Bevor Jürgen Duah die Kabine verlässt, betet er. Vor jedem Spiel, seit vielen Jahren.

Bochum II: Jürgen Duahs Hunger auf den Profibereich

Glaube, Liebe, Hoffnung

10. April 2009, 13:20 Uhr

Bevor Jürgen Duah die Kabine verlässt, betet er. Vor jedem Spiel, seit vielen Jahren.

Nicht mit gefalteten Händen, sondern ganz still, nur in seinem Kopf. "Da geht es nicht darum, dass ich ein gutes Spiel mache, sondern eher darum, dass alle gesund bleiben", berichtet der gläubige Christ.

Am vergangenen Wochenende durfte Duah in den Katakomben des rewirpower-Stadions beten, zum ersten Mal stand er im Kader der VfL-Profis. Auch wenn es letztlich (noch) nicht zu einem Einsatz reichte, die Erfahrung möchte der Rechtsverteidiger nicht missen: "Es ist ein richtig gutes Gefühl, so nah an der Bundesliga dran zu sein." Gegen Bayern München war er schon ein Kandidat für den Kader, in Mönchengladbach durfte er als 19. Mann immerhin auf der Bank Platz nehmen.

Nun folgte der nächste Schritt, für den es eigentlich nur noch eine Steigerung gibt. "Jetzt will ich auf den Platz. Ich spiele seit meinem vierten Lebensjahr Fußball, um in der Bundesliga zu landen", betont der 23-Jährige. Er ist nicht ungeduldig, aber hoffnungsvoll und hungrig.

Und das könnte dem VfL zum Verhängnis werden. Denn falls der Hunger in Bochum nicht gestillt werden sollte, scheint auch ein Ortswechsel im Sommer nicht ausgeschlossen. Duahs Vertrag läuft am 30. Juni aus, erste Anfragen aus der Zweiten Liga gibt es bereits.

"Ich fühle mich beim VfL richtig wohl, es gab auch schon erste Gespräche. Aber wir sind uns noch nicht ganz einig geworden", berichtet Duah. Das betrifft freilich allein den sportlichen Teil: "Mir geht es ausschließlich um die Perspektive."

Ob sich die ihm auch mittelfristig in Bochum bietet, muss abgewartet werden. Schließlich profitierte der gebürtige Dortmunder zuletzt vom Verletzungspech der etatmäßigen Rechtsverteidiger Matias Concha und Marc Pfertzel. "Wir sind jetzt in der heißen Phase der Gespräche", weiß Duah. Wird sein siebtes Jahr mit seiner blau-weißen Lieb etwa ein richtig verflixtes? "Das glaube ich nicht", lacht der Defensivmann.

Schließlich halten die Verantwortlichen große Stücke auf ihn. Allen voran Reservetrainer Nico Michaty, der betont: "Jürgen ist ein super Junge mit einem überragenden Charakter. Ich bin überzeugt, dass er den Sprung in den Profifußball schaffen wird."
Wie auch immer es kommen wird, sein Wirtschaftsstudium will Duah im Sommer wieder aufnehmen. "Ich habe schon ein Semester an der Ruhr-Universität studiert, jetzt will ich an einer Fern-Uni weitermachen. Mir geht es darum, mein Gehirn zu betätigen", betont der Youngster. Dabei macht er sich doch jetzt schon viele Gedanken.

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