Man fühlt sich unangenehm berührt an der Hafenstraße.

RWE: Interview mit Trainer Kulm nach der Schlappe in Leverkusen

Aggressivität blieb in der Kabine - jetzt nach Oggersheim

Oliver Gerulat
03. Dezember 2008, 13:07 Uhr

Man fühlt sich unangenehm berührt an der Hafenstraße.

Kein Wunder, das 2:4 in Leverkusen hat Spuren hinterlassen - nicht die Niederlage an sich, sondern die Art und Weise, wie der Frust zustande kam. Auswärts läuft es nicht, aus den letzten vier Reisen brachte das Team von Coach Michael Kulm zwei Zähler mit, kann auf ein Torverhältnis von 5:9 zurückblicken. Ausgerechnet jetzt steht der nächste Trip an: Oggersheim wartet am kommenden Freitag, 5. Dezember, ab 19 Uhr im Südweststadion. RS-online hakte bei Kulm nach.

RevierSport: Michael Kulm wie kann man die Partie gegen Bayer noch sachlich zusammenfassen?

Michael Kulm: Man könnte sagen, es war erst ein 2:1 und dann ein 0:3. Nach den ersten zehn Minuten kamen wir gut in das Match, die Leistung stimmte, wir machten nicht umsonst aus einem 0:1 ein 2:1.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/009/430-9793_preview.jpeg Michael Kulm mit Ralf Außem auf der RWE-Bank (Foto: firo).[/imgbox]
Dabei ging die Startphase auch schon in die Hose, nach elf Minuten rannte man einem Rückstand hinterher?

Ein Schuss aus 22 Metern kann immer rein gehen. Danach präsentierten wir uns gut, agierten über die Außen. Das war in Ordnung. Hätten wir das durchgehalten, wäre nach der Pause nichts mehr angebrannt, die drei Zähler hätten wir mitgenommen.

Hätte, wenn und aber. Es klappte aber nicht. Warum?

Das war eine ganz andere Essener Truppe, die elf aus der ersten Durchgang blieben wohl in der Kabine.
Wie lautete die Vorgabe?

Wir wollten weiter eine aggressive Verteidigung nach vorne. Wir wollten weiter auf das dritte Tor.
Was dann Bayer erfolgreich selbst schaffte.

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Ich glaube, nach der Pause schossen wir in Minute 80 zum ersten Mal auf das Tor.

Ihr erschreckender Eindruck täuscht Sie nicht.

Das ist deutlich zu wenig und sehr enttäuschend.

Konnte man den Verlauf in Leverkusen kommen sehen?

Nach wenigen Minuten der zweiten Halbzeit habe ich zu meinem Co-Trainer Ralf Außem gesagt, dass wir wieder nicht im Spiel wären, es sah so aus, als ob wir auf das 2:2 warten würden. Ich bin tief enttäuscht, weil man was herschenkte, was man schon sicher hatte. Aber es war nicht voraus zu sehen, dass wir uns vier Gegentore einschenken lassen.

Der vorab positive Lauf wurde in die Tonne geschmissen!

Vorher holten wir durch gute Darbietungen 13 Zähler aus fünf Matches. Ich will die Leistungs von Bayer nicht schmälern. Wir müssen einfach darauf gefasst sein, dass jeder Gegner gegen uns Top-Leistungen bringt, aber trotzdem hätten wir das Match gewinnen können.

Bayers Coach Ulf Kirsten bilanzierte, dass seine Truppe nach der Pause die beste Saisonhalbzeit ablieferte. Ist der Umkehrschluss zulässig, dass Ihr Team die schlechtesten 45 Minuten der Spielzeit zeigte?

Die zweiten 45 Minuten gehörten zum Schwächsten, das unsere Auswahl zeigte. Wir haben verloren, aber jetzt großartig darüber nachzudenken, wie psychologisch ungünstig es ist, bringt nichts.

Autor: Oliver Gerulat

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