Lange Zeit musste Dortmunds Deutsch-Brasilianer Dede gleich doppelte Arbeit beim BVB verrichten.

BVB: Paulo Rodrigues: Als „Normalo“ in die Bundesliga

„Super Erfahrung und ein echtes Abenteuer“

Matthias Dersch
23. Juli 2008, 09:49 Uhr

Lange Zeit musste Dortmunds Deutsch-Brasilianer Dede gleich doppelte Arbeit beim BVB verrichten.

Auf der einen Seite musste er sich darum kümmern, die linke Seite dicht zu halten und zusätzlich nach vorne für Schwung zu sorgen. Auf der anderen war er für die Integration seiner neu verpflichteten Landsmänner zuständig. Jürgen Klopp machte mit dieser Doppelbelastung Schluss und stellte klar: „Dede soll sich nicht aufs Übersetzen konzentrieren, sondern aufs Spielen.“

Mit dem in Deutschland geborenen Paulo Rodrigues verpflichtete die Borussia daher erstmals einen Dolmetscher, der sich in erster Linie um Felipe Santana, aber auch um Tinga kümmern soll. Der 42-Jährige macht damit einen bemerkenswerten „Karrieresprung“, wie er im Gespräch mit RevierSport verrät: „Ich habe bisher sehr viel mit der Polizei oder der Wirtschaft zusammengearbeitet, doch jetzt bin ich auf einmal ganz nah dran an der Bundesliga, nehme an den Mannschaftssitzungen teil und fahre mit ihnen ins Trainingslager. Das ist eine super Erfahrung und ein echtes Abenteuer.“

Die Freude an der neuen Aufgabe ist ihm dabei deutlich anzumerken. Enthusiastisch erzählt er von seinen Erlebnissen mit den Profi-Kickern, und verbirgt dabei nicht, seinen Dienst mit einer gewissen Scheu angetreten zu haben: „Man macht sich natürlich Gedanken darüber, wie man aufgenommen wird. Aber ich konnte feststellen, dass das alles sehr nette und letztlich ganz normale Menschen sind, egal ob sie nun Spieler, Betreuer oder Trainer sind.“

Ganz neu ist die Fußballwelt für den gebürtigen Bayer allerdings nicht, lange kickte er als Torwart bei verschiedenen Amateurmannschaften, bis ihn hartnäckige Knie- und Rückenprobleme zum Karriere-Ende zwangen. Ein echter Vorteil für seinen jetzigen Job sind diese Erfahrungen jedoch nicht, zumal Klopp unterstreicht: „Paulo soll nicht interpretieren was ich sage, sondern eins zu eins übersetzen.“

„Das stimmt natürlich, doch ein Dolmetscher mit Erfahrung hört sich zunächst an, was gesagt wird, und gibt es dann so weiter, dass der Sinn erhalten bleibt“, schränkt der Selbstständige die Aussage von Klopp allerdings etwas ein und erklärt: „Jeder, der zwei Sprachen beherrscht, kann im Prinzip übersetzen, doch das heißt noch lange nicht, dass dann am Ende auch wirklich das dabei heraus kommt, was der Trainer will.“

Autor: Matthias Dersch

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