VfL Wedau III: Studentenmannschaft in der Kreisliga C

Erst Stift und Audimax, dann Ball und Rasen

Moritz Rieckhoff
06. Dezember 2006, 18:44 Uhr

Dass sich Studierende im Umgang mit Zettel und Papier verstehen, ist bekannt. Dass sie aber auch noch recht manierlich gegen das runde Leder treten können, ist - etwaigen Vorurteilen zum Trotz - nicht neu, aber dennoch nicht alltäglich. Die Spieler des VfL Wedau III sind ein Beispiel dafür, dass Studieren und das Vorhaben, ernsthaft am Ligabetrieb teilzunehmen, sich nicht grundsätzlich ausschließen.

Alle Akteure der dritten Mannschaft rekrutieren sich aus der Duisburger Studentenschaft oder sind ehemalige Hochschulabsolventen. Derzeit absolvieren die Blau-Weißen ihre dritte Saison in der Kreisliga C 1 und stehen dort nach sechszehn absolvierten Spielen auf einem respektablen 14. Tabellenplatz. "Momentan läuft es bei uns ganz ordentlich", sagt Abwehrspieler Christian Rehse y Ruiz. Doch der 23-jährige Deutsch-Spanier weiß: "Das kann sich bei uns leider auch immer schnell wieder ändern. Wenn ich an unsere Anfangszeit zurückdenke - das war vielleicht ein Durcheinander."

Mittlerweile liegen die Anfänge der "Studententruppe" knapp zweieinhalb Jahre zurück. Als sich im August 2003 die dritte Mannschaft des Essener C-Ligisten SC Frintrop auflöste, stand für die Ex-Teammitglieder Uwe Bögr, Christian Schwietzki, Sascha Hodjati, Bernd Klapper, Philipp Schwietzki, Alfredo Virgellito und Lukasz Niertadzik fest: Es muss so schnell wie möglich eine neue Mannschaft gefunden werden. Die Idee eine eigene Mannschaft auf die Beine zu stellen, war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht geboren.

So kam es, dass der damalige Sozialwissenschaftsstudent Uwe Bögr zusammen mit seinen Kommilitonen und Mannschaftskameraden aus der Essener Zeit, Lukasz Niertadzik und Sascha Hodjati, beim Duisburger Traditionsverein Tura 88 anheuerte. Für die zweite Mannschaft der Roten Teufel kickten die drei Studenten jedoch nur ein halbes Jahr. In der Winterpause 2003/2004 wechselte Uwe Bögr vom Neudorfer Kammerberg in den Duisburger Süden zum VfLWedau. Ex-SC Frintrop-Spieler Alfredo Virgellito nahm Bögr gleich mit an die Wedau.

Lukasz Niertadzik und Sascha Hodjati war der Terminstress im Verein zu groß geworden - sie widmeten sich wieder intensiver ihrem Studium. Doch auch für die beiden noch im Verein aktiven "Frintroper" Uwe Bögr und Alfredo Virgellito, wurden die regelmäßigen Trainingseinheiten beim B-Ligisten bald zu viel. "Studium und Fußball in diesem Ausmaß und nach Zeiten die externe Leute vorgaben, waren irgendwann nicht mehr miteinander vereinbar", erinnert sich Bögr.
[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_183.jpg Kämpfen abseits der Hörsaale und Bibliotheken um Punkte: Die VfL Wedau III-Kicker aus Duisburg. foto: VfL Wedau.[/imgbox]
Was also tun, fragte sich der heutige Kundenberater. Beim wöchentlichen "Uni-Fußball" (den Studenten wird hier in Form von Kursen die Möglichkeit gegeben, dem runden Leder hinterher zu jagen), kam dem heute 30-Jährigen die zündende Idee: "Ich dachte mir, warum nicht einfach eine eigene Mannschaft gründen". Für den passionierten Fußballer war dies die einzig adäquate Lösung des Problems.

Bögr: "Die Schuhe komplett an den Nagel zu hängen, dass kam für mich überhaupt nicht in Frage". Gesagt, getan. Schnell informierte Bögr seine Ex-Teamkollegen aus alten Essener Tagen. "Das war gar kein Problem. Schließlich studierten wir alle noch zusammen und waren auch über das Studium hinaus miteinander befreundet", schaut Böger zurück und sagt: "Die Idee fanden direkt alle gut. Schließlich wollten wir alle neben dem Studium in einem Team mit Ligazugehörigkeit spielen. Nur Uni-Fußball reichte uns einfach nicht."

Da es aus finanziellen und zeitlichen Gründen nicht möglich war, einen komplett neuen Verein zu gründen, versuchten die "Kicker" nun einen Verein zu finden, unter dessen Obhut sie eine neue Mannschaft gründen konnten.

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Autor: Moritz Rieckhoff

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