Ein Blick auf die Tabelle der Kreisliga A, Staffel 1, reicht, um festzustellen: Beim Duisburger FV 08 brennt der oft zitierte Baum. Mit gerade einmal 15 Zählern rangiert der Duisburger Traditionsverein auf dem vorletzten Tabellenrang. Nur noch die Reserve des FSV Duisburg hat einen Punkt weniger gesammelt als die Kicker aus dem Arbeiter-Stadtteil Hochfeld. Und so zog der Klub nun die Notbremse.

Duisburg: A-Ligist Duisburger FV 08 setzt Coach vor die Tür

Henkelüdecke: "Bin geschasst worden"

Moritz Rieckhoff
16. April 2009, 19:21 Uhr

Ein Blick auf die Tabelle der Kreisliga A, Staffel 1, reicht, um festzustellen: Beim Duisburger FV 08 brennt der oft zitierte Baum. Mit gerade einmal 15 Zählern rangiert der Duisburger Traditionsverein auf dem vorletzten Tabellenrang. Nur noch die Reserve des FSV Duisburg hat einen Punkt weniger gesammelt als die Kicker aus dem Arbeiter-Stadtteil Hochfeld. Und so zog der Klub nun die Notbremse.

Dieter Henkelüdecke , der erst im Sommer des vergangenen Jahres als Linienchef an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt war, sowie Co-Trainer Thomas Convent und Torwart-Coach Ernst Peltz müssen mit sofortiger Wirkung den Platz auf der Bank räumen.

Henkelüdecke "aus der Bahn geworfen"

Die Mechanismen des Geschäfts gelten also auch in der Kreisliga. Dennoch kommt für den entlassenen Henkelüdecke das vorzeitige Aus unerwartet: "Meine Beurlaubung kam für mich völlig überraschend und hat mich erst einmal ganz schön aus der Bahn geworfen", ist der ehemalige Heimaterde-Coach auch ein paar Tage nach seiner unfreiwilligen Demission von der Entscheidung des Vorstandes hart getroffen und legt nach: "Das hätte ich so nicht erwartet. 08 ist für mich eine echte Herzensangelegenheit."

Der 60-Jährige Übungsleiter, der zwischen 1977 und 1988 bereits für den Klub sowohl im Junioren- als auch im Senioren-Bereich tätig war, bilanziert: "Ich empfinde die Art und Weise meiner Entlassung als sehr unschön. Man kann durchaus sagen, dass ich geschasst worden bin." Schmunzelnd fügt der erfahrene Ex-08er hinzu: ""Meine Frau freut die ganze Geschichte, weil ich jetzt mehr Zeit für sie habe."

Und so waren die Henkelüdeckes über die Ostertage in Mülheim beim örtlichen TSV Heimaterde. "Aber nur um ein paar alte Bekannte zu besuchen", erstickt der Linienchef eventuelle Spekulationen im Keim und stellt klar: "Der TSV hat in Person von Thomas Wortmann einen hervorragenden Coach. Was mich angeht, benötige ich nun sowieso erst einmal eine kleine Auszeit."

A-Jugend-Trainer Schneider übernimmt

Dagegen darf sich die Elf des DFV nun keine Pause mehr nehmen. Und so erklärt Frank Nelessen, derzeit 1. Vorsitzender des Vereins, die Trennung von Henkelüdecke dann auch rein anhand sportlicher Wertmuster: "Wir wissen natürlich um die Verdienste von Herrn Henkelüdecke. Und die Entscheidung ist dem Vorstand deshalb auch nicht leicht gefallen. Dennoch mussten wir aufgrund der Tabellensituation einfach die Reißleine ziehen und die Interessen des Klubs in den Vordergrund stellen."

Ein Nachfolger des entlassenen Trainers ist indes bereits gefunden. A-Jugend-Coach Peter Schneider trainiert neben den Junioren ab sofort auch die Senioren des Klubs. Ergänzend setzt sich die erste Formation der Grün-Weißen nunmehr aus Akteuren der A-Jugend sowie der ersten und zweiten Elf zusammen. "Wir hoffen, so den Klassenerhalt doch noch schaffen zu können", erklärt Funktionär Nelessen die "Radikal-Kur" an der Paul-Esch-Straße.

Schafft der Verein tatsächlich den Liga-Verbleib, würde sich einer wohl ganz besonders freuen: Dieter Henkelüdecke. Denn für den so unsanft vor die Tür gesetzten "Fußballverrückten" war, beziehungsweise ist, der Duisburger Fußballverein 08 eben eine echte Herzensangelegenheit.

Autor: Moritz Rieckhoff

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