Unruhe beim Hammer SC. Beim A-Ligisten kriselt es seit der Fusion im letzten Sommer, bei der die Fußball-Abteilung mit dem Breitensport gleichgestellt wurde.

Spieler unzufrieden

"Die haben uns verarscht!"

Christopher Weckwerth
09. Februar 2009, 19:59 Uhr

Unruhe beim Hammer SC. Beim A-Ligisten kriselt es seit der Fusion im letzten Sommer, bei der die Fußball-Abteilung mit dem Breitensport gleichgestellt wurde.

Ein Spieler der ersten Mannschaft, der um Missverständnissen vorzubeugen nicht namentlich genannt werden will, spricht die Probleme jetzt deutlich an.

Mit der Kritik will er eine Annäherung von Spielern und sportlicher Leitung erwirken. Der Akteur beklagt, dass sein Verein in der Öffentlichkeit nur noch für negative Schlagzeilen sorge – insbesondere neben dem Geschehen auf dem Platz. Ohnehin kämpft der HSC derzeit gegen den Abstieg. Das Spielergefüge zerfiel in den letzten Monaten zusehends. Nachdem im Sommer schon zwölf Spieler die erste Mannschaft verlassen hatten, gingen zur Winterpause drei weitere Leistungsträger. Als Ersatz kommen zwei, die eigentlich zur Verstärkung in der Breite gedacht waren. „In der sportlichen Krise steht keiner hinter uns. Das ist eine Unverschämtheit“, wird mangelnde Unterstützung von oben moniert.

Der Auslöser für die vielen Abmeldungen seien falsche Versprechungen aus der Führungsriege gewesen, die Prämienzahlungen in Aussicht gestellt haben soll. Die Satzung des neuen Vereins untersagt das jedoch ausdrücklich. „Die haben uns verarscht, um die Stimmen für die Fusion zu bekommen“, ist der Spieler, der der Abteilungsleitung geglaubt hatte, enttäuscht. Er wolle zwar auch ohne Bezahlung bleiben, hofft aber auf eine intensivierte Kommunikation mit den Aktiven. Dazu gehöre auch mehr Konstanz in der Trainerfrage.

In der Tat, mit Christian Radenz kommt in der Rückrunde bereits der vierte Übungsleiter ans Pilsholz: „Wir Spieler können uns nur wundern und fragen: ‚Wer entscheidet das eigentlich?’“.

Fehlende Glaubwürdigkeit, gar das Hammer SportChaos? Mit Radenz soll das nun hinter dem mitgliederreichsten Klub der Stadt liegen. Der 44-Jährige: „Ich bin kein Wandervogel, der nach ein paar Wochen wieder weg ist. Ich werde versuchen mehr Konstanz in die Mannschaft zu bringen.“ Tatsächlich ist das angeschlagene Vereinsklima wohl Missverständnissen im Zuge der Vereinsgründung zuzuschreiben. Ob Radenz’ Pläne erfüllt werden und der HSC einen Aufschwung erlebt, bleibt freilich abzuwarten, doch wenigstens der neue Coach gibt sich optimistisch: „Unser gemeinsames Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt.“

Autor: Christopher Weckwerth

Mehr zum Thema

Kommentieren