unter deren "Arbeit" die Partei noch heute leidet!

Ich zumindest bereue es heute noch zutiefst und schäme mich, das ich auf diese Leute hereingefallen bin und sie einmal gewählt habe!

Lobeshymnen hat sich dieser Mann meiner Meinung nach jedenfalls nicht verdient, zumindest nicht als Sozialdemokrat!
2008 eine Woche vor der Landtagswahl in Hessen warnte er in einem Gastbeitrag für die Welt am Sonntag die Leser vor einer Wahl der SPD!
Daraufhin bot ihm Rainer Brüderle eine FDP-Mitgliedschaft an.
Wenige Tage vor der Bundestagswahl 2009 kündigte er im Bonner General-Anzeiger an, den an seinem Wohnort Bonn als Direktkandidat antretenden FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle mit seiner Erststimme zu unterstützen. Wenige Wochen zuvor hatte Clement bereits die FDP als einzige Fortschrittspartei Deutschlands bezeichnet.

Das nenne ich wahrlich einen aufrechten Sozialdemokraten!

Nichts desto trotz möge er in Frieden ruhen, aber mehr auch nicht!

28.09.2020 - 15:48 - mazeppa

Wolfgang Clement war ein aufrechter Sozialdemokrat der alten Schule, den ich heute jederzeit wieder wählen könnte. Leider gibt es heute keine SPD-Politiker dieser Sorte mehr.

Clement war auch bereit, als Journalist zu arbeiten, ehe er wieder in die Politik ging. Das NRW mit dem MP Clement in den 90ern waren nicht das schlechteste, obwohl es damals schon einen starken Strukturwandel gab.
Das Amt des MP des bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslandes NRW aufzugeben und (nur) als Minister nach Berlin zu gehen, nötigt einen Respekt ab. Clement war jemand, der immer neue Herausforderungen suchte.