Erst der Abgang von Frank Schulz nach Cloppenbrug. Dann, nach nicht einmal 24 Stunden, die Präsentation von Christoph Schlebach als Nachfolger. Am

Herne: Baum: "Mannschaft bricht nicht auseinander"

"Faire Chance" für Schlebach

tr
28. Juni 2008, 20:51 Uhr

Erst der Abgang von Frank Schulz nach Cloppenbrug. Dann, nach nicht einmal 24 Stunden, die Präsentation von Christoph Schlebach als Nachfolger. Am "Schloss Strünkede" geht es derzeit reichlich turbulent zu. Da Schulz aufgrund seiner erfolgreichen Arbeit bei der Westfalia eine Art Kultstatus genießt, ist die Betroffenheit nicht nur in der Mannschaft spürbar.

Aber besonders bei den Spielern, die ihre eigenen Verträge erst verlängerten, als Schulz seinen Wilhlem für die neue Saison unter das Papier setzte, macht sich Verwunderung breit. "Natürlich soll man die Chance, in die Regionalliga zu gehen, nutzen", erzählt Mittelfeldmotor Sven Barton, der am gestrigen Samstag aus seinem Urlaub an der Nordsee zurückkam: "Wenn er zu einem Club gegangen wäre, der oben mitmischen würde, okay. Aber so bin ich verwundert, denn die kennt doch keiner. Wäre Frank zu Rot-Weiss Essen gegangen, hätte ich ihm gratuliert, aber so ist es enttäuschend."

Auch Abwehrrecke Michael Baum, der zusammen mit seinen Teamkameraden Mirko Mustroph, André Badur, dem Sportlichen Leiter Timur Camci sowie "Vize" Klaus Großheim, stundenlang diskutierte, zeigt sich geschockt: "Wir wussten, das Frank eine Ausstiegsklausel hat. Dennoch haben wir vor allem zu diesem Zeitpunkt nicht damit gerechnet."

Und das jetzt auch noch "Co" Horst "Hotte" Albert abgedankt hat, passt ins stürmische Bild. "So eine Sache ist nicht in Ordnung", schüttelt Baum den Kopf. "Es ist sehr schade für ihn und für uns eine herbe Schwächung. Es wäre auch für Christoph gut gewesen, weil Horst die Strukturen kennt." Ähnlich sieht es auch Mustroph: "Das ist sehr schade, Hotte hat einen guten Stand bei uns."

Doch der scheint Schlebach und seinem neuen Assistenten Frank Plewka nicht eingeräumt zu werden, oder? "Unsinn", entgegnet Baum. "Ich fand den Schnellschuss nicht in Ordnung, aber das hat nichts mit Christoph zu tun. Er ist Fußballer genug, um zu wissen, was in Herne gefordert wird, um Erfolg zu haben.“ Der gleichen Ansicht ist auch Mustroph: "Wir werden den beiden keine Steine in den Weg legen.

Im Gegenteil: Wir sind ein Team. Ich habe früher zwar noch gegen Christoph gespielt, habe aber kaum Erinnerung an ihn. Er soll aber ein sehr guter Akteur gewesen sein. Zudem ist er ein junger Trainer, was für uns gut ist, denn er kann sich bei uns integrieren. Wir werden ihn schnell aufnehmen und den Rest müssen wir abwarten." Sein Zusatz: "Er hat aber ein schweres Erbe, da Frank sehr beliebt war. Doch er bekommt natürlich eine faire Chance."

Auch die Spekulationen, dass das Team aufgrund der Vorkommnisse auseinanderbrechen könnte, wischen das Trio vom Tisch. Baum: "Wir sind alle Fußballer genug, um zu wissen, dass wir eine tolle Truppe sind und so das Geschäft läuft. Leute kommen und gehen nun einmal. Aber dafür werden wir doch nicht hinschmeißen." Mustroph fügt an: "Natürlich werden wir auch die nächste Saison bleiben. Das Gerüst bleibt auf jeden Fall vorhanden. Wir wollen die Herausforderung doch alle annehmen."

Barton nickt: "Klar ist man im ersten Moment sprachlos, wenn man so ein Ding vor den Latz geballert bekommt. Aber deshalb wird hier doch nichts kaputt gehen. Einen großen Umbruch kann ich mir nicht vorstellen. Wir haben eine gute Truppe, die Neuen verstärken uns und Christoph kann sich ins gemachte Nest setzen. Das wird passen."

Autor: tr

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