Die Bundesligisten sollen künftig nur noch einen festgelegten Teil ihres Budgets in Transferaktivitäten stecken. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) plant weiter einen so genannten Feuerwehrfonds.

DFL plant Obergrenze für Transfer-Ausgaben

23. Juli 2003, 12:46 Uhr

Die Bundesligisten sollen künftig nur noch einen festgelegten Teil ihres Budgets in Transferaktivitäten stecken. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) plant weiter einen so genannten Feuerwehrfonds.

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der meisten Bundesliga-Klubs rufen nun die Deutsche Fußball-Liga (DFL) auf den Plan. Mit radikalen Neuerungen will die DFL offenbar die Vereine der Eliteliga künftig vor dem finanziellen Kollaps bewahren. Nach einem Bericht in der neuen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "Capital" sollen die 18 Erstligisten demnach nur noch einen festgelegten Teil ihres Budgets für Spielergehälter investieren. Klubs, die die Obergrenzen überschreiten, sollen nach Aussage von Bayer Leverkusens Geschäftsführer Finanzen, Wolfgang Holzhäuser, Millionen in einen so genannten Feuerwehrfonds der DFL zahlen.

Hoeneß über DFL-Vorschlag erzürnt

Bei Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß stoßen die Vorschläge allerdings auf wenig Gegenliebe. "Ich habe keine Lust, mit unserem hart verdienten Geld andere Vereine über Wasser zu halten. Wenn die sorglos wirtschaften, weil sie Hilfstöpfe anzapfen dürfen, wäre das der größte Fehler. Wenn wir alles umverteilen, sind wir wieder beim Kommunismus", erzürnte sich Hoeneß.

Zudem sollen die Klubs nach Vorstellung des DFL-Arbeitskreises Finanzen für ihre wirtschaftlichen Rahmendaten einen Drei-Jahres-Plan erstellen. Ein Frühwarnsystem soll Risiken in den Bilanzen rechtzeitig aufdecken. "Nicht einmal die DFL hat zeitnah einen Überblick über die aktuellen Zahlen", sagte Holzhäuser.

Die Mitglieder des DFL-Arbeitskreises diskutieren angeblich auch über eine Neuverteilung der TV-Einnahmen. Im Sommer 2004 läuft das bisherige System aus. Die Anteile der finanziell schwächeren Klubs könnten dann deutlich höher ausfallen. Wirtschaftlich schwächere Klubs erhalten derzeit knapp zehn Millionen Euro aus den Fernsehtöpfen, Spitzenteams wie Branchenführer Bayern rund 15 Millionen Euro.

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