In der Kreisliga A, bleibt es spannend. Auch nach dem  Aufeinandertreffen der beiden Liga-Schwergewichte ist der Kampf um den Aufstieg noch nicht entschieden.

Duisburg: Derby-Remis

Pech für Hertha: Löwen verderben Party

Moritz Rieckhoff
11. Mai 2009, 12:56 Uhr

In der Kreisliga A, bleibt es spannend. Auch nach dem Aufeinandertreffen der beiden Liga-Schwergewichte ist der Kampf um den Aufstieg noch nicht entschieden.

[infobox-left]Splitter:

Trainerwechsel: Die Hertha hat noch einmal den Trainer getauscht. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der bisherige Coach Muhammed Bozuglu nicht mehr im Amt. Stattdessen betreut Mustafa Alkurt derzeit das Team. Herthas 1. Vorsitzender Christian Birken kommentiert den scheinbar heißen Posten des Übungsleiters bei seinem Klub wie folgt: „Das ist schon Wahnsinn. Wir haben in dieser Saison drei Trainer verschlissen. In der kommenden Spielzeit muss das anders werden.“ Und deshalb ist man an der Iltisstraße bereits aktiv geworden. „Wir haben einen Kandidaten in Aussicht“, verrät Birken und möchte aber noch keinen Namen nennen: „Dazu ist es einfach noch zu früh.“

Sicherheit: Für das Spitzenspiel der Staffel haben die Gastgeber einiges für die Sicherheit auf der Platzanlage getan. „Wir haben acht Ordner im Einsatz. Dazu sind drei Beamte in Uniform so wie ein Beamter in Zivil auf der Anlage. Im Umfeld der Iltisstraße hallten sich zwei weitere Polizisten in Bereitschaft“, erklärt Funktionär Birken und ergänzt: „Zudem ist Hans-Peter Dreier vom Fußballverband Niederrhein als Beobachter vor Ort.“ Nötig geworden ist ein Einsatz der vorhandenen Kräfte dann glücklicherweise nicht.

Schiedsrichter: Referee Thomas Jordan aus Mülheim zeigte eine gute Leistung und hatte die Partie jederzeit im Griff. Ebenfalls ohne nennenswerte Fehlentscheidungen blieben die beiden Assistenten Wolfgang Müller und Stefan Becker.
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Doch den Führungstreffer des SCH durch Oguzhan Ozun (29.) konnte Sportfreunde-Kicker Emre Pala kurz vor dem Gang in die Kabine egalisieren (44.).

Die Ausgangslage vor der Partie war klar: Gewinnen die Hausherren, ist der Hertha der direkte Aufstieg in die Bezirksklasse nicht mehr zu nehmen. Der Gast vom Holtkamp brauchte indes unbedingt einen „Dreier“ um am kommenden und letzten Spieltag dann mit zwei Zählern in der Vorhand den Triumph aus eigener Kraft schaffen zu können. Mehr Spitzenspiel ging also kaum.

Und so strahlte eine halbe Stunde vor dem Anpfiff nicht nur die Sonne vom Duisburger Himmel, sondern auch SC-Funktionär Christian Birken war die Vorfreude auf die bevorstehende Begegnung deutlich anzusehen. „Die ‚Bude’ wird heute rappelvoll“, war sich der erste Vorsitzende des Heimteams sicher und stellte die sportliche Ausgangslage betreffend klar: „Die Mannschaft wird heute richtig heiß sein und alles dafür geben, dass wir den Aufstieg heute schon perfekt machen.“

Nach einer halben Stunde Spielzeit schien sich der durch das Tabellenbild in Aussicht gestellte Sprung in die Bezirksliga dann tatsächlich realisieren zu lassen. Hertha-Akteur Ozun ließ bei seinem Treffer die Defensive der Sportfreunde alt aussehen und einen Großteil der rund 600 Zuschauer jubeln. Doch die Stimmung der so zahlreich erschienen Herthaner sollte sich bald wieder verschlechtern. Die „Löwen“, die in einer ansprechenden und kampfbetonten ersten Hälfte gut mitgehalten hatten, legten nun noch eine Schippe drauf und erarbeiteten sich ein leichtes optisches Übergewicht.

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Folgerichtig konnten die Gäste kurz vor dem Halbzeitpfiff ihre kurzzeitige Überlegenheit in Zählbares ummünzen und so mit einem Remis in den zweiten Durchgang starten. Doch für die Gäste wäre der eine Zähler zumindest mit einem Blick auf den direkten Triumph zu wenig und so gab Hamborns Sportlicher Leiter Frank Golomb für die zweiten 45 Minuten die Marschrichtung vor: „Wir müssen jetzt dranbleiben und noch einmal richtig Gas geben, dann ist auch noch mehr drin.“

Zunächst einmal waren es allerdings die Hausherren, die, wie schon zum Beginn der Partie, den besseren Start hinlegten. In der Konsequenz boten sich der Hertha dann auch die besseren Einschussmöglichkeiten. Doch SC-Goalgetter Bilal Kayaoglu brachte das runde Spielgerät gleich zwei Mal aus aussichtsreicher Position nicht über die Linie (49., 70.). Die „Löwen“ bleiben somit im Spiel und bissen sich in der Schlussphase des Spiels mehr und mehr in der Hälfte einer nun schwächer werdenden Hertha-Elf fest.
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/011/627-12078_preview.jpeg Lieferten sich ein hart umkämpftes aber jederzeit faires Match: Die Sportfreunde Hamborn (gelbe Trikots) und Hertha Hamborn.[/imgbox]
Dass die in den letzten zehn Minuten sichtbare konditionelle Überlegenheit der Gäste letztendlich nicht mit einem weiteren Treffer belohnt wurde, war einzig und allein der mangelnden Treffsicherheit des Sportfreunde-Duos Dennis Schanenberg und Tim Krause geschuldet. Beide Kicker ließen jeweils nach einer Standartsituation und dem daraus resultierenden Gewühl im gegnerischen Sechzehner hervorragenden Torchancen ungenutzt (85., 89.).

„Wir haben heute nicht einen Punkt gewonnen, sondern zwei Punkte verloren“, bilanzierte Sportfreunde-Trainer Ali Güzel dementsprechend enttäuscht und schob nach: „Jetzt müssen wir uns im letzten Match der Saison noch einmal konzentrieren und dann wenigstens den zweiten Platz festigen.“ Ganz anders die Stimmung bei der Hertha. Freudentänze auf dem Platz und auf der Tribüne, lachende und Beifall klatschende Spieler, Funktionäre und Anhänger auf dem gesamten Vereinsgelände.

„Jetzt ist die Sache durch“, jubelte dann auch Vereinsvorsitzender Birken und SCH-Defensivspezialist Salathin Atik stellte ebenfalls unmissverständlich klar: „Nächste Woche vervollständigen wir unsren Triumph.“ Und in der Tat wäre ein Aufstieg der Nord-Duisburger ein ganz besondere Erfolg, denn die Hertha ist als Aufsteiger in die A-Liga-Saison gestartet.

Im letzten Saisonspiel gegen Westende Hamborn kann die Hertha nun das i-Tüpfelchen auf eine ohnehin schon gelungene Runde setzen und den Durchmarsch von der B-Liga in die Bezirksliga realisieren.

Autor: Moritz Rieckhoff

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