Als um 14.15 die Mannschaften des OSC Rheinhausen und des SV Oppum den Platz des Rheinhausener Volksparkstadions betraten, herrschte bei Fans und Verantwortlichen des Duisburger Bezirksligisten Optimismus und Zuversicht. Während Anhänger und Freunde der Blau-Roten im Klubhaus bei Glühwein und Bier zusammensaßen und einen knappen Sieg ihrer Elf prognostizierten, zeigte sich draußen ein sichtlich gut gelaunter Jürgen Haupt den knapp 150 Zuschauern. Auch der Coach war sich bei Anpfiff sicher:

Bezirksliga 6 Niederrhein: Oppum mit Punktgewinn im Kellerduell

OSC verliert wichtige Punkte

Moritz Rieckhoff
03. Dezember 2006, 21:10 Uhr

Als um 14.15 die Mannschaften des OSC Rheinhausen und des SV Oppum den Platz des Rheinhausener Volksparkstadions betraten, herrschte bei Fans und Verantwortlichen des Duisburger Bezirksligisten Optimismus und Zuversicht. Während Anhänger und Freunde der Blau-Roten im Klubhaus bei Glühwein und Bier zusammensaßen und einen knappen Sieg ihrer Elf prognostizierten, zeigte sich draußen ein sichtlich gut gelaunter Jürgen Haupt den knapp 150 Zuschauern. Auch der Coach war sich bei Anpfiff sicher: "Meine Mannschaft hat genug Selbstvertrauen um hier heute zu gewinnen." Zwei Stunden und etliche vergebene Großchancen später, sollte die Laune aller OSC'ler allerdings deutlich schlechter sein. [i]Ein Ortstermin[/i]

Bei widrigen Bedingungen - Regen und starker Wind sorgten bei Zuschauern und Akteuren für wenig Freude - begann der OSC druckvoll, ließ aber im Abschluss ein ums andere Mal die nötige Ruhe und Cleverness vermissen. Nach einer halben Stunde hatte es der harmlos und ideenlos agierende Gast aus Krefeld alleine seinem Torwart zu verdanken, dass das Team nicht schon zu diesem Zeitpunkt aussichtslos in Rückstand geraten war. Sowohl Thomas Hoffmann (12.), wie auch Tim Habura (24.) scheiterten jeweils per Volleyschuss aus kurzer Entfernung am Krefelder Schlussmann. Doch nicht nur die Paraden des Gästekeepers brachten OSC-Coach Haupt immer wieder aus der Fassung. In Person von Carlo Staruß (16./38.) und Ahmet Oyüll (43./45.) vergab der OSC weitere vielversprechende Chancen und musste sich so zur Pause mit einem 0:0 zufrieden geben.

Wer dem Treiben der Gäste in der ersten Hälfte zugesehen hatte, der rieb sich nach Wiederanpfiff nun verwundert die Augen. Spritzig, zweikampfstark und spielerisch drei Klassen besser als vor dem Halbzeitpfiff kamen die Spieler aus der Samt- und Seidenstadt aus der Kabine. Die Folge: In der 46. Spielminute musste OSC-Torsteher Pascal Brauer sein ganzes Können aufbieten, um die Führung der Gäste zu verhindern. Die Abwehr des OSC geriet immer wieder in brenzlige Situationen und offenbarte nun Schwächen, die erahnen ließen, warum die Haupt-Truppe in 14 Spielen bereits 34 Gegentreffer hinnehmen musste.

Doch zunächst ließen die Gäste die Stellungsfehler und Unsicherheiten beim Passspiel im Deckungsverbund der Olympischen unbestraft. Stattdessen konterte der OSC nun im eigenen Stadion und hätte in der 63. Spielminute in Führung gehen müssen. Doch Thomas Hoffmann übersah den völlig frei stehenden Ahmet Uyüll und scheiterte mit seinem Alleingang kläglich an SVO-Torhüter Palskas. Spätestens jetzt schwahnte dem fachkundigen Publikum im Volkspark böses. "Wer die Dinger vorne nicht macht, der bekommt nachher eins hinten", war da zu hören. Und so kam es dann auch. In der 75. Spielminute gingen die Krefelder mit 1:0 in Führung.

Doch die Reaktion der Platzherren ließ nicht lange auf sich warten. Durch einen Doppelschlag (85./87.) des zuvor glücklosen Thomas Hoffmann drehte der OSC das Spiel und sah bis kurz vor Schluss wie der sichere Sieger aus. In der 89. Minute gelang den Gästen durch einen direkt verwandelten Freistoß dann jedoch noch der Ausgleich.

Sichtlich bedröppelt schlich dann auch OSC-Coach Jürgen Haupt über den Rasen und ließ seinem Ärger freien Lauf: "Das ist total ärgerlich. Wenn ich sehe ,was wir in der ersten Halbzeit für Chancen ausgelassen haben. Das ist echt der pure Wahnsinn."

Das wussten wohl auch seine Spieler. Mit gesenktem Haupt verabschiedeten sich diese aus dem kühlen Nass in die warme Umkleidekabine.

Autor: Moritz Rieckhoff

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