Gerd Niebaum, ehemaliger Geschäftsführer des finanziell angeschlagenen Bundesligisten Borussia Dortmund, ist vom Rosenheimer Rechtsanwalt Klaus Rotter der vorsätzlichen Täuschung von Aktionären beschuldigt worden.

Anwalt bezichtigt Niebaum des Anlagebetruges

28. Februar 2005, 18:00 Uhr

Gerd Niebaum, ehemaliger Geschäftsführer des finanziell angeschlagenen Bundesligisten Borussia Dortmund, ist vom Rosenheimer Rechtsanwalt Klaus Rotter der vorsätzlichen Täuschung von Aktionären beschuldigt worden.

Der Rosenheimer Rechtsanwalt Klaus Rotter hat massive Vorwürfe gegen den früheren Geschäftsführer von Borussia Dortmund, Gerd Niebaum, erhoben. Der auf Kapitalanlegerschutz spezialisierte Jurist hatte mit seiner Münchner Kanzlei Strafanzeige gegen die BVB-Geschäftsführung gestellt. Auf einer Pressekonferenz in Dortmund erklärte Rotter, Niebaum habe zusammen mit Geschäftsführer Michael Meier Kapitalanlagebetrug begangen und den Kurs der BVB-Aktie manipuliert.

Rotter wirft Niebaum vorsätzliche Täuschung vor

"Niebaum ist ein Profi auf diesem Gebiet, der macht so etwas nicht aus Versehen. Das ist unserer Meinung nach mit Vorsatz geschehen", betonte Rotter. Der inzwischen zurückgetretene Niebaum und der weiter amtierende Meier hätten den Aktionären die Sicherheitsübereignung von Markenrechten verschwiegen. Zudem hätten sie durch eine unterlassene Ad-hoc-Meldung im Falle des Kreditvertrages mit dem Unternehmer Sahle "massive Liquiditätsprobleme" verschleiert.

Rotter erklärte, die Strafanzeige ziele darauf ab, den Aktionären bei erwiesenem Betrug möglichst ihr gesamtes verlorenes Kapital zurückzuzahlen - aus dem Privatvermögen Niebaums und Meiers. "Den Verein wollen wir nicht schädigen", sagte Rotter, "es geht um das wirtschaftliche Missmanagement und den Schutz der Anleger."

BVB-Anwälte weisen Anschuldigungen zurück

Die Dortmunder Staatsanwaltschaft prüft, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen Niebaum und Meier einleitet. Die BVB-Anwälte Klaus Bernsmann und Christian Richter II wiesen die Vorwürfe zurück. Weder die Sicherheitsübereignung noch der Kreditvertrag mit Sahle seien veröffentlichungspflichtig, hieß es in einer Presseerklärung. Publizitätspflichtig seien allenfalls die Kündigung von Krediten oder die Rückführung von Kreditlinien.

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