Dortmund kämpft Hamburg nieder

tok
03. November 2003, 11:50 Uhr

Mit 2:0 lag der Hamburger SV bereits bei Borussia Dortmund in Führung. Doch innerhalb von nur sechs Minuten drehten die Westfalen die Partie noch einmal: Zweimal Koller und Ewethon sorgten für den 3:2-Endstand.

Mit einer beeindruckenden Energieleistung hat die "Rumpfelf" von Ex-Meister Borussia Dortmund ein verloren geglaubtes Spiel gedreht und den Anschluss an die Tabellenspitze in der Bundesliga gewahrt. Vier Tage nach dem Pokal-Aus bei Borussia Mönchengladbach (1:2) gewannen die Westfalen vor 78.000 Zuschauern trotz eines 0:2-Rückstandes gegen den Hamburger SV noch mit 3:2 und schafften damit im sechsten Heimspiel der Saison den sechsten Sieg.

Für den neuen HSV-Trainer Klaus Toppmöller war die Niederlage besonders bitter. Wie schon beim 2:2 bei seinem Debüt in der Vorwoche gegen Schalke 04 gab seine Mannschaft einen 2:0-Vorsprung aus der Hand und wartet damit seit dem 30. November 2002 auf einen Auswärtssieg. Damals hatte beim 3:2-Erfolg bei Bayer Leverkusen Toppmöller noch auf der Bank des Gegners gesessen.

HSV lag mit 2:0 in Front

Nach Toren von Bastian Reinhardt (14.) und Bernardo Romeo, der im zweiten Spiel unter "Toppi" zum dritten Mal traf (60.), sah der HSV, der nur noch zwei Zähler vor einem Abstiegsplatz rangiert, bereits wie der sichere Sieger aus. Mit einem Doppelschlag von Jan Koller (64./66. Foulelfmeter) sowie dem Siegtreffer des Brasilianers Ewerthon (69.) drehten die Dortmunder die Partie jedoch in gerade einmal fünf Minuten zu ihren Gunsten. Die Personalmisere des BVB hatte vor dem Spiel ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Gleich elf verletzte Spieler musste Trainer Matthias Sammer neben dem gesperrten Sebastian Kehl ersetzen, darunter auch die Vizeweltmeister Christoph Metzelder und Torsten Frings sowie die Brasilianer Dede, Marcio Amoroso und Flavio Conceicao und sowie der tschechische Spielmacher Tomas Rosicky.

BVB mit sieben Regionalliga-Spielern

Dank einer Sondergenehmigung des deutschen Fußball-Bundes durfte der BVB mehr als die sonst erlaubten vier Vertragsamateure in den Kader berufen. Letztlich waren es gar sieben Regionalliga-Spieler. David Odonkor und Salvatore Gambino standen gar erstmals in der Anfangsformation. In Stefan Hoffmann saß unter anderem ein Lehrling aus dem vereinseigenen Reisebüro auf der Ersatzbank.

Dennoch begann der BVB sehr druckvoll, vor allem Odonkor sorgte auf rechts zunächst für Wirbel. Doch es war der HSV, der mit seinem ersten und in der ersten Halbzeit einzigen Torschuss in Führung ging, als Reinhardt einen 18-Meter-Schuss von David Jarolim aus kurzer Distanz ins Tor lenkte. Eine mögliche Großchance zum Ausgleich für die überlegenen, aber lange Zeit einfallslosen Dortmunder vergab Ewerthon, als er nach einem vermeintlichen Foul im Strafraum mit Schiedsrichter Uwe Kemmling haderte und so eine Hereingabe von Juan Fernandez verpasste.

"Man sieht, dass wenig Struktur im Spiel ist. Keine Mannschaft kann so viele Spieler über einen langen Zeitraum ersetzen", meinte Dortmunds Präsident Dr. Gerd Niebaum in der Halbzeitpause. Doch Sammer fehlten die Alternativen. Als Romeo nach einer Stunde zum 0:2 abstaubte, schien der BVB bereits geschlagen. Der bis dahin völlig glücklose Koller läutete jedoch nur vier Minuten später mit seinem Kopfballtor die Aufholjagd ein und versenkte zwei Minuten später einen Strafstoß nach Foul von Tomas Ujfalusi an Fernandez zum Ausgleich. Nur weitere drei Minuten später schaffte Ewerthon ebenfalls mit einem Kopfballtreffer gegen die hochgewachsene HSV-Deckung gar die Führung.

Autor: tok

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