BVB - Gambino "nicht verheizen"

raka
24. November 2003, 10:47 Uhr

Wenn ein 19-Jähriger, der gleichzeitig noch Amateur ist, in einem Bundesligaspiel von Borussia Dortmund zwei Tore schießt, dann wird er zum Schweigen verurteilt.

Wenn ein 19-Jähriger, der gleichzeitig noch Amateur ist, in einem Bundesligaspiel von Borussia Dortmund zwei Tore schießt, dann wird er zum Schweigen verurteilt: "Ich sage nichts", schritt Salvatore Gambino mit verschlossenen Lippen an der Journalisten-Horde vorbei, selbst wenn man ihm ansah, dass er liebend gerne seinen sportlichen Triumph auch verbal ausgekostet hätte, "Ich würde ihm nie das Reden verbieten, das mache ich grundsätzlich nicht", schmunzelte Matthias Sammer selbst über seinen Kommentar: "Ich werde ihn jetzt nicht in den Himmel loben, selbst wenn das einige bei uns gerne sehen wollten. Dann wäre der Aufprall später aber um so heftiger."

So beschränkte sich der gebürtige Italiener Gambino auf einen Rasenkuss, den er nach dem 1:0 vollzog, und dürfte sich letztendlich auch über die vielen Komplimente seiner Mitspieler gefreut haben. Tomas Rosicky: "Das hat er schon toll gemacht, ihm hat es natürlich auch geholfen, dass mit Flavio und mir zwei erfahrene Mitspieler an seiner Seite gestanden haben."

Für Lars Ricken gab es nicht viel zu staunen. "Für mich ist das keine Überraschung, das hat sich schon in den letzten Wochen angekündigt. Außerdem zeigt seine Entwicklung, dass die Jungs beim BVB gut ausgebildet werden." Wer kontinuierlich aufgebaut werden soll, der darf selbstverständlich nicht verheizt werden. So hatte Sammer die richtige Dosis gefunden: "Nach dem er vorher zweimal ran durfte, habe ich ihn in München geschont." Das dürfte auch am kommenden Wochenende wieder passieren. Nochmals der BVB-Coach: "In Sochaux kann er dabei sein, dazwischen liegt genug Zeit. Aber die Erholung bis Sonntag in Rostock reicht dann kaum."

Den Fans war es egal, der Name reimt sich hervorragend für Freudengesänge: "Gambino ohoho", schallt es mehrfach durch das Westfalenstadion. Für dass künftige Geburtstagskind, das ausgerechnet am Donnerstag des UEFA-Cup-Spiels seinen 20. Ehrentag begeht, dürfte bald ein anderes Problem anstehen. Als Fußballdeutscher könnte er das DFB-Trikot im Fall eines Falles später überstreifen, als gebürtiger "Stiefel-Mann" auch das, welches die Tifosi so lieben.

Autor: raka

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