Ein Trio, das beim 8:0 (4:0) des FCR Duisburg gegen den TSV Crailsheim verletzungsbedingt nur zuschauen konnte. Während Lira Bajramaj nach ihrer ambulanten Knie-Operation unter der Woche die hochhackigen Schuhe noch durch den vorsichtigen Gebrauch von eher unmodischen Krücken ersetzen musste, liefen Ilka Pedersen (Aufbauarbeit nach Kreuzbandriss) und Linda Bresonik relativ flüssig über das Gelände des PCC-Stadions.

FCR Duisburg: Pedersens Ferien-Reha und Liras "unmodische" Krücken

Bresonik-Autogramm für Gegner

Oliver Gerulat
28. September 2008, 21:33 Uhr

Ein Trio, das beim 8:0 (4:0) des FCR Duisburg gegen den TSV Crailsheim verletzungsbedingt nur zuschauen konnte. Während Lira Bajramaj nach ihrer ambulanten Knie-Operation unter der Woche die hochhackigen Schuhe noch durch den vorsichtigen Gebrauch von eher unmodischen Krücken ersetzen musste, liefen Ilka Pedersen (Aufbauarbeit nach Kreuzbandriss) und Linda Bresonik relativ flüssig über das Gelände des PCC-Stadions.

"Ich vier Wochen bin ich wieder beim Team", kündigt Weltmeisterin Bajramaj an, dann die Nachwirkungen des Außenminiskus-Schadens auch ad acta gelegt zu haben. Die Technikerin: "Ich trete mit dem Bein schon wieder leicht auf." Wie gesagt, eine deutliche Absage an Pumps - temporär. Bajramaj: "Am Montag starte ich meine Reha."

An den Eingriff am rechten Knie kann sich Pedersen, die sich auf der Tribüne eine handfeste Wurst gönnte, noch genau erinnern. "Das war der 25. Juni." Ende Dezember will sie wieder bei der Mannschaft sein. "Also die Vorbereitung in der Winterpause mitmachen." Schulferien stehen an, Zeit, die medizinisch genutzt wird. "Für mich steht eine zweiwöche Kur an, das nennt sich ambulante Rehabilitation", grinst die Blondine, die einen auffallenden lila Ohrschmuck zeigte, "sieben Stunden am Stück, ich kann mir in der schulfreien Zeit auch Besseres vorstellen."

In den sauren Apfel muss sie beißen, damit sie FCR-Trainerin Martina Voss im Winter das Signal geben kann, Gewehr bei Fuß zu warten. Muße genug hat Pedersen aktuell, sich Gedanken zu machen, was sie nach der Schule machen will. "Eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau", lautet ihre Ansage. Die Verbindungen sind bereits geknüpft. Vorab soll aber innerhalb der nächsten knapp zwei Jahre das Fachabi klappen. Genau wie beim FCR die Titeljagd. Pedersen: "So sieht die Planung aus, wenn ich in der Schule nicht hängen bleibe." Was schon anderen beim Beschreiten ihres (saisonalen) Lebensweges nicht geschadet hat. Ihrem Club passierte schließlich auch das 2:3-Missgeschick gegen Schönebeck.

Bis zum Winter will Bresonik nicht warten, die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin will schon beim nach dem nächsten Auswärtsspiel in Potsdam anstehenden UEFA-Cup-Miniturnier in der Ukraine wieder auflaufen. Noch streikt jedoch das Fußgelenk: Eine Einblutung, "die doch direkt mit dem Bänderiss bei den Spielen in Peking zusammenhängt. Ich hatte das Gefühl, das Gelenk ist steif." Alles wird noch einmal durchleuchtet. Bresonik: "Aktuell schlucke ich Voltaren, kann nur schwimmen und mit dem Fahrrad fahren." Was wenig mit der Spezifität des Fußballsports zu tun hat, sondern nur der Fitness dient.

Nach dem 8:0 gegen Crailsheim machte die 24-Jährige in Zivil die Jubelwelle mit dem Team, alles mit einer sichtlich ungewohnten und eher ungeliebten Brille. "Kontaktlinsen sind aktuell unmöglich, ich habe eine Allergie, muss das Ding aber tragen, sonst sehe ich nichts." Die Allergie hat nichts mit dem olympischen Bänderriss im damaligen Viertelfinale zu tun. Die Brille half nach dem Schlusspfiff: Bezeichnend für den überdeutlichen Leistungsunterschied zwischen Duisburg und Crailsheim war, dass die sichtlich amüsierte Bresonik einer TSV-Akteurin, die sich fix den Kugelschreiber eines Journalisten auslieh, ein Autogramm geben musste. "Schon kurios", bilanzierte die 43fache Nationalspielerin.

Autor: Oliver Gerulat

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