Für Jefferson Farfan ist die erste Woche auf Schalke vorüber. Und den ersten Ärger hat er gleich hinter sich.

Farfan hat das Gefühl, dass "alle die gleiche Sprache sprechen"

"Auf Schalke muss man über Titel nachdenken"

sts/ck
15. Juli 2008, 09:24 Uhr

Für Jefferson Farfan ist die erste Woche auf Schalke vorüber. Und den ersten Ärger hat er gleich hinter sich.

Dass er auf dem Schalker Vereinsgelände mit schwarz-gelben Fußballschuhen fehl am Platz ist, das musste der Angreifer erst einmal wissen. Farfan lernt schnell, inzwischen läuft er mit knallroten Tretern auf - wenn er es denn tut.

Denn nach achtwöchiger Pause, da für seinen Ex-Verein PSV Eindhoven als Meister der niederländischen Ehrendivision die Saison bereits Ende April beendet war, bleibt Schalkes Zehn-Millionen-Euro-Einkauf derzeit noch etwas außen vor. Wie bereits beim schwachen 1:0 in Wattenscheid, verzichtete Fred Rutten auch beim 11:0 am gestrigen Samstag gegen die "Victoria Nationalelf" auf einen Einsatz Farfans. Für den ist es kein Problem, in den ersten 14 Tagen der Vorbereitung viel individuell zu arbeiten, um dann rechtzeitig topfit zu sein.
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"Derzeit trainiere ich separat und schiebe Sonderschichten, um zu Saisonbeginn gut in Form zu sein", erklärt Farfan mit Blick auf das Pokalspiel am zweiten August-Wochenende in Homburg und die in der Woche folgende Champions-League-Qualifikation.
Denn erst dann beginnt der Ernst des Lebens, und Farfan ist kein Sportler, der sich mit weniger als dem Maximum zufrieden geben möchte. "Ich bin mit großer Vorfreude hergekommen und es wäre eine Riesensache, gleich im ersten Jahr hier Meister zu werden", kündigt "Foquita", das Seehündchen an. "Wir werden aufopferungsvoll kämpfen. Schalke ist eine Institution in Fußball-Deutschland, da muss man zwangsläufig über Titel nachdenken. Und weniger über andere Vereine wie die Bayern."

Auf welcher Position er zu diesem Ziel beitragen wird, lässt er offen: "In Eindhoven habe ich, je nach Taktik Links- oder Rechtsaußen, aber auch als Mittelstürmer gespielt. Am liebsten komme ich von rechts in den Strafraum eindringend", kennt Farfan seine Stärken, nicht ohne flexibel auf das jeweilige Spielsystem reagieren zu können.

Über die Integration, ob auf dem Platz oder in der Kabine, macht er sich ohnehin wenig Sorgen. Die Südamerika-Fraktion auf Schalke ist groß genug, um sich anfangs nicht an einen einzelnen Mitspieler hängen zu müssen. Zudem sieht Farfan viele Parallelen zwischen der deutschen und der niederländischen Sprache, die er nach vier Jahren in Eindhoven gut beherrscht. "Dies ist sicherlich von Vorteil. Ich möchte die deutschen Mitspieler dabei natürlich nicht außen vor lassen. Ich habe das Gefühl, dass wir alle die gleiche Sprache sprechen", gibt er lächelnd zu Protokoll.

Die besondere Atmosphäre auf Schalke erlebte Farfan 2005 beim Champions-League-Auftritt des PSV in der Veltins-Arena. "Wir haben hier damals 0:3 verloren, aber ich erinnere mich noch gut an die tollen Fans und die großartige Stimmung", brennt der 23-Jährige auf seinen ersten Einsatz in der königsblauen Donnerhalle.

Auch wenn seine Familie erst in einem Monat nach Gelsenkirchen zieht, ist sie in Form von Tattoos auf beiden Unterarmen stets präsent. "Ich habe mir die Namen meiner beiden Kinder und meiner Frau tätowieren lassen. Meine Familie steht über allem", erklärt Farfan, der seine ersten Treffer für Schalke dem erst vor wenigen Wochen geborenen Söhnchen Adriano widmen will.

Autor: sts/ck

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